Still-Leben mit viel Bewegung auf der A40

Ideen am Biertisch

Es ist das Hyperhyper-Mega-Super-Duper-Projekt des Kulturhauptstadtjahres 2010: das Still-Leben auf der meistbefahrenen Autobahn Europas. Keine Autos mehr, sondern die längste Tafel der Welt. Pünktlich zum Startschuss bin ich an der Anschlussstelle Duisburg-Häfen. Ich kraxle auf die Leitplanke und schaue zu, wie Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Ruhr2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen die Aktion eröffnen. Vor dem Countdown wird Pleitgen zur Entstehung des Ganzen gefragt. Neben mir raunt ein Mann: „Dat hatta sich doch beim Bier ausgedacht!!“ Und tatsächlich bestätigt Fritz Pleitgen das: „Es sind hier einige Kinder auch unterwegs, also ich sag‘ mal so: da waren schon Umdrehungen im Spiel.“ Oder so ähnlich. Wir zählen von 10 runter und Pleitgen und Kraft auf ihren Rädern eröffnen das Still-Leben und versuchen wie Tausende andere auch ihre Räder auch tatsächlich zu fahren.

Irrsinnig voll

Es ist wahnsinnig voll (irgendwo habe ich gelesen, es seien 2 Millionen Zuschauer gewesen, was für eine Zahl!), vor allem auf der Radspur hat man an den Auffahrten keine Chance. Da knubbelt es sich doll. Allerdings höre ich kaum Gemaule. Das verwundert mich. Mehr erfreut es aber. Wir entscheiden uns zunächst die Räder erst nochmal an den Rand zu stellen und an den Tischen entlangzulaufen, um  zu sehen, was einem dort geboten wird. Irgendwie ist das gute alte „Vier gewinnt“ der Renner an der Tafel. Es wird gespielt, gegessen, getanzt, gesungen, diskutiert, fotografiert, musiziert, gemalt, gewerkelt…Es war einfach überall was los. Wunderbar. Wir laufen und laufen und gucken und gucken. Die Zeit vergeht wie im Flug. Man hat gar nicht das Gefühl auf einer Autobahn zu sein. Das ist oft nur im Hinterkopf. Es fühlt sich an wie ein Straßenfest. Ein richtig großes! 🙂 Die Leute posieren vor den Autobahnschildern wie die Jecken. Ich auch. Im Chor: Jaaa, wir sind alle Individuen…Wir springen über Leitplanken. Kommt man ja eher selten dazu sonst. Als wir uns entscheiden, doch nochmal mit dem Rad zu fahren trifft uns fast der Schlag. Diese Massen:

Dennoch gibt es Opfer zu beklagen

Diese sind meine Füße und meine sonnenverbrannte Nase. Ich bin wirklich Kilometer abgelatscht wie noch nie. Von Duisburg nach Mülheim. Mit dem Auto ein paar Minuten. Hier geht so manche Stunde drauf. Die Aktion Still-Leben war von 11-17h geplant und um 17:10 habe ich mich aufs Rad nach Hause geschwungen. Die Zeit raste nur so vorbei. So ganz realisieren, was für ein Riesenakt das in der Organisation gewesen sein muss, wieviele Leute dort ihr Herzblut reingetragen haben, kann ich das noch gar nicht. Das Wetter war klasse. Die Leute waren entspannt und sichtlich begeistert. Eine tolle Aktion. Eine einmalige Aktion. Es war super!

Ein Gedanke zu “Still-Leben mit viel Bewegung auf der A40

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