London Calling Amsterdam

Wenn ich auf der Suche nach neuer Musik bin, google ich manchmal die britischen independent charts. Darüber habe ich zuletzt London Grammar gefunden. Ich war schon nach den ersten Takten von „Strong“ sehr begeistert und habe mir dann das Album bei itunes besorgt. Es ist wirklich super. Dann habe ich Tourdaten gesucht und etdeckt, dass die Band beim „London Calling“ Festival in Amsterdam auftritt. Nix wie hin da. Dank b-europe gab es ICE-Tickets hin und zurück für knappe 50 Euro (inkl. Sitzplatzreservierung). Für den Preis kommt man nicht mal für ein WE nach Köln und wieder zurück! Wir haben Tickets für den Festival-Samstag gekauft (da der Festivalfreitag ohne uns auskommen muss, Element of Crime spielen in Düsseldorf!). Zum Glück treten London Grammar am Samstag auf. Puh, so ein Dusel.

Für die Nacht quartieren wir uns im Hans Brinker Hotel ein. Nach eigener Aussage „das schlechteste Hotel der Welt“.  Für ein Hostel war das aber echt in Ordnung. Ich habe schon bedeutend schlechter in Mehrbettzimmern übernachtet. Unser 6er-Zimmer ist außer uns noch von 4 Amerikanerinnen bewohnt. Die sind noch so jung und ganz süß. Sehr höflich. Die Betten sind sauber, das zimmereigene Bad…nennen wir es mal „funktional“.  Es ist natürlich ziemlich verranzt und hat gemütliche Gefängnisatmosphäre, aber für die paar Schleifen und für die eine Nacht reicht uns das allemal.

brinker hotel

brinker flur

brinker betten

Wir verstauen unsere Klamotten und gehen dann schon mal raus, bummeln durch die Stadt. Leider ist das Wetter ein bisschen mau, aber das ändert nichts daran, dass Amsterdam einfach eine sehr, sehr hübsche Stadt ist. Wir essen uberaus leckere Panekoeke (mächtig, aber mjam!) und trinken später noch ein Bier, bevor es ins „Paradiso“ geht.

pfannkuchen

bier

Dann geht’s zum Festival (für das übrigens in der Stadt erstaunlich wenig Werbung gemacht wurde. Nur einmal haben wir ein Plakat an einem Stromkasten entdeckt):

plakat

Das Paradiso ist eine ehemalige Kirche im Amsterdamer Zentrum. Es gab zwei Räume – den großen und den kleinen Saal. Der große hatte dann noch eine Empore, wo man sitzen konnte. Sehr angenehm. Der kleine Saal war schnell proppenvoll, sodass man im großen Saal, das Konzert von nebenan auf einer Leinwand verfolgen musste/ konnte.

grosser saal 2

Hier sind schon echte Giganten aufgetreten (U2, Nick Cave, David Bowie, Amy Winehouse…). Das Festival, von dem ich vorher leider noch nie gehört habe,  rühmt sich damit, dass hier Bands auftraten, die dann später ihren großen Durchbruch feierten. Wie etwa die Editors, Franz Ferdinand, The XX, Blur etc.pp. Hier hat also jemand ein gutes Gespür für englischsprachige Indiemusik. Nicht alle Bands kommen aus UK. Einige sind aus den USA oder Australien. Ich habe vorher das Line-up studiert und kannte mal original NIX (außer London Grammar natürlich). Spannend. Wir haben Fyfe, Ms Mr (die Frau hatte einen Spaß an ihrem Auftritt, das war cool), London Grammar, Outfit, Nadine Shah (gefällt mir sehr, ruhig und ausdrucksstark), Torres (melancholisch und wütend, ziemlich gut) und Rainy Milo gesehen. Da war jetzt nichts dabei, wo ich gesagt hätte „doof“ oder „Langweilig“ (OK, Rainy Milo war jetzt nicht so meins). Das waren alles nette und teilweise richtig gute Bands. Leider war ich gesundheitlich ein bissl angeschlagen und ein Highlight, nämlich Jagwar Ma, musste ich mir entgehen lassen. Doof. Was allerdings noch doofer war, war der Sound. Der war mitunter hundsmiserabel. Man konnte die Sänger/innen kaum verstehen und es gab fiese Rückkoppelungen.  Gott sei Dank war es bei London Grammar etwas besser. Die Frau hat eine Hammerstimme. Und die Version von „Wicked Game“ – uah, Gänsehaut pur!

london grammar 2

Die Location ist superschön, die Abläufe waren reibungslos und die Bands waren toll. Ich bin gespannt aufs nächste Jahr, gut möglich, dass ich wieder an Bord bin!

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