Reisebericht: Rom. Teil 1. Von der Buchung zum exzessiven Sightseeing

Buchen, Fliegen, ankommen

Rom! Das Ziel steht fest. Ja, es ist August, ja da unten ist es heiß und ja, da sind nur Touristen. Egal, wir wollen hin. Los geht’s im internet (Reisebüro? Was’n das?) und bei opodo.de finden wir einige günstige Angebote. Bei tripadvisor lesen wir uns immer wieder die Hotelbewertungen durch und klicken durch die Fotos. Wir einigen uns auf das Hotel Sant Angelo. Bei der Buchung sind wir etwas stutzig, als wir lesen, dass wir in einem Nebengbäude ins Hinterhaus einziehen sollen. Dann ist bei der Buchung auch noch unklar, ob unser Dreierzimmer nun auch drei einzelne Betten oder ein Doppel- und ein Einzelbett hat. Oder auch nur ein Doppelbett. Das wird aus der Beschreibung nicht deutlich. Wir fragen bei Opodo nach, eine nette Dame ruft im Hotel an und meldet sich bei uns zurück: Für jeden ein eigenes Bett. Gott sei’s getrommelt. Wir fliegen mit Easyjet. Vorab zitterten wir ein wenig, aufgrund des anstehenden Fluglotsenstreiks, der aber am Aband vor unserem Abflug gecancel wird.  Der Flug ist pünktlich. Beinfreiheit gibt es so gut wie nicht und wenn der Vordermann den Sitz zurückmacht (bei 100 Minuten Flugzeit muss man ja unbedingt schlafen!!!), dann Gute Nacht. Als wir dann auch noch in der Luft drei unschöne Hopser machen und diese Luftlöcher einige an Bord zu entsetzten Aufschreien bringen, bin ich vollkommen fertig. Eh mit latentem Unwohlsein im Flieger gesegnet, war das unangenehm. Der Flughafen Fiumicino (Leonardo Da Vinci) ist wirklich hässlich. Wie auch die Bahnstation Richtung Innenstadt. Wir steigen in den Zug, der 35 Minuten bis zum Hauptbahnhof Stazione Termini benötigt. Vierzehn Euro kostet der Spaß (am Gleis warnten bunte Zettel, dass eine Schwarzfahrt 100 Euro kostet). Am Bahnhof (auch nicht so wirklich schön) angekommen,  suchen wir den Bus, der uns zum Hotel fährt. Die Nummer 70 ist es. Die steht auch angeschlagen, allerdings ohne Zeit. Wir warten und warten und warten. Ein gültiges Ticket haben wir nicht, steigen dennoch ein als er endlich kommt und juckeln gemütlich durch die Stadt bis zur Piazza Cavour. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zum Hotel.  Wir laufen an einem Hotel Angelo vorbei. Verwirrung. Wir haben doch Sant Angelo gebucht? Einige Schritte weiter: Sant Angelo. Was für ein schöner Eingang. Riesig hohe Holztüren, dahinter ein schöner Steinboden mit noch schönerer Steintreppe. Ein Mini-Aufzug transportiert mein Gepäck sowie S. und K. nach oben zur Rezeption. Ich nehme die Treppe und bin früher da. In Reiseführer-Italienisch sage ich flink: „Buongiorno! Ho reservato una camera.“ Dass der nette Mann mich dann nach meinem Namen fragt verstehe ich noch, sonst nix mehr. Wir wechseln ins englische. Er tippt alles brav in seinen PC, erklärt und, dass wir ins Nebengebäude müssen, nimmt meinen Koffer (Ätschi S. und K.! 😉 )und führt uns hinüber. Wir gehen also doch ins Angelo. Ebenso schöne Tür, ebenso schöne Treppe. Im ersten Stock geht es nach rechts, in Zimmer 106. Ich bin erleichtert. Es ist sauber und geräumig. Drei einzelne Betten.

Hotelzimmer im „Angel“

Ich bin zuerst im Zimmer, ich reserviere das Bett an der Wand für mich. Die Klimaanlage läuft und wir begutachten alles, nachdem der gute Hotelmann sich verabschiedet hat. Schrank, Kofferablage, Schreibtisch, Telefon, TV und ein, ich werde verrückt, Kühlschrank, in dem wir unsere Getränke packen können. Toll. Das Bad mit Dusche und Bidet ist sauber (geringfügige Schimmelbildung in Fugen und der Duschvorhang könnte mal gewechselt werden) und nicht so klein wie befürchtet. Ein guter Start! Noch am selben Abend geht es Richtung Innenstadt. Schonmal zum Pantheon und der Piazza Navona. Herrlich. Ist das schön. Wir essen eine Kleinigkeit. Pizza. Hmmmm, lecker. Am Nachbartisch wird ein Riesenbrocken Schokolade mit Hobel bestellt. Genial. Will ich auch. Als die Gäste vom Nachbartisch weg sind und das Ganze noch nicht abgeräumt ist, nehme ich mir ein Stückchen. Gott, war die Schoki gut! Schoko-Hobel-Angebote her!

