Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte

Der Wahnsinn hat uns. Wir schauen uns Fraktus an, die (KACKWORT) Mockumentary über die fiktive Band, die den Techno über uns brachte. Oh, Studio Braun wie ich euch für euren grandiosen Scheiß immer liebe!! Strunk! Schamoni! Palminger! Helden, verdammt, Helden!

Der Kartenabreißer im Kino schaut auf unsere Tickets und sagt „Fraktus! Gute Wahl. Aber nächstes Mal bitte im Frack.“ Autsch, das tat weh. Er entschuldigt sich aber sofort für seinen miesen Gag. Im Kino geht es aber weiter:

S: Ich hab auch zwei!

Ich: Hau raus.

S: Mein kleiner grüner Fraktus…

Ich: Oje. OK, gut. Weiter.

S: Karius und Fraktus

Ich: …

Ein Wahnsinn. Im Vorfeld habe ich schon über den Trailer abgegeiert. Wer da alles seinen aufgeblasenen Senf zu den Heroen aus den 80ern abgegben hat: Blixa Bargeld, HP Baxxter, Jan Delay, Stefan Remmler und und und:

Dazu dieser unglaubliche Style der Drei in dem furchtbaren Jahrzehnt der modischen Entgleisungen. Sooooo gut.  Die jungen Darsteller sind auch so geil.. Kurzum: wir haben Tränen gelacht. Da wurde aber auch genau hingeschaut, mein lieber Scholli. All die ganzen Details. Wie unglaublich scheiße, aber eben echt sehen denn die jüngeren Versionen von Bage (Strunk),  Schubert (Schamoni) und Wand (Palminger) aus? Mit ihren affigen Bewegungen und Gehabe. Ganz, ganz toll. Herrlich. Und das Gefrickel an den Instrumenten und Maschinen. Ein bisschen Depeche Mode, ein bisschen Kraftwerk, ein bisschen New Order – fertig ist die Laube. Grandios. Und welch einen Spaß die hatten hier aufzuspielen. Strunk als geldgeiler Motzkopp (mit Arschgeweih!), der jetzt mit Willi Herren Ibiza-Fuck-Euro-Dance-Musik produziert. Den Song „Geilianer“ muss ich haben! 🙂 Schamoni als depperter, ungepflegter Poser-Assi, der seine verschwurbelten philosophischen Plattheiten in die Welt posaunt („Der Bage ist nur äußerlich hart. Innen ist er eine zärtliche Eierqualle.“). Und Palminger als verschrobener Styler und Klangtüftler, der mit seinen Eltern Fraktus II gegründet hat und im heimischen Partykeller abstruse Klanggebilde zaubert und zudem hypochondrisch veranlagt ist (Er leidet an Spreizniere und Kongozunge). Großes Tennis.

Devid Striesow (S. nennt ihn gerne das „Pfannkuchengesicht“), der gefühlt ja in jedem deutschen Film mitspielt (doch doch, ich mag ihn dennoch), führt als Initiator der Reunion durch die „Dokumentation“ und setzt mit seinem Döner-Amoklauf einen Glanzpunkt.

Nee, ist das alles herrlich. Und wie sich der unsägliche Alex Christensen hier selber verarscht – hätte ich ihm ja gar nicht zugetraut. Wie er mit seinem hypermodernen Mega-High-Tech-Studio angibt. Toll. Und wie der kreative Prozess mit der Band dann aussieht ist auch genial: „Holt euch doch draußen einen Kaffee und ’n Schnittchen, ich arbeite am besten allein und brauch‘ Ruhe!“ Hahahaha.

Dass die Studio Braun Typen dann auch noch 2007 echt auf dem Melt!-Festival aufgetreten sind: Hut ab. Die sind auch vor nix fies. Erstmal schön ’ne fette Klatsche abholen. Super!

Herrlich alles. Das Artwork, die fiesen Videos (jetzt auch mit voll fett krassgeilem Choreograph…), die bekloppten Poster. Alles geil. Und der schmierigie Plattenboss. Nee, die Muckerwelt ist so verlogen. Künstler und Business – das geht doch auch einfach nicht zusammen.

Das Ende des holprigen Comebacks der gestörten Combo ist dann schon versöhnlich, wenn sie in einem Parkhaus ein gefeiertes Konzert geben und die Leute ausrasten.

Obwohl.

Fraaaaaaaaaaaktuuuuuuuuuuuuuuuuus!

Ich raste mit aus.

Affe sucht Liebe (oder auch ASL), Jag den Fuchs oder All die armen Menschen (mein Lieblingshit!) – alles geiler Mist.

http://www.fraktus.de/

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