Eine stylische Kreisch-Hummel. Beth Ditto lässt die Wände der Düsseldorfer Philipshalle erbeben

Uhuhuhuu Uhhuhuhuuuu…Den Einstiegsheuler von „Heavy Cross“ haben sie alle drauf: Die Indie-Prinzessin, die Muddi mit der besten Freundin, die coolen Emo-Kids, die Normalos, die Jungen, die Mittleren, die Alten. Selten habe ich bei einem Konzert ein so gemischtes Publikum gesehen, wie bei diesem von „The Gossip“. Was ein Charterfolg so alles mit sich bringt. Nee, kein Gemecker. Es ist gute Mucke, die darf/ kann/ soll jeder hören!

Auf zur Philipshalle nach Düsseldorf

Gossip-Pilger auf dem Weg in die Philippshalle Düsseldorf

Zuletzt habe ich Nick Cave in der Philipshalle gesehen. Noch mit Blixa Bargeld. Das ist also schon ein Weilchen her. Ich hatte in Erinnerung, das die Akustik hundsmiserabel war, so dass man den Meister aus Australien auf den hinteren Sitzreihen, wo ich platziert war, kaum verstehen konnte. Dementsprechend vorbelastet schlurfe ich mit einer verschleppten Erkältung durch die Eiseskälte nach Düsseldorf. Kalt, kalt. Schnell rein. Uah, auf den Werbetafeln steht eine Ankündigung für Michael Bolton. Brech. Weiter rein, Jacke abgeben ist nicht. Das dauert dann danach immer so ewig. Also den dicken Mantel mit hinein nehmen. In einer knappen Stunde geht’s los und die kleine Halle ist schon ganz gut gefüllt, es ist aber noch reichlich Luft da. Es soll nach Angaben des Veranstalters ausverkauft sein. Es wurde noch gut voll, aber trotz notorischer „Ich komme immer erst nach der Vorband in die Halle und quetsche mich dreist nach ganz vorne leckt mich am Arsch ihr anderen“-Typen hat man noch vernünftig Platz.

Hercules and Love Affair

Mal wieder top nicht informiert, hatte ich keine Ahnung von der Vorgruppe und wusste bis zum Knallersong „Blind“ nicht, wer da gerade auf der Bühne umherspackt. Beat Boy, Beat Boy, hit that perfect Beat boy. Ein unfassbar tuckiger Typ spackte über die Bühne, der mich so wahnsinnig an diesen Eurovison Song Contest Typen erinnerte. An den hier:

http://www.youtube.com/watch?v=wNr7Tln6B7g&feature=related

Die Mucke der Band gefiel mir gar nicht so schlecht und ein großes AHA folgte dann mit „Blind„. Einfach ein geiler Song. Da wusste ich dann auch, mit wem ich es da zu tun hatte. Das Publikum wurde angestachelt, sich mit Berlin zu messen, in puncto Feierlaune: „Ihr musst nok ein bischen besser sein, dann  makt ihr besser Party als Berliiiiin.“ Das Publikum: so semi-begeistert. Als die extrovertierten Gesellen dann abdampften warteten wir noch über eine halbe Stunde auf Madame Ditto.

Hammerstimme im Hummeldress

Dann um kurz vor halb neun kam sie. Und wenn sie kommt, kommt sie richtig Oh yeah, baby. In ein Kleid mit Querstreifen (Da hör ich meine Mutter schreien: „Kind, das trägt doch so auf, das macht dick!“) wackelt sie über die Bühne und muss nur einmal kichern  und hat das Publikum auf ihrer Seite.

Beth Ditto auf dem Catwalk
Beth Ditto auf dem Catwalk

Nach jedem Lied bedankt sie sich artig und mehrfach. „Danke scheen, vielen vielen Dank!“ Und geschleimt wird natürlich auch: „This Arena is 7000 times the size of my hometown and 70000 times the size of my mothers hometown, so thank you all. This is amazing for us.“ Dann setzt sie mit „Standing in the way of control“ gemischt mit Nirvanas „Smells like Teen Spirit“ den ersten Höhepunkt des Abends. Danach muss erstmal Christian auf die Bühne. Frau Ditto hat Durst. „What this is? Jameson!“ gibt sie einer Frage aus dem Publikum nach. Wenn das stimmt: Respekt. Das war nämlich ein Riesenhumpen! Was auch immer im Glas war – davon muss man anscheinend wunderprächtig rülpsen. Ich könnte schwören, sie hat nach dem Rülpsen einmal „Schulz“ gesagt. Höhö. „I am human“, kichert sie und schwafelt dann vom Stuhlverhalten ihrer Bandmitglieder. Nun denn. Mir hat Tina Turners „What’s love gotta do with it“ in der Gossip’schen Version sehr gut gefallen. Dem singfreudigen Publikum anscheinend auch. On „Dimestore Diamond“, „Lovelong Distance“, „Men in love“ oder „Your mangeled heart“ – alle Songs machen einfach Laune und die Power der Frontfrau ist der Knaller.  Nach der Show, vor der Zugabe, warten wir alle auf die Rückkehr der stimmgewaltigen Missy. Die zieht sich gerade um. Im Saal ertönt das Uhuuhuuuu aus „Heavy Cross“. Die Leute wollen das hören. Und natürlich kriegen sie es. Aber so richtig um die Ohren geschleudert. Die kann aber auch brüllen, mein lieber Schwan. Geil. Zum Ende wird es richtig rührselig. Geh nicht Beth! Doch alles muss ein Ende haben und mit dem Schmalzklassiker „I will always love you“ verabschieden sich Ditto und Co, nicht ohne uns „Frohe Weihnachten“ gewünscht zu haben. Alle rumgekriegt in Düsseldorf. Begeistert!

http://www.youtube.com/watch?v=98tldgOXYbg

Schaut auch mal beim Coolibri-Blog vorbei, auch eine schöne Besprechung des Konzerts.

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