Reisebericht Kairo Teil 3: Kirchen und Moscheen

Koptisches Kairo

George teilte mir mit etwa 20% der Bevölkerung in Ägypten seien koptische Christen und ein Viertel von ihnen lebe in Kairo. Auf seinem Handgelenk hat er ein koptisches Kreuz tätowiert. Die Tätowierung habe er im Alter von 9 oder 10 Jahren bekommen. Uah.

tattoo

Bevor wir ins koptische Viertel gehen können, müssen wir an den Wachen vorbei. Da sitzt ein junger Typ und hat ein Maschinengewehr vor den Füßen. Wie einladend.

O

Wir laufen erst ein wenig durch das Viertel, sehen das Koptische Museum und die Kirche St. Sergius von außen.

koptisches Museum

st. sergius

Hinein gehen wir in die  „Hängende Kirche“.

Hanging Church

Wie jetzt? Hängend? Schwebt die, oder was? Ja irgendwie schon, sie ist nämlich auf alten römischen Fundamenten gebaut. Von außen vