Verblendung von Stieg Larsson

„Das musst du lesen!“ „Das war echt super.“ „Ich fand’s genial!“

Sowas wurde mir immer entgegen geworfen, wenn es in der letzten Zeit um Bücher ging. Ich bin nicht wirklich ein Fan von Krimis. Ich habe mir auf Anraten von Freunden und Bekannten auch mal den ersten Mankell vorgenommen und auch zu Ende gelesen, fand das aber unspektakulär und nicht so doll. Deswegen war ich jetzt bei Herrn Larsson (Ich lernte auch, dass man ihn „Larschon“ aussspricht) etwas skeptisch. Aber in einer „Durch-die-Mayersche-Spazieren-und-ein-Buch-kaufen-Laune (die überfällt mich zum Leidwesen meiner Finanzen manchmal) habe ich mir das Taschenbuch zugelegt. 688 Seiten. My dear Mr. Singingclub. Das sind viele.

Vorab wollte ich nichts darüber hören, nichts über das Buch, seine Charaktere und schon gar nicht über den Film. Das war etwas schwierig, da der zweite Teil der Trilogie bald im Kino anläuft. Es hieß oft: Weghören und Wegschauen.

Ich habe insgesamt eine Woche für diesen Wälzer gebraucht, der mich zwischenzeitlich schon gefesselt hat. Ich fand das Buch ok. Aber so ein Riesendupersuperknaller war es nun nicht. Blöde Erwartungshaltung. Macht einem alles kaputt.

Was geschah mit Harriet Vanger, dem 16jährigen Familienmitglied des Industriekonzerns Vanger? Vor über 30 Jahren verschwand sie spurlos und es konnte nie aufgeklärt werden, ob es ein Verbrechen oder ein Unfall war oder gar keins von beidem? Der alternde Familienclanchef Henrik Vanger engagiert den Wirtschaftsjournalisten Mikael „Kalle“ Blomkvist mit der Recherche über das Schicksal seiner Nichte. Blomkvist, gerade wegen Verleumdung verurteilt, kann die Auszeit im schwedischen Norden und das Geld seines Auftraggebers gut gebrauchen, zumal sich dieser noch als Bonus bereit erklärt, Mikael Material zu seiner Entlastung in der Verleumdungsangelegenheit mitzuteilen. Nach Ablauf eines Jahres bekäme er die Unterlagen, so lange muss sich der Journalist um die Vangersche Familientragödie kümmern und nachforschen. Hilfe bekommt er von der störrischen Ermittlerin Lisbeth Salander, einem Mädchen mit schwierigem Charakter aus noch schwierigeren Verhältnissen, das ihr Geld mit Ermittlungen für eine Sicherheitsfirma verdient. Bis diese beiden Charaktere im Buch aufeinander treffen und somit die eigentliche Handlung richtig in Schwung kommt, hat man schon die Hälfte des Buches hinter sich. Da hat sich der Autor aber mal Zeit genommen seine Figuren einzuführen. Aber die beiden Spürnasen zusammen kommen dem Fall Harriet und dem was sich dahinter noch alles verbirgt auf die Spur und machen eine grausige Entdeckung. Die fand ich dann allerdings nicht mehr ganz so überraschend und das Happy End in Mikael Veleumdungssache war auch ein bisschen dicke. Nichtsdestotrotz habe ich mich gut unterhalten gefühlt und den dicken Brocken schnell weggelesen. Ob ich mir die anderen beiden Teile auch noch einverleibe, weiß ich noch nicht. Jetzt habe ich mir erstmal ein anderes Buch vorgenommen.

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