Reisebericht Kuba: Teil 3: Der Badeurlaub (Varadero, Cayo Blanco, Bacunayagua, Matanzas, Santa Marta)

Nach der Rundreise wollen wir uns eine Woche lang in die Sonne legen und nur faul sein. Das ließ sich die ersten zwei Tage in Varadero auch gut an.

Bacunayagua

Dieser kleine Ort ist ein Zwischenstopp von Havanna nach Varadero. Wir machen ein kleines Päuschen und es gibt Musik, Pina Coladas aus richtigen Ananas und natürlich kann, wer will, sich hier auch Merchandise-Kacke kaufen. Die Aussicht hier ist super und die 110 Meter hohe Brücke gibt auch ein tolles Bild in der Landschaft ab.

bacun affen

bacun aussicht

bacun pina collada

bacun bruecke

Varadero

Dann kommen wir (Gott sei Dank als erstes) in unserer Hotelanlage in Varadero an. Das Villa Tortuga Gran Caribe Hotel ist eine nette Anlage, in der wir aber nicht allzuviel Zeit verbringen wollen. Es gibt einen großen Pool (der in besserem Zustand ist als im Commodoro, wo wir aber, anders als in Havanna nie drin schwimmen, wieso auch?), eine Bühne für Animation (uäh!), ein à la Carte Restaurant und das Buffet-Restaurant. Ein paar Bars und natürlich den Strand. Unser Zimmer lag direkt bei der Poolanlage und Bühne (das hat dann abends schon mal ein Stündchen oder so genervt). Es war OK, hatte einen kleinen Balkon, den wir zum Handtuch aufhängen und Muschel abstellen genutzt haben. Die Lage unseres Zimmer war ganz gut. Nahe zur Rezeption, nahe zum Restaurant, nahe zum Strand. Man brauchte nirgendwo länger hin als zwei Minuten. Die nächsten zwei Tage verbringen wir am Strand und lassen es uns gut gehen.

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Santa Marta

Dann macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es wird stürmisch. Und es regnet. Aber richtig. Den ersten Schlecht-Wetter-Tag verbringen wir damit Varadero zu erkunden und stellen fest, dass es hier nix zu sehen gibt, außer kilometerlang dieselbe Merchandise-Scheiße am Stück. Wir laufen einen guten Teil der 20 KM ab an diesem Tag und sind abends müde. Wir gehen dennoch an den Strand und hoffen, dass das Wetter besser wird, wir wollen nämlich am nächsten Tag zur Cayo Blanco. Dafür stehen wir extra früh auf und sehen einen grauen Himmel und es nieselt. Der Ausflug wird abgesagt. Hrmpf. Wir spazieren durch Varadero und machen uns auf zum Nachbarort Santa Marta, wo sonst bestimmt kaum Touristen hinkommen/ hingehen. Wir werden nämlich beglotzt wie Aliens.

var regen

san slum

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Matanzas

Für den nachfolgenden Tag ist dasselbe Schietwetter prognostiziert und wir buchen eine Stadtbesichtigung nach Matanzas. Unweit von Varadero. Dort werden wir einen Rundgang machen und eine Tropfsteinhöhle besuchen. Unser Reiseleiter ist José und der hat eine echte Meise. Er begrüßt uns schon überschwenglich auf deutsch und wir fragen uns, welche Aufputscher der wohl so nimmt. Der Bus ist randvoll mit Kanadiern. Wir sind die einzigen Deutschen. José übersetzt immer brav auf deutsch, auch wenn wir sagen, dass sei gar nicht nötig. Er hat aber Spaß dran. Er macht unfassbar blöde Schwiegermutter-Gags und wir lachen, weil die so unlustig sind. Wir überlegen, ob wir ihm ein paar scheißige Ostfriesenwitze beibringen sollen, lassen es aber bleiben, höhö. Er hat die ganze Zeit ein Wahnsinns-Tempo drauf und ich fühle mich total gehetzt. Alle Mann, husch, husch, zur Höhle, vorher, husch, husch Wasser kaufen und husch, husch, Fotoerlaubnis kaufen. Das ist übrigens vollends unnötig, es kontrolliert niemand. Unser Höhlenguide heißt Jesus („Are you afraid? Don’t be, you’re with Jesus now.“) und er hat einen staubtrockenen Humor. Der ist cool.

