Auf ein WE in Hamburg

Hamburg meine Perle…

Mensch, Hambug ist einfach eine so schöne Stadt. Immer wieder schön dort zu sein. Diesmal gibt es ein ziemliches Touri-Programm. 1,5 Tage sind kurz. Wir fahren mit dem ICE nach Hamburg-Harburg. Springen von dort direkt in eine S-Bahn. Wenig später steigen wir an der Station Königstraße aus dem Zug und in die kalte Luft Hamburg Altonas und laufen Richtung Seemannsheim. Meine Fresse, ist das kalt. Und windig. Wir kommen am Gorch-Fock-Haus vorbei. Ein hässliches Riesenhochhausbunker-Teil. Möcht ich nicht drin wohnen. Aber der Ausblick muss super sein. Dann werden wir vor Freude fast bekloppt. Wir laufen am Schellfischposten vorbei. Fotoapparat raus und knips, knips.

Wir lieben die Sendung einfach. Um die Ecke der Pinte ist dann auch das Seemannsheim, wo wir unterkommen werden. Direkt an der Elbe. Geil. Das Zimmer ist klein, aber muckelig und sauber. Alles 1 a! Wir legen unsere Sachen ab, blicken sehnsüchtig-erfreut über die Elbe und hören das Tuten der Schiffshörner. Wie wunderbar. Tut einem ja jede Stadt ohne Hafen einfach nur wahnsinnig leid.

Bus? Nö! Bahn? No! Fähre? Jaaaa!

Wir wollen sofort wieder los. K. kennt Hamburg noch nicht. Wohin nur als erstes? Hm, wir wollen statt Bus & Bahn die Fähre nehmen, um bei den Landungsbrücken unsere Tour zu beginnen. Wir laufen natürlich prompt in die falsche Richtung. Wir sind bei den Markthallen, wo es sehr „atmosphär(f)isch“ riecht. Also umgedreht und zur anderen Markthalle am Fischmarkt, zum Anleger runter und während des Wartens halb erfrieren. Nochmal: Meine Fresse, ist das kalt! Aber auf der Elbe am Anleger zu stehen ist einfach schön. Wir schippern ein paar Minuten und steigen an den Landungsbrücken aus und schauen auf die neue Elbphilharmonie, von der sogar wir Ruhrpötter und Rheinländer schon so einiges gehört haben. Hmm, so „schön“ finde ich sie jetzt nicht. Überall Baustellen da, sowieso. Wir preschen vorbei an den ganzen portugiesischen Fresstempeln und stromern uns Richtung Innenstadt. Der Hunger setzt uns langsam zu. Zwar haben wir ganz fabelhaft kegeldamenprollig im ICE ein kleines Sektfrühstück genossen und als erstes im Hotelzimmer die übrige gebliebenen geschmierten Brote reingepfiffen, dennoch ist da noch ein Hüngerchen. Liegt am energieverlust bei der Kält. Ganz klar. Wir laufen an einem Café vorbei, mit einer ganz köstlich aussehenden Auslage. nachdem wir unsere Nasen an der Scheibe platt gedrückt haben, gehen wir hinein und bestellen was warmes zu trinken. Innendrin hat der Laden den Charme einer alten Metzgerei, mit den ganzen Kacheln an der Wand. Aber irgendwie schafft er es auch wirklich gemütlich zu sein. Es ist ziemlich voll, dennoch werden wir schnell bedient. Mit einigem Neid schauen wir auf die leckeren Gebäcke an den Nachbartischen, die sehen so gut aus. Aber wir wollen lieber später richtig essen. An der Wand hängt hinter Glas ein Trikot mit dem Schriftzug „Lederhosenkillertrikot“. Das finde ich gut.

Nachdem wir etwas aufgewärmt sind, schmeißen wir uns wieder in die Kälte. Um die Ecke des Cafès ist dann schon der Michel.

Von außen ja doch eher nicht soooo spektakulär, aber von innen eine wahre Pracht. In weiß. So hell. Wirklich schön. Ich sollte darin heiraten. Drei Jahre wartet man angeblich auf einn Termin. Muss ich dann eben einen Promi heiraten. Geht schneller.

Innenstadt, St. Georg, St. Pauli und Schanzenviertel

Wir laufen Richtung Rathaus, Jungfernstieg und Mönckebergstraße. Was für schöne Straße und Plätzen. K. ist sofort begeistert. Das Chilehaus wird auch bestaunt. Wundervolle expressionistische Bauten im ganzen Karree. So schön.

Wir stromern durch St. Pauli  und wundern uns über Familienausflügler, die mit ihren kleinen Kindern die Auslage der Schweinkramläden beglotzen. Wir laufen auch durch St. Georg und fühlen uns ein wenig an Marxloh erinnert. Wir mögen es. K. ist aber vor allem nachhaltig vom Schanzenviertel begeistert und zieht mich von einem süßen Shop in den nächsten. Hier mal Klamotten, da mal Möbel, da mal Plörrkram gucken. Vor allem der Laden, der eine Mischung aus Schuh- und Weingeschäft darstellt, hat unser Herz gestohlen. Aber auch der Möbelladen, der meine gesamte zukünftige Inneneinrichtung beherbergt ist super.Im Schanzenviertel essen wir dann auch endlich mal was richtiges. In einem Bio-Restaurant, dem Schanzenstern. K. natürlich Fisch und ich Gemüsepasta. Mmmmmh, lecker (Obwohl K. einen GANZEN Fisch auf dem Teller hatte, mit Kopp und Augen und der mich solange anstarrte, bis K. freundlicherweise eine Serviette drüber legte…).

Hasenschaukeln und Zwiebelmettbrötchen

Am Abend wollen wir auf Bekannte von K. treffen. Einer hiervon feiert seinen 30. Geburtstag. Er kommt zuvor in den Gemeinschafts-/Partyraum im Seemannsheim, von dort wollen wir dann mit seiner kleinen Truppe weiter ziehen. Er bringt einen ganzen Beutel Futter mit, den er unten im Gemeinschaftsraum auspackt. Übrigens, dort kann man gratis kicker, Billard oder Tischtennis spielen. Außerdem gibt es eine Glotze und einen DVD-Player. Ich finde des sehr gemütlich. Jedenfalls, während wir warten packt das Geburtstagskind to be, seine Tasche aus und fördert Käse, Zwiebelmett und Fisch zu Tage. Dann holt er sein Keramikmesser hervor und fängt an, die Brötchen aufzuschneiden und dann mit dem Riesenmesser mit Butter vollzumatschen. Der Barkeeper kommt und bringt dem Jungen mal ein vernüftiges Messer, er kann das so gar nicht mit ansehen. Nett. Essen mitbringen ist übrigens kein Problem, man soll es dann nur mit den anderen teilen, so die Devise.

Nachdem Stulle über Stulle geschmiert ist, kommen die anderen Gäste. Es sitzen ein paar Originale in der kleinen angrenzenden Kellerkneipe. Eine Frau mit ordentlich…nennen wir es Mal „Lebenserfahrung“ in Stimme und Gesicht. Ihr Männe steht ihr in Nichts nach. Ein großgewachsener Mann voller Tätowierungen gesellt sich zu ihnen. Und auch Jürgen. Jürgen hat schon ein bisschen getankt, als er zu uns kommt und uns seine Lebensgeschichte aufzwingt. Über 30 Jahre ist er zur See gefahren. Indien meistens. Wenn wir länger bleiben macht er uns mal ein richtiges indisches Curry. Aber so richtig richtig, das würden wir nie mehr vergessen. Eigentlich kommt er aus dem Osten, aber da will ernicht mehr hin. Jetzt bleibt er in Hamburg. Dann haut er einen Guttenbergscherz nach dem nächsten raus. Leider habe ich die nicht gespeichert, die waren aber auch hundeschlecht und ich musste immer auf das halbzerkaute Zwiebelmettbrötchen starren, dass sich nicht entscheiden konnte, ob es Jürgens Mundhöhle runter rutschen oder uns ins Gesicht fliegen soll. Es entscheidet sich für beide Lösungsansätze. Um 22:30 Uhr müssen wir raus, dann wird unten geschlossen. Wir traben um die Ecke und gehen in den Schellfischposten. Für das kleine Lädchen ist unsere kleine Gruppe (9 Leute) zu groß. Die berühmten Tische 1 & 2 sind voll und wir quetschen uns an den letzten verbleibenden Tisch. Zwei müssen auf den Deko-Tonnen sitzen. Mitten im Eingangsbereich. Dann gibt es eine Runde Astra für alle. Igitt, sach ich, igitt! Hamburg – super. Aber das Bier ist die totale Pest. Das schönste Marketing kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Plörre einfach kacke schmeckt! Ich fand’s dort dennoch ganz gemütlich, aber den anderen gefiel die Mucke nicht (unfassbar, denn es lief Dean Martin, hallo? Held?!). So stehen wir um 0:00 an der Elbe, frieren erbärmlich und bewerfen den Neudreißiger mit Geschenken. Ziel des Abends ist eigentlich die Bar „Hasenschaukel“ auf St. Pauli. Bis wir dahinkommen vergeht aber einige Zeit, denn wir beiden Hamburgbesucher bekommen auf dem Weg jede Menge mehr oder minder interessante Hamburg-Infos um die Ohren gehauen. Dann müssen wir unbedingt noch in die 21. Etage des Empire Hotels. Der Name allein ist schon ätzend. Sehr stylische Butze. Nicht alle dürfen mit dem Aufzug nach oben mit fahren, denn die Lounge oben hat einen Dresscode, also müssen T-Shirt und Kapuzenpulli unten bleiben. Die armen. Ich fahre rauf und quetsche mich durch schier endlose Massen durch die Yuppietränke, nur um mich zwischen Leute, deren Cocktails und Unterhaltungen zu zwängen und ein Foto von diesem wirklich hammergeilen Ausblick zu machen.

