Reisebericht Südkorea. Teil 3. Märkte, Essen, Theater

Myeong Dong Fashion Market

Oha, das Eldorado für Frauen, wie es im Lonely Planet so schön heißt. Und hier sind wirklich sehr viele Fashionistas unterwegs.

Myeong Dong

Wahrscheinlich auf der Jagd nach der x-ten Luis Vuitton-Fake-Tasche. Die wird mir hundertfach von ihren Besitzerinnen entgegengeschaukelt. Ein echter Renner in Seoul. Auf dem Markt gibt es die natürlich zigfach zu kaufen, aber auch addidas (jaaaa, mit doppel“d“)-Artikel gehen weg wie Blöde. Myeong Dong ist eine sehr beliebte Einkaufsgegend, hier gibt es auch einige Shoppingzentren. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, hier waren wir auch im Muji-Store. In den habe ich mich gleich verliebt. Muji for Ruhrgebiet! Hier gibt es sooo nette Möbel und Accessoires, dass ich mich hätte arm kaufen können.

Chinese Herbal Medicine Market – Ein halbes Pfund Hund zum mitnehmen, bitte

Meine Fresse, was für ein Riesenmarkt. Da steigt man aus der U-Bahn und ist schon mittendrin. Ich laufe vorbei an den Ständen, die die merkwürdigsten Waren zu verkaufen haben. Keine Ahnung was das ist. Hier sitzen sehr viele ältliche Damen auf ihren dicken Decken auf dem Boden, vor sich kleine Tischchen und Verschläge auf denen bunte Dinge liegen, die man wohl essen kann.

Chinese Herbal Medicine Market
Chinese Herbal Medicine Market

Hier riecht es ziemlich gut stelle ich fest. Kräutermarkt. Hmmm, ich atme tief ein und aus. Durch die Nase. Nicht schlecht. Ich laufe einige Straßenzüge lang, biege mal rechts,mal links ab, immer noch überall Markt. Auf einmal bin ich in einer riesigen Markthalle. Hier gibt es so allerhand noch halbwegs lebendiges Meeresgetier zu kaufen. Hier riecht es schon nicht mehr so gut, aber es geht noch. Dann biege ich einmal falsch ab und mir dreht sich fast augenblicklich der Magen um. Ich bin irgendwo hinter der Markthalle und dieser Gestank ist unbeschreiblich und mich würgt es. Wirklich, mir ist ad hoc schlecht. Ich laufe im Stechschritt durch diese verlassene stinkende Gasse, um wieder im Markttrubel zu landen. Was war das bloß? Gesehen habe ich nichts – keine Abfälle, nichts verdorbenes, nichts Totes, aber nach alldem roch es. Der Gestank ist zwar weg, aber ich stehe vor einem Stand mit Hühnern. Die schauen mich an. Die sind aber tot. Keine Federn mehr, aber sonst ist alles noch dran. Die sind so aufgestellt und befestigt worden, dass die ziemlich lebendig wirken. Ich bekomme einen Mordsschreck und bin geschockt. Ganz schrecklich. Ganz, ganz schrecklich ist das. Ein paar Schritte weiter dann wird ein frisch zerteilter Hund zum Verzehr/ Verkauf angeboten. Örgs!!! Die felligen Beine hat man dran gelassen. Warum auch immer. Jajajaja, andere Länder, andere Sitten.

Einmal halber Hund zum mitnehmen, bitte

Aber diese verkackten Fleischberge, die ich dort gesehen habe, machen mich fertig. Und diese Hühner: einen sanften Tod hatten die bestimmt nicht.  So eine Scheiße, echt. Ich habe mich sowieso gefragt, was in Seoul mit den TONNEN an Essensresten passiert. Denn an jeder Straßenecke stehen diese kleinen Zelte, in den gebrutzelt und gekocht wird und man FastFood kaufen kann. Was da wohl am Tag weggeschmissen wird? Das mag man sich gar nicht vorstellen.