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An Board haben wir eine sehr rüstige ältere Dame, die keine Ahnung hatte, dass es in eine Höhle geht, in der man über hundert Stufen runter und auch wieder hinauf laufen muss. Es kümmert sich die ganze Gruppe um sie, das ist süß und der Guide führt sie am Ende an der Hand. Aaaw. In der Höhle ist es sehr schön, auch wenn die Luftfeuchtigkeit mitunter 98 % (!!) beträgt. Tolle Gebilde und Figuren. Wir halten unsere Hände in die „Fountain of love“: wenn man das macht und sich einen Liebsten wünscht, kommt er auch bald; wenn man schon einen hat und man sich dort küsst, hält die Liebe für immer…

mat hoehle 2

mat fountain

Dann werden wir weitergscheucht zu einer kleinen Verkaufsshow, aber niemand will Zigarren kaufen. Dann heißt es „Jetzt aber schnell weiter zum Bus, ab nach Matanzas“. Ich kann so eine Art Stress nicht gut haben, da pullert mir das Blut in den Adern. Matanzas ist eine kleine Stadt. Ganz nett. Wir besuchen ein Apothekenmuseum (durch das José uns wieder wie ein Irrer scheucht, nicht uncharmant, aber hektisch) und das unfassbar berühmte (so scheint’s) Velasco-Hotel. Das ist ein sehr hübsches kleines Hotel, aber was daran jetzt so der Knaller ist, habe ich nicht verstanden. Da muss man den Velasco-Cocktail (orangig lecker) trinken und das tun wir auch.

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Mit der Stadtbesichtigung sind wir dann relativ schnell durch und auf dem Weg nach Varadero machen wir noch Halt an einem kleinen Restaurant, weil es da unsere „Überraschung“ gibt. Ein nicht-alkoholisches Freigetränk. Der Hit. Dafür haben wir dann 10 Minuten Zeit, das Gesöff in uns hinein zu kippen. Stress. Dann geht’s weiter zurück und José erzählt, dass er stolzer Großvater ist. Er kommt mit seinem Smartphone rum und zeigt uns ein Foto seines kleinen properen Enkelsohnes (Bastian Alejandro). Oi. Dann fragt er, ob es OK ist, wenn wir einen kleinen Zwischenstopp machen, dann könne er seinem Enkel noch Saft vorbei bringen. Kein Thema. Wir warten und dann kommt José mit einem kleinen verschlafenen Jungen auf dem Arm zurück und präsentiert uns stolz den Nachwuchs seines Nachwuchses. Wir sind ganz schön gerädert nach diesem Tag.

Varadero again

Wir wachen am nächsten Morgen auf und es regnet. Den dritten Tag in Folge. Das zerrt an unseren Nerven. Wir fangen an uns anzuzicken.Wir machen eine Bustour durch Varadero (der Shuttle kostet 5 CUC für einen Tag) . Wir fahren bis zum Hafen (da gibt’s nicht viel zu sehen), vorbei an zig Hotelanlagen (und da sind ein paar hässliche Betonbunker dabei, mama mia) und dann steigen wir aus, weil wir ins Shoppingcenter Las Americas wollen. Das ist eines der beiden Shoppingcenter auf der Primera Avenida und das einzige, was den Namen so annähernd verdient. Das andere, einige Straßen weiter runter ist ein Witz. Hier gibt es immerhin einen größeren Supermarkt, ein paar Modegeschäfte (Mango! Mit superteuren Preisen) und auch Restaurants. Weil es regnet, halten wir uns dort länger auf als geplant. 🙂 Dann machen wir noch einen Abstecher in die Ambrosio-Höhle (aus der wir dann aber wieder gescheucht werden, weil wir keinen Eintritt/ bzw. keine Führung gebucht haben). Sie ist voller Fledermäuse. Dann besuchen wir noch einen Havanna-Club-Laden und probieren dort Rum (joa, lecker), kaufen aber später Santiago de Cuba Rum, auf den die Einheimischen schwören. J. will auch den weißen Rum mitbringen, aber die resolute Dame im Laden ließ da nicht mit sich reden: „White? Why white? You want the brown one, trust me!“ J. kam nicht durch, sie konnte nur den braunen erstehen („Why only 1 litre???“). Danach gehen wir noch in den Park. Der ist wirklich sehr schön und ab und an kommt die Sonne raus.

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var ich

Wir schöpfen Hoffnung. Als wir uns auf den Weg zurück ins Hotel machen, schifft es wieder. Es ist Freitag und am Montag Abend fliegen wir zurück. Wir wollen Sonne. Wir gehen an den Strand. J.: „Ich will endlich mal wieder normal am Strand liegen, ohne dass einem der Wind ’ne Tonne Sand in die Fresse weht.“ Unsere Gebete werden erhört und das ist gut, denn wir haben für Samstag einen Ausflug nach Cayo Blanco gebucht.

