Fangirling: Ein Besuch beim Aschenbrödel (plus Dresden und Meißen)

Es vergeht ja seit Dekaden kein Jahr, indem nicht mindestens zwei Mal der Klassiker „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ von mir geschaut wird. Diese eine Liebe wird nie zu ende gehen (Verzeiht’s mir werte Ärzte). Und dieses Jahr ging’s ein bisschen näher ran als nur vor die Mattscheibe.  Wir sind gen Osten gedüst für ein Wochenende und haben uns die Ausstellung zum Film in der Moritzburg angeschaut. Untergekommen sind wir im gleichnamigen Ort (Wo es sonst echt nüscht gibt) in der Pension Marlies. Klingt schon herrlich trutschig. War es auch, inklusive Plastikblumen  und fiesem Ölschinken an der Wand. Fanden wir aber super. Und die Frau Marlies selbst war sehr nett und hat auch schön gesächselt. Will man ja alles so haben als Tourist, nä? Als wir am ersten Abend durch den kleinen Ort fahren, springt uns die schöne Moritzburg auch nach wenigen Minuten vor die Frontscheibe. Kreischalarm. „Aaaaah, da war der königliche Ball!“ „Da trägt sie das tolle Kleid!“ „Da steht sie an der Treppe und fragt sich ‚Mach ich’s, mach ich’s nicht?‘ “ Schnell aus dem Auto gehopst und ein paar Nachtaufnahmen eingefangen:

Moritzburg in der Nicht

Dann fahren wir zur Churfürstlichen Waldschänke, um einen Happen zu essen. In dem altehrwürdigen Bau haben schon ganz „Große“ (kann man jetzt werten, wie man will) gespeist: Fidel Castro, Erich Honecker oder auch Franz-Josef Strauß. Hier esse ich das erste Mal Maroni. Hmmmm. Lecker. Viel Hirschgeweih im Interieur, schöner Kachelofen. So, wie man sich das unter dem Namen auch so vorstellt. Wir haben im Churfürstenzimmer diniert. Gefiel mir gut.

Waldschänke

Am nächsten Morgen, nach einem echt guten Frühstück (4 Euro für’s Frühstücksbüffet, da kann man NICHT meckern!), ging’s dann los zur Moritzburg. Zum Aschenbrödel. Es hat auch nochmal schön geschneit, so dass es aussieht wie im Film (obwohl das ja damals Kunstschnee war…). Es ist kurz vor 10 Uhr, als wir ankommen und wir müssen noch ein paar Minuten warten. Kein Problem: Fotoapparat raus und knips, knips, knips. In der Burg musste man dann eine Fotogenehmigung kaufen für einen Euro, dann konnte man dort weiter ablichten. Naja.

IMG_3498

IMG_3504

IMG_3523

IMG_3508

IMG_3511

IMG_3526

Als erstes werden einem nochmal die anderen superschönen tschechischen Märchenserien in Erinnerung gerufen und hierzu ein paar Kostüme gezeigt. Ich liebe „Die Märchenbraut“. Kann ich ja rückwärts mitsprechen. Achja, Arabella, Xenia und der Zauberer Rumburak. Helden!

Märchenbraut

Rumburak

Dann geht es nach oben, vorbei am „Präzeptor“ („Eure Hooooheit, die Historienstunde!“) und im Treppenaufgang hängen Gemäde der königlichen Familie, vor denen wir ausgiebig posen. Dem Prinzen werfen wir natürlich viele, viele Handküsse zu. Dann sind wir auch schon inmitten der Aschenbrödelwelt. Wir sehen den Prinzen hoch zu Roß, das unfassbar tolle Kostüm der bösen Stiefmutter samt des Fledermaushutes (ich will den haben). Wir lauschen der tollen Musik von Karel Svoboda (lalalalalalalalalalala) und erfahren viel zu den Produktionsbedingungen und den Schauspielern. Es ist uns ein Fest. Und weil wir zu diesem Zeitpunkt schon im Mädchen-Schwärm-Modus sind, kaufen wir zum Abschluss auch noch Aschenbrödel-Nüsse- und -Haselnusstafeln. Toll!

