Konzerte-Wahn. Kings of Leon und Traumzeit-Festival

Woah, vier Tage lang Konzertbeschallung. Ein Wahnsinn. Am Donnerstag geht es los mit Kings of Leon. Die Karten aus einer Laune heraus gekauft (dabei noch über den Ticketpreis von fast 70 Euro aufgeregt) und dann lange vergessen. Bis der Konzerttag dann auf einmal vor der Türe steht. Ich bin total unvorbereitet (= habe die Musik lang nicht gehört) und finde die Lanxess-Arena in Köln voll scheiße. Viel zu groß. Bäh, bäh, bäh.

Das Konzert ist dann…genial! Ich liebe es. Die langweilige Vorband The Weeks vergesse ich natürlich ganz schnell, vor allem die spirreligen Arme in den Muskelshirts der Bandmitglieder. Und ihre zotteligen langen Haare und die „Axel-Rose-Look-a-like-Haarbänder“ darin. Gruselig!

Die Setlist:
Closer
Crawl
My Party
Taper Jean Girl
The Immortals
Fans
Back Down South
Pyro
Holy Roller Novocaine
Molly’s Chambers
King of the Rodeo
Be Somebody
Milk
The Bucket
Four Kicks
It Don’t Matter
On Call
Notion
Knocked Up
Sex on Fire
Encore:
Radioactive
Use Somebody
Black Thumbnail

Dass sie ausgrechnet mit einem meiner Lieblingsstücke angefangen haben…naja. 🙂  Ein Riesenkracher ist ja auch immer „Knocked up“. Und ich liebe es, oh Gott, ja! Ebenso wie „Notion“. Ach, es war alles geil. Ich hatte einen Mordsspaß, auch wenn die Aussagen der Band so abgelutschte Phrasen waren („Das ist eines der besten Konzerte, das wir je gespielt haben“, „Wir haben eine tolle Zeit mit euch“, „Deutschland ist super“, blablabla).. Das war super, jederzeit nochmal!!

Als wir aus der Halle kommen ist das Entsetzen groß, denn, ach du liebe Güte, es regnet. Die Leute flippen völlig aus, wie die ersten Menschen bei einem Gewitter. Kreisch. Zu Hilfe, zu Hilfe.  Wir rennen durch den Regen zum Auto und finden es eigentlich eher lustig.

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Traumzeit-Festival

Meine dritte Traumzeit und definitiv die beste bis jetzt! Editors! Cat Power! Lukas Graham! Ich freu‘ mich! Am Freitag geht es erstmal los mit Max Prosa in der wunder-wunderschönen Gebläsehalle. Leider ist der gute Junge, der im Programm als „deutscher Bob Dylan“ (wie ich solche Vergleiche hasse!) angekündigt wird, gar nicht mein Fall. Nach einigen Liedern bin ich schon wieder draußen.  Macht aber nix, denn wenige Meter weiter spielt Lukas Graham und da erwarte ich viel. Und werde auch nicht enttäuscht. Das hat Laune gemacht. Der Junge im Unterhemd und dem schmopsigen Gesicht sieht aus wie ein Hallodri aus der Vorstadt und singt wie ein Engel.  Das war ganz große Klasse! Und seine Ansgaen waren auch cool. Den will ich nochmal sehen. Länger. Danach springen wir auch schon rüber in die Kraftzentrale (Festivals – immer diese Hetzerei) und dann gibt’s die Editors. Jawoll! Die wollte ich so lange schon live sehen. Dieser Bariton – rrrroaaaar. Sauber! Als wir noch am Bierstand sind geht’s schon los:
Sugar
A Ton of Love
Munich
Bones
Two Hearted Spider
An End Has a Start
Bullets
Formaldehyde
Bird of Prey
No Sound But the Wind
In This Light and on This Evening
Bricks and Mortar
Eat Raw Meat = Blood Drool
Smokers Outside the Hospital Doors
The Phone Book
Encore:
Papillon
The Racing Rats
Honesty

Hach, war das schön! Ich liebe sie. Und die neuen Sachen haben mir auch gefallen. „Formaldehyde“ habe ich seitdem im Kopf. Und Papillon ist ein solcher Kracher. Genial! Ich glaube, voller war die riesige Kraftzentrale bei keinem anderen Konzert des Festivals. Meine Begleitungen wollen danach zu Thees Ullmann, der sagt mir nicht so zu, ich bleibe an der Open Air Bühne (=umsonst & draußen) zurück. Bei eat without meat hole ich mir noch etwas zu essen. Ich freue mich, dass Veganes/ Vegetarisches zum futtern angeboten wird, auch wenn man bei eat without meat etwas kreativer in der Speisenauswahl hätte sein können. Dann erlebe ich ein bizarres aber supgergutes Konzert mit den Dirty Honkers aus Berlin. Wohooo, wer kann da stillstehen, wenn die Bekloppten erstmal loslegen? Sie machen irgendsoeine Kreuzung aus Techno/ Electro und Swing. Is‘ aber auch egal, weil geil.