Mammut-Sightseeing – Piazza Navona, Pantheon, Trevi-Brunnen, Spanische Treppe, Kollosseum, Forum Romanum

Freitag – der Tag des Latschens.  Latsch, latsch zur Piazza Navona. Oh, bei strahlendem Sonnenschein ist es dort nochmal so schön. Wir gehen in ein Café an der Ecke. Wir haben nämlich im Hotel das Frühstück nicht mitgebucht. Das Angebot in jedem Café: Kaffee und Croissants. Kaffee = bäh (doch, es gibt Leute, die Kaffee nicht mögen. Ich bin so einer). Croissants = geht so. Im Cornetto ist dann auch noch so ein extrasüßes Marmeladenzeug oder eine Puddingcreme drin. Und als besonderes Extra gibt es auf dem Gebäck noch eine Zuckerglasur. Manchnmal auch noch Schokokrümel (Extrasüß Karies Gold 3000).  Nicht meins.  S. ist voll zufrieden und könnte so jeden Tag starten. Ich bestelle einen O-Saft und bezahle für ein mickriges Glas 4 Euro während die Kaffeeschlürfer nur knapp 2 Euro zahlen. Boah.  In diesem Eckcafé dürfen wir mit unserem Super-Frühstück übrigens nicht draußen sitzen. Frag sich einer, warum. Als wir fertig sind, stiefeln wir über die Piazza (knips, knips) zum Pantheon (knips, knips, knips). Heute sehen wir alle Postkartenmotive. Wir latschen und latschen. Es ist heiß.  Mitunter in der prallen Sonne 38 Grad. Ächz. Nach der Piazza Navona zum Pantheon. Wie schön der ist. Und diese riiiiiiiiiiesige Kuppel. Beeindruckend. Vor dem Pantheon stehen Römer, die sich mit Touristen (die in Rom zu 80% aus Amerikanern zu bestehen scheinen…) ablichten lassen. Uääh, peinlich. Innendrin sind wir sofort geflasht. Von allem. „Guck mal hier, schau mal da! Haste das gesehen??“ Raffaels Grab, der Boden, die Wände, die Kuppel. Das Pantheon ist so alt (Bauzeit bis 125 n. Christus) und noch so fabelhaft erhalten. Aaaaaah, Geschichte atmen. Schnupper, schnupper. Wir latschen weiter und auf einmal stehen wir vor der Spanischen Treppe. Aha, das ist sie also. Nett. Davor, wie sollte es anders sein: ein Brunnen. 🙂 Ein Rosenverkäufer versucht mir seine Blümskes anzudrehen. Wir setzen uns und ruhen in dem wenigen Schatten auf der rechten Seite etwas aus. Dann latschen wir weiter. Wir sehen den Trevi-Brunnen. Nur am Kollosseum und im Petersdom waren mehr Touristen. War das ein Trubel da. Münzen haben wir nicht hineingeworfen (dat hab ich eh noch nie verstanden, wat dat soll!!), aber fotografiert wie die Irren (knips, knips). Weiterlatsch. Wir kommen zum Kollosseum und sind erneut geplättet. Es ist wunderschön. Es ist beeindruckend. Alles an Rom ist beeindruckend. Ich kann die vielen Eindrücke kaum verarbeiten. Knips, knips von weitem. Knips, knips von Nahem. Knips von links, knips von rechts. Wir umrunden den imposanten Bau und entscheiden uns erst einmal einen Happen zu essen, bevor wir da hinein gehen. Gute Entscheidung. Nach dem Verzehr der leckersten Tomate-Basilikum-Bruschetta seit langem und einem mehr als willkommenen KALTEN Glas Cola (aaaaaaah, tut das gut), stellen wir uns in die Schlange zum Kollosseum. Am Ticketschalter gibt es kurz Verwirrung (Ks Studentenausweis wird nicht anerkannt) und dann geht es hinein. Alter Gammel eluxe. Ist das groß. Und wieder müssen wir überall hinschauen, die alten Steine berühren, fotografieren und versuchen aufzunehmen, was sich uns da als Wahnsinnsszenerie bietet. Wir laufen und laufen und finden anfangs den Aufstieg nicht. Von oben ist die Sicht nochmal besser. Hach, hach. Wir schauen auf das Forum Romanum. Da geht es im Anschluss noch hinein. Die Sonne knallt unerbittlich weiter. In den Ruinen stehen wir und versuchen uns vorzustellen, wie es hier früher gewesen sein muss. Wir sind schon ziemlich ermattet, besichtigen aber im Anschluss das Forum Romanum. Gammel, so weit das Auge reicht. Bei den ganzen wunderschönen Ruinen geht mir das Herz auf. Speicher das, Gehirn! Speicher das! Wir laufen immer weiter, immer weiter. Immer mehr gibt es zu sehen! S. setzt sich mit K. in den einzigen Flecken Schatten, den sie finden können. Ich gehe weiter, obwohl mir fast der Kopf platzt, so heiß ist mir. Ich will aber alles sehen. Alles. Das scheint irgendwie unmöglich. Ist das ein großes Gelände. Als wir später dann kapitulieren und zum Ausgang gehen, stolpern wir glücklicherweise über einen Trinkwasserbrunnen und füllen unsere Flaschen nach und erfrischen uns. Für diese Dinger bin ich überaus dankbar!! Wir machen danach eine Pause. Die dringend nötig ist, mein Gesicht hat die Farbe eines frisch gekochten Hummers. Mir ist schlecht. Wir sitzen und schauen auf die Kirche Santi Luca e Martina. In der Nähe sehen wir auf einer Säule Romulus und Remus, die von einer Wölfin gesäugt werden. Die Geschichte fand ich schon immer widerlich. Als wir uns einigermaßen wieder laufbereit fühlen, machen wir uns auf in Richtung San Pietro in Vincoli. Ermattet und verschwitzt wie wir sind erklimmen wir mit letzten Kräften die Treppe hinauf zur Kirche, die gerade ihre Pforten schließt als wir ankommen. Frustriert sitzen wir erstmal im Eingangsbereich auf den Bänken, bevor wir uns aufmachen. Wir gehen durch einen kleinen Tunnel ein steile und rutschige Treppe hinunter und kommen auf die piazza madonna dei monti. Was für ein Tag, was für ein Programm! tbc…

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