IMG_3536

IMG_3538

IMG_3540

IMG_3542

IMG_3544

IMG_3547

IMG_3558

IMG_3568

IMG_3574

IMG_3572

Gegen Mittag sind wir mit dem Besuch der Ausstellung fertig und spazieren noch um die Burg herum, vorbei am Wildgehege und landen beim kleinsten Schloss Deutschlands, dem Fasanenschloss. Angrenzend findet sich ein kleiner Hafen mit Leuchtturm. Zur Adelsbelustigung erbaut. Die spinnen, die Königs, echt. Danach geht’s zum Aufwärmen ins „Bärenhäus’l“ direkt an der Moritzburg. Teuer und die Kartoffelsuppe darin hat auch kacke geschmeckt. Nur nach Brühwürfel. Und nach Maggi. Bläh. Anschließend geht’s nach Dresden.

IMG_3581

IMG_3586

Dresden

Außer in Berlin und mal kurz am Leipziger Bahnhof war ich noch nie im Osten unterwegs. Schon als wir in die Dresdner City einfahren, kriege ich mich kaum noch ein: überall alter Gammel. Wie geil. Wir parken irgendwo an der Frauenkirche und stapfen dann an der Elbe entlang. Nee, wie schön. Dom, Schloss, Semper Oper. Alles super. In der Oper machen wir eine Führung mit und erfahren, dass hier alles nur Verblendung ist. Der Marmor ist kein Marmor und die Reliefs und der Stuck sind auch Fake. Aussehen tut’s aber top. Anschließend geht’s vorbei an der Galerie der Alten Meister (wo das berühmte Engelbild von Raffael hängt, die sixtinische Madonna), das wir leider nicht besichtigen. Vorbei am Zwinger und am Residenzschloss und schon sind wir an der Frauenkirche. Was für ein Riesenteil. Und wirklich schön. In Dresden essen wir noch schön etwas und trinken Bier. Schwarzer Steiger heißt das, schmeckt super und erinnert an die Heimat. Morgen geht es auch schon zurück ins Ruhrgebiet aber vorher machen wir einen Zwischenstopp in Meißen.

IMG_3592

IMG_3593

IMG_3594

IMG_3601

IMG_3603

IMG_3608

IMG_3613

Meißen

Auch wieder so schön. Und so alt. Es ist Sonntag morgen und der kleine Ort ist ganz verschlafen. Wir laufen über einen schönen Kopfsteinpflaster-Marktplatz, als eine kleine hutzelige Oma mit Kopftuch an der Apotheke vorbei läuft und ich sie einfach fotografieren muss. Das ist mein absolutes Lieblingsbild des Wochenendtrips:

545206_10200311607894417_1444143601_n

Wir  erklimmen in einer Bitterkälte die Albrechtsburg (schööööööööön, das Ruhrgebiet ist super, aber ein paar Schlösser und Burgen wären echt toll) und den Meißner Dom (riesig!). Die vielen alten Häuser sind wirklich urig. Es sieht auch alles so instandgesetzt aus. Als wir zur Porzellanmanufaktur tappern, ändert sich das Bild. Alles super heruntergekommen und leer, vernagelt, im Stich gelassen. Der schöne Baubestand. Hier hat das Geld wohl nicht mehr gereicht, hier verirren sich wohl weniger Besucher hin. Da wäre ich gern ein bisschen länger herumgeschlumpft. Einen Besuch, geschweige denn eine Führung durch die Manufaktur haben wir uns nicht nur aus Zeitgründen gespart. Allein, dass eine Kaffeetasse da zig Euros kostet….Handarbeit bli, Handarbeit blü. Teuer!

IMG_3641

IMG_3644

IMG_3653

IMG_3656

IMG_3657

IMG_3662

IMG_3664

Fazit: Alles eine Reise wert. Moritzburg, Dresden, Meißen. Ich sollte mehr in den Osten fahren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s