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var storm

Cayo Blanco

Nach einer stürmischen Nacht scheint am nächsten morgen tatsächlich die Sonne und es ist warm. Wir können auf den Katamaran und auf die Insel, hurra. Wir sind die ersten, die abgeholt werden und nachdem wir in einer guten Stunde zig Hotels abgeklappert haben, können wir endlich aufs Boot. Die Drinks sind inklusive und es gibt Musik. FUN, FUN, FUN. Bevor es auf die Insel geht, kann man mit Delfinen schwimmen. Die armen sind gefangen in Becken mitten im Meer. Grausam! Dann kann, wer will, schnorcheln. Danach fahren wir durch Mangroven und es regnet leicht. Oh Nein. Nach wenigen Minuten ist  der Schauer vorbei  und wir fahren durch das türkiseste Meer, das ich je gesehen habe und erreichen den weißesten Strand, den ich je gesehen habe. Palmen, Strand, Meer. Es ist himmlisch. Das sieht aus wie in der Bounty-Werbung. So schön, man glaubt es nicht.

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cb palmen 3

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Wie sondern uns ab von der Menge (Feier-Russen und Party-Kanadier) und genießen die Ruhe, die Sonne und das Meer. Das inkludierte Mittagessen verschmähen wir, wir tanken Sonne. Endlich. Man kann ewig weit ins Meer laufen und es ist so klar – unglaublich schön! Einmal schiebe ich aber einen Kreischanfall, weil direkt neben mir eine Languste langschwimmt. Igitt!!!!! 🙂 Wir finden schöne rote Muscheln und genießen den Tag unendlich.

cb muscheln

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Zurück auf dem Katamaran wird dann wieder gefeiert und es kommt der Mega-Latino-Hit, der uns schon den ganzen Urlaub begleitet:

Lalalalalaaa! Es gibt eine kleine Snackbox, deren Inhalt die meisten an die Möwen verfüttern. Wir kommen uns vor wie bei Hitchcock, so sehr werden wir von den Vögeln belagert.

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Das war wirklich toll. Den Sonntag verbringen wir komplett am Strand, trinken Kokossaft direkt aus einer für uns frisch aufgeschlagenenen Kokosnuss (schmeckt leider gar nicht mal so gut) und schwimmen und fläzen auf den Liegen. Genial.

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Abends gehen wir in die Beatles-Bar (wieso ausgerechnet hier eine Beatles-Bar steht? Keine Ahnung), in der ein furchtbar schlechter Sänger in fiesester AC/DC-Manier rumkreischt und so Lieder von U2 zum besten gibt. Soviel zu „Beatles-Bar“…

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Den halben Montag fahren wir dasselbe Programm, bevor wir dann auschecken. PLÖT. Wir bekommen an der Rezeption ein anderes Zimmer zugeteilt, dass wir später zum duschen benutzen können, bevor der Bus zum Flughafen kommt. Leider ist dieses abgeranzte Zimmer ohne Licht, sodass wir prima im dunkeln duschen müssen. Was ein Fez. Da der Bus wieder zig Hotels abklappert und wir das letzte auf der Strecke sind, kommt er ’ne schöne Stunde später als angekündigt. Diesmal fliegen wir ab Havanna, also wieder 2,5 Stunden durch die Gegend juckeln. Dafür gibt es aber einen schönen Sonnenuntergang zu sehen. Am Flughafen ist großes Chaos. Er ist ziemlich klein und es werden immer nur abgezählte Personen zum check-in eingelassen. Dann muss man noch 25 CUC Flughafen-Steuer abdrücken. Es gibt genau einen duty-free-shop, einen Merch-Shop, einen winzigen Kiosk und eine Snackbude. Und ich dachte schon der Flughafen in Varadero ist unspannend. Über einen Bildschirm läuft irgendein schwarz-weißer Propaganda-Film. Unser Flug hat Verspätung. Als wir im Flieger sitzen meldet sich ein resignierter Pilot: „Wir waren pünktlich, die Maschine war pünktlich, aber wir mussten hier ein bisschen kämpfen und betteln, damit wir Kerosin und Flugpapiere kriegen.“ Oha. Die Condor-Crew war aber dann sehr gut drauf und es gab launige Kabinenansagen. Auch war der Rückflug schneller, als die angekündigten 11 Stunden. Besser ist das.

Kuba ist ein superschönes und auch interessantes Land. Gerne fliege ich nochmal hin. Gerne möchte ich nun den Osten bereisen. Kommt Zeit…

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(Mann, sehen die Fotos kacke aus mitunter. Ich musste sie aber runterrechnen, weil ich nicht mehr so viel Speicherplatz habe…hrmpf)

7 Gedanken zu “Reisebericht Kuba: Teil 3: Der Badeurlaub (Varadero, Cayo Blanco, Bacunayagua, Matanzas, Santa Marta)

  1. Das ist ein toller Reisebericht, ich musste viel schmunzeln. Da wir im April auch so eine Rundreise (12 Tage + 3 Tage Badeurlaub) angehen, hoffe ich, dass die Mitreisenden ganz, ganz anders sind — d.h. viel Lust auf Land und Leute haben und dies auch genießen können. Ich hab mir einige Tipps notiert und freue mich nun noch mehr auf die Reise.

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