Eine kleine Heizung für Mucha – Silvester in Prag 2009

Ich war über Silvester in Prag. Am Altstädter Ring fand sich ein Museum, das eine Dalí-Fotoaustellung zeigt. Das fand ich gar nicht interessant. Wohl aber die Ausstellung eine Etage darüber: Mucha. Ja, der Name sagt vielen erst einmal nix. Mucha ist aber ein bekannter Jugenstil-Künstler. Jugendstil mi amor. Aber so richtig. Weiß gar nicht, warum mir der Schnörkel-Kitsch-Kram so unglaublich gefällt. Ist aber ein Fakt. Ich habe mir ein Ticket für die Ausstellung gekauft und bin durch das zugige Treppenhaus in die zweite Etage gestapft, um in die Mucha-Räumlichkeiten zu gelangen. In diesem Treppenhaus war es kälter als draußen. Brrrr. Ich öffnete die knarrende Tür und fand eine schöne geräumige Altbauwohnung vor. Ich stand in einem Raum mit ein paar Mucha-Lithographien, einem Klappstuhl mit Decke, einer kleinen Elektroheizung – vor den Stuhl geschoben – und einem Tisch, auf welchem ein aufgeschlagenes Buch lag. Irgendwas tschechisches. Und das in Prag. Crazy. Kurz darauf kam eine kleine ältere Frau auf mich zu getrippelt und drückte mir ein Blatt Papier in die Hand und sagte mir, ich solle mich erst an die Räume zu ihrer linken halten. Warum auch immer. Denn eine Struktur, welcher Art auch immer, gab es hier nicht. Hier hing mal was, da hing mal was. Gerne ohne Zusatzinfo.

Wer? Was? Wann? Wie? Warum? Wofür?

Keine Ahnung. Das Blättchen hatte ein paar krude Infos zu Mucha und seinem Werk, war aber wahrscheinlich mit einer Übersetzungsmaschine ins Deutsche übertragen worden. Das war sehr komisch, weil tendenziell dadaistisch. Mal ein Auszug:

Der erste Satz

Gerichtsangestellten Ondrej Mucha geboren.

Schon ein Knaller. Subjekt, Prädikat, Objekt – oder wie war das noch?

Sein Kampf um die Verteidigung seiner Existenz zog sich bis zum schicksalhaften Treffen mit Sarah Bernhardt, die mit Mucha einen sechsjährigen Vertrag abschloss. […]Diese Aufgabe zog den Künstler völlig ein.

Das hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Alles in Allem: Schöne Bilder, tolle Räume, aber leider keine Hintergrundinfos.

Da bin ich gleich mit der Tür ins Museum, ins Haus gefallen. Der Reihe nach:

Wir wohnten in einem Hostel mitten im Tourizentrum. Das war von der Bausubstanz eigentlich ganz schön, aber schon siffig. Wir hatten ein ur…nee…ungemütliches 14 Bett-Zimmer (=7 Stockbetten), das wir uns mit einem Haufen junger Amerikanerinnen teilten. Ich lag in meiner oberen Koje direkt am Fenster. Die Holzfenster waren zugig und so konnte man den Lärm der Touristen die ganze Nacht durch „genießen“. Schön waren auch die Stofffetzen an den Fenstern, die wohl als Vorhang dienen sollten. Wir waren jung. Wir dachten, Schlaf sei überbewertet und man ja eh den ganzen Tag nicht da. Letzteres stimmt, ersteres nicht.

Prag ist eine sehr, sehr schöne Stadt:

 

 

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