Rezension: „Die Stadt der Bücher“ von David Benioff

Nachdem ich Markus Zusaks „Die Bücherdiebin“ verschlungen hatte (das ist einfach ganz toll!), wollte ich eigentlich nicht schon wieder ein Buch über den 2. Weltkrieg lesen. Aber irgendwie sprach mich das Buch in der Meyerschen so an. Ich habe es einfach kaufen müssen. Die Bücherdiebin klaut selbige aus Lesenshunger und die Diebe im Titel von Benioffs Buch stehlen aus ähnlichen Gründen.

Im vom Krieg arg gebeuteltem Leningrad begegnen sich der Jude Lev und der Soldat Kolya. Im Gefängnis. Lev hat einen toten Soldaten um sein Messer erleichtert und ist als Plünderer verhaftet worden. Kolya hat seine Einheit unerlaubt verlassen und gilt als Deserteur. In chaotischen Kriegszeiten rechnen beide wegen ihrer Verbrechen mit ihrem Tod. Es soll anders kommen. Der zuständige Kommandant gibt dem ungleichen Paar die Aufgabe ein Dutzend Eier für die Zubereitung der Hochzeitstorte seiner Tochter zu besorgen. Dafür bekommen sie eine Woche Zeit. Schaffen Sie es nicht, ist Ihnen ihr Tod gewiss. Leningrad steht unter Beschuss und die Bevölkerung leidet großen Hunger. Der schweigsame Halbwaise Lev und der charismatische Frauenheld Kolya müssen sich woanders auf die Suche machen, an der ihr Leben hängt. Sie begegnen Kannibalen, Bombenhunden (und das ist wörtlich zu verstehen), Frauen und Partisanen und erleben, was der Krieg aus den Menschen und dem Land macht.

David Benioff ist nicht nur Romanautor, sondern verfasst auch Drehbücher (X-Men: Wolverine oder 25th hour, basierend auf seiner literarischen Vorlage). So wundert es nicht, dass die Abenteuer der jungen Russen sehr bildlich beschrieben sind und man einen glasklaren Film vor Augen hat. Das mindert den Lesespaß aber nicht im mindesten. Im Gegenteil: Die Stadt der Bücher ist ein sehr schönes Buch, das vom Zusammenspiel seiner Protagonisten lebt. Man muss beide einfach sofort in sein Herz schließen. Natürlich ist der gewitzte, großschnäuzige Kolya die interessanteste Figur der Geschichte. Wunderbar leicht geschrieben, vergeht die Zeit wie im Flug und man mag das Buch nicht aus der Hand legen auch wenn die schon fast einschläft.

Eine tragikomische Geschichte, die berührt und keine Langeweile aufkommen lässt! Absolute Empfehlung.

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