Gibt es auch in gut: Harry Potter Filme. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (1)

Da musste der Harry erst erwachsen werden. Oder sein Darsteller. Oder es musste erst aufs Finale zusteuern, um einen wirklich guten Harry Potter – Film zu machen? Es ist endlich einmal gelungen. Außer Teil Drei „Der Gefangene von Askaban“ hat mich kein Harry Potter Film wirklich überzeugt. Die Ausstattung war und ist immer vom Feinsten, die Effekte steigerten sich von Teil zu Teil. Die Nebendarsteller waren Britain’s Best. Die drei Hauptdarsteller dagegen meist wenig überzeugend und die Geschichten auf kinokompatible Länge hinuntergekürzt. Doch nun ist alles anders! Nein, nicht alles. Das Potential von Daniel Radcliff, Emma Watson und Rupert Grint ist noch nicht erschlossen, vielleicht kommt es außerhalb der Potterreihe dazu.

Schrecken nicht nur auf der Leinwand

Es ist der Tag der großen Panikmache und Terrorwarnungen. Ich bin auf dem Weg in die Nachbarstadt und im Duisburger Hauptbahnhof sehe ich einen jungen Mann, der auf einem Teppich kniet, vor sich eine große geöffnete Reisetasche. Es sieht aus, als wolle er beten. Der Phänotyp des jungen Herrn: blond und europäisch/ westlich. Vor ihm stehen zwei Polizisten mit der Hand an Maschinengewehren. Ich Hascherl war erschreckt, ich sehe selten so widerliche Waffen von Nahem. Das Gefühl ist nicht schön. Weiter verfolgt habe ich das Geschehen nicht. Als ich mich nach ein paar Schritten allerdings nochmal interessiert umblicke, hat der junge Typ seine Sachen gepackt und redet ganz friedlich mit den beiden Polizisten. „Geile Provokation!“, meint meine Kinobegleitung in Essen zu der Geschichte. Während wir vor der Lichtburg anstehen ist das Thema „Terror“ in aller Munde und alle lachen über die Panikmache.

Ein Horcrux sie zu knechten…

Es geht los. Und wie. „Es herrschen dunkle Zeiten!“, wird gleich zu Beginn proklamiert. Dieser Teil hat ein gehöriges Tempo und es verdichten sich viele Handlungsstränge aus den vorigen Teilen. Düster ist es. Lord Voldemorts Schreckensherrschaft hat begonnen und ergreift von der Zaubererwelt vollends Besitz. Seine Schergen haben den Zaubereriminister (schade, nur so kurz dabei: der wunderbare Bill Nighy) getötet und das Ministerium und die Presse unter ihre Kontrolle gebracht. Die magische Welt goes Faschismus (die unifomierten Ministeriumsbewachser sehen aus wie frisch aus der SA). Es herrschen Angst, Verrat und Folter. Harry, Ron und Hermine wollen dem entgegenwirken, indem sie sich auf die Suche nach den Horcruxen machen, in welchen der dunkle Lord seine zerteilte Seele aufbewahrt hat. Die gilt es zu zerstören, um Voldemort vollends zur Strecke bringen zu können. Einen Horcrux, das Amulett, haben die drei schon und versuchen es zu zerstören. Von ihm gehen dunkle Kräfte aus und der Träger des Amuletts spürt, wie er sich zum Negativen verändert. Klingt bekannt? Ja, die Herr der Ringe-Analogie ist nicht von der Hand zu weisen. Die gibt es auch an anderer Stelle. Als Harry von Dumbledore testamentarisch seinen ersten gefangenen goldenen Schnatz bekommt, küsst er ihn und daraufhin erscheinen auf dem Quidditsch-Utensil die Worte: „ich komme zuletzt“. Ein Hinweis auf die drei Heiligtümer, die Voldemort sucht, um den Tod zu besiegen und so der mächtigste und unbesiegbarste Magier und Herrscher aller Zeiten zu werden.

Film im Film: Das Märchen der Heiligtümer

Die Geschichte der Heiligtümer (der Elder-Zauberstab, der Tarnumhang und der Auferstehungstein) wird künstlerisch sehr ansprechend gezeigt. In Scherenschnitt-Optik wird von den drei Brüdern erzählt, die einst den Tod überlisteten und von ihm die besagten Heiligtümer geschenkt bekamen. Das hat mir sehr gefallen.

Gute Idee Zweiteiler

Dass der letzte Film als Zweiteiler angelegt wurde, fand ich erst ein wenig komisch. Dieses Auseinanderreißen des Themas. Aber es hat dem Film einfach gut getan, da so weniger inhaltliche Kürzungen vorgenommen werden mussten. Mit 147 Minuten Laufzeit ist der siebte Potterstreifen jetzt nicht lang in Herr-der-Ringe-Maßstäben, nimmt sich aber doch genug Zeit und Raum für die komplexe Geschichte, die nun auf ihr Ende zusteuert. Was ZEIT einfach mal ausmacht. David Yates hat die letzten beiden Filme inszeniert und die fand ich, vorsichtig gesagt, bescheiden. Wenn man der Story einfach mal den Raum zugesteht, der ihr gebührt, scheint das zu klappen, mit einem guten Film. Da hätte man mal früher dran denken sollen. Harrys Suche nach den Horcruxen und die Entwicklungen zur großen Schlacht um Hogwarths im letzten Film ist spannend in Szene gesetzt und mitunter berührend (Dobby…). Der Film endet mit Voldemort, der sich seinem Ziel nahe wähnt. Das Finale kann kommen, die Schlacht kann beginnen: 14. Juli 2011!

http://www.youtube.com/watch?v=MW-Vy4Mxxd0

2 Gedanken zu “Gibt es auch in gut: Harry Potter Filme. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (1)

  1. Ist er tatsächlich gut? Ich habe 1-3 gesehen, fand 3 aber dermaßen stark verkürzt (und dementsprechend leider schlecht), dass ich keinen weiteren Film sehen wollte. Zum jetzigen Teil 1 der Schlussoffensive habe ich bisher nur vernichtende Kritiken gelesen. Öde, langweilig, fad. Es passiert nix. Sch*** Zelten, etc. war da in den Rezensionen zu lesen. Da macht mich deine Kritik doch glatt neugierig. Vielleicht schaue ich ihn mir mal an – auch ohne die Teile dazwischen. Dier Bücher waren eh besser 😉

    1. Klar, die Bücher sind um Längen besser, keine Frage. Aber gerade im Vergleich zu den anderen Filmen fand ich den ersten Teil des Finales wirklich gelungen und kann den empfehlen!

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