Am Samstag steht für uns als erstesHonigan. Der sagt mir persönlich jetzt nichts, ist aber einTipp und wir lauschen ihm in der Kraftzentrale. Naja. „Sieht aus wie ein Pädagoge“, meint J. „Ganz nett, aber mehr auch nicht“, sagt der andere J. Stimmt beides. Nett, folkig, poppig. OK, weiter. In der Gießhalle ist nämlich Get Well Soon, den wir kurz sehen möchten, bevor wir zu Cat Power gehen (Spannung!!). Get Well Soon mag ich wirklich gerne, aber irgendwie höre ich mir ihre Songs dann doch nie an. Schon komisch. Die ganze Bühne berstet unter der last der vielen Instrumente. Ein Wahnsinn, was der Sänger und Multiinstrumentalist da so alles auffährt. Nebenan sehen und hören wir hiernach Tina Dico & Helgi Jonsson. Himmel, war das schön. Ist die aber charmant und interessant. Schöne Lieder und nette Interaktion mit dem Publikum. Der Knaller „Count to 10“ war natürlich dabei. Aber vor allem „Copenhagen“ hat es mir angetan. Und das nicht nur, weil wir da alle mitgesungen haben („right here….right heeeeeere“). Ganz, ganz toll. Eines der Highlights während des Festivals. Es gab dann auch Standing Ovations.Dann geht’s zu Cat Power. Die Gute ist an diesem Abend irgendwie schlecht drauf. Es kommt alles so gelangweilt rüber und wir fragen uns, ob sie heute schon einen über den den Durst getrunken hat? Irgendwie ist sie komisch. Und leider auch langweilig. Ich mag ihre Songs so gern, aber der Funke will einfach nicht überspringen. Traurig. Und seit wann ist sie eigentlich blond? 😉 Wir bleiben nicht ganz bis zum Schluss. Statt dessen wechseln wir hinüber zu CocoRosie. Ein Konzert der Kategorie „Ich weiß jetzt nicht, was ich da gerade gesehen habe“. Da steht eine halbnackte Dame in Unterwäsche und macht Geräusche wie „Buckelwale bei der Paarung“ (J.) während eine andere Dame in irgendeinem Kostüm steckt und lauter Lämpchen im Gesicht hat. Dazu ist da irgendwo noch ein Beatboxer und ein Asiate am Keyboard. Irgendwie macht jeder so seins, aber alle zusammen auf der Bühne. „Es ist wie ein Autounfall. Man starrt fassungslos hin“ (andere J.). Das ganze hat sich uns jetzt nicht wirklich erschlossen, aber der Beatboxer war genial! Auf der Bühne am Gasometer begeistern uns dafür Misteur Valaire und bringen uns für C2C perfekt in Tanzstimmung. Danach geht’s richtig in die Beine.Und Arme. Denn C2C bringen uns mächtig zum tanzen. JAWOLL!!! Das war der Oberhammer. Die muss ich unbedingt nochmal sehen. Die 4 DJs lassen uns im Publikum gegeneinander antreten und peitschen uns die Beats in Körper. Wer da nicht abspackt ist aus Stein!

Der letzte Festivaltag startet mit Felix Meyer. Fällt auch wieder unter die Kategorie: Gehört, gesehen. Ganz nett. Weiter. In der Gießhalle schreit noch Charles Bradley um sein Leben, scheint’s. Der war echt krass. Der hat den Blues. Der hat den Rock. Der hat den Soul. Der ist echt nicht übel. Yeah baby. Und mit 62 erst angefangen, seine Mucker-Karriere. Respekt! Wir stehen auch für Sebastian Lind in der Gebläsehalle an, aber das dauert und dauert. Die Zeit läuft uns davon und wir entscheiden uns dann doch für Alex Clare. Der bekommt von mir den Preis für das entwaffnendste Lächeln des Festivals. *schmilz* Es hat ein bisschen gedauert, aber dann hat er das Publikum doch mitgekriegt. Bei Ron Sexsmith wird’s dann nochmal etwas ruhiger. So ruhig, dass mir die Augen zufallen. Das ist gar nicht mal so negativ gemeint. Er hat eine so angenehme warme Stimme, die hat mich mit den schönen Melodien einfach eingelullt. Er war ganz flexibel und man durfte ihm Songwünsche zurufen, die er dann prompt umsetzte. Das ist doch nett. Den  Abschluss der Traumzeit bilden dann die Shout Out Louds. Wahrscheinlich bin ich einfach zu müde zu diesem Zeitpunkt, denn die gehen komplett an mir vorüber, während die jungen Hipster um mich herum gut abfeiern. Man wird alt…*schnüff*

Fazit: Konzerte sind meistens super. Die Stimmung im Landschaftspark war entspannt und angenehm. Der Samstag war der anstrengendste  Tag. Tina Dico, Editors, Lukas Graham und C2C waren die besten Acts.

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2 Gedanken zu “Konzerte-Wahn. Kings of Leon und Traumzeit-Festival

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