Nachdem wir alle wieder unten versammelt sind, gehen wir weiter zur Hasenschaukel. Geiler Name. Muss man sagen. Wie auch Sorgenbrecher ein toller Name ist, da soll es eventuell später noch hingehen. Die Hasenschaukel sieht auch wirklich ganz nett aus, aber die Mucke ist unterirdisch. Ich hasse so ein elendes Funkgeseiher. Das drückt echt auf meine Stimmung. Da schon um 5h aufgestanden, um überhaupt in die Hansestadt zu kommen sind wir recht bald müde und suchen uns ein Taxi zurück ins Heim. Wir müssen zur großen Elbstraße under fährt uns erstmal gemütlich über die Elbchausee, das mir erst auffällt, als die Häuser immer schicker und pompöser werden. Nee, da sind wir falsch. Immerhin stellt der Fahrer das Taxameter aus, bis wir am Ziel sind. Wäre ja noch schöner. Ab in die Heia, minne Füß tun weh…

Sonntag mit Sonne und eine Busfahrt mit Benjamin

Frühstück! Nur wo? Eigentlich wollten wir ja nochmal in den Schellfischposten, aber erstmal müssen wir über den Fischmarkt. Es ist klirrend kalt aber heute scheint die Sonne.

Wie wunderschön. Es ist ganz schön trubelig. In der Markthalle spielt eine Band. Das Publikum besteht aus Touristen, übrige gebliebenen Partyleichen und Shoppern.

Einfach geil. Die Markthalle selbst ist auch einfach sooo schön. Um halb zehn tönt es aus den Lautsprechern „Die Markttätigkeit ist hiermit augenblicklich einzustellen“. Wir fragen uns, wann der Zusatz kommt: „Das deutsche Volk hat sich ergeben. Helft beim Wiederaufbau. Wer arbeitet, bekommt Brot!“ K. kauft sich geräucherten Aal. Örgs.

Auf dem Weg zum Schellfisch passieren wir ein kleines Café mit Blick auf den Markt. Finden wir gut, gehen wir rein. Frühstück war allerdings sehr lieblos. Nichtmal Nutella gab es da. Ich wollte dann ein Rührei. Ärgerlich, ich bekam welches mit Speck. War das für mich auch gestorben. Beim Rausgehen drückt mir jemand einen 50,99 Euro Schein in die Hand. Hahahahahaahha. Gut, dass da drauf steht „Kein offizielles Zahlungsmittel“. Sonst… Wir sind nicht richtig gesättigt und gehen nochmal in den Schellfisch und laufen prompt vor eine Wand aus Schnapsdunst und Bierschwaden. Bäääääääääh, das am frühen Morgen. Rückwärts wieder raus da.Wir haben nur einen halben Tag und entscheiden uns dafür, einie richtige Touri-Tour zu machen. Wir hüpfen in einen Sightseeing-Bus der Blauen Linie und machen eine 100minütige Stadtrundfahrt mit. Das war pure Comedy. Am Steuer Torben und am Mikrofon Benjamin, der einfach der Sohn von Heinz Strunk sein muss. Der klang mal original gleich. Dasselbe Genuschel und der leichte „s“-Fehler. Dieser merkwürdig schräge Humor. Eine echter Heinzer. Wir haben sehr gelacht. Er selber auch. Bei so vielen schlechten Scherzen kein Wunder. War wirklich lustig.

Ich mag diese Stadt. Ich komme immer wieder.

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