Bibimbap, Kimchi, Mandu, Aloe, Angels Hair – Koreanische Küche

Ich habe mich an einige Dinge ran gewagt. Als allererstes gingen wir in ein typisches kleines koreanisches Resraurant und bestellten Pfannkuchen. Pfannkuchen? Jip. Mit Chili und Lauch drin. Wir sitzen auf dem Boden an einem niedrigen Tischchen. Als erstes wird eine Rolle Toilettenpapier bereit gestellt. Zum Hände abputzen. Also gut. Dann gibt es Reistee. Klingt nicht so wirklich lecker, schmeckt aber sehr gut. Dann kommt ein riesiger Pott mit einer milchigen Flüssigkeit. Makgeolli – ein alkoholisches Reisgetränk. Lecker!!!!! Mmmmmmmmh. Zu unseren bestellten Pfannkuchen gibt es vorab Kimchi. Ein großer Teller davon. Und da man keine Messer zum zerteilen bekommt, liegt die Schere dabei. Kimchi ist in einer Pfefferpaste eingelegter Chinakohl. Sehr scharf! Hat mich jetzt nicht wirklich umgehauen. Gibt es bei jeder Mahlzeit dazu. Die Pfannkuchen werden auch mit Schere angeboten, dann zerteilt man sie in mundgerechte Happen und isst sie mit Stäbchen. Ziemlich lecker.

Kimchi
Koreanische Pfannkuchen
Toilet-Tissue
A. gießt leckeren Makgeolli aus

Genau wie Bibimbap. In einer teuflisch heißen Schale werden verschiedene Gemüsesorten mit Reis serviert. Darüber ein Ei. Das alles verrührt man und mit dem Ei bappt das alles schön an und dann schmeckt es am besten. Eine Variante der deutschen Maultaschen sind Mandus. Nudelteigtäschchen mit Fleischfüllung. Wenn man gaaaaaaaaanz viel Glück hat, gibt es die auch mal mit Gemüsefüllung.

Bibimbap
Mandu
Mandu

Ein Novum für mich war Aloesaft. Nein, es schmeckt nicht nach Duschgel oder Sonnenmilch. Es schmeckt ziemlich erfrischend. Kann man nicht anders sagen. Das da immer noch Pflanzenflocken drin rumschwimmen fand ich zwar nicht so prickelnd, aber der Saft schmeckt wirklich ganz gut. Eine Süßigkeit der Extraklasse ist Engelshaar. Aus Honigsträngen werden kleine Snacks gemacht, die mit Erdnusspaste gefüllt werden. Das ist sehr aber nicht zu süß. Die Engelshaare schmelzen sofort im Mund. Hammer. Sehr lecker.

3243268.jpg
Herstellung von Angels Hair

Nicht rangetraut habe ich mich (nicht nur meinem Vegetarismus zu Liebe) an Seidenraupenlarven. Igitt! Die haben schon nicht lecker gerochen.

Seidenraupenlarven

Miso-Theater

Geshoppt hab ich, gegessen hab ich. Was fehlt? Etwas Kultur. Wir gehen ins Miso-Theater. Hachja. Eine Dreiecks-Liebesgeschichte: Mann liebt Frau, Frau liebt anderen Mann, Mann kämpft mit Mann, Mann 1 Will Frau für sich gewinnen, obwohl sie Mann 2 liebt. Tragisch. Am Anfang wird der Inhalt auf einer Leinwand kurz auf englisch zusammengefasst. Ständig liest man folgenden Satz: „Sie verbringen eine Nacht…“ A. dreht sich zu mir um und sagt in einem Tonfall, der keine Widerrede duldet: „It’s a porn!!“ Im Stück wird viel getanzt, gesungen, gelitten und gelacht. Das war ziemlich schön. Die tollen Kostüme! Das schöne traurige koreanische Lied! *seuftz* Eine sehr nette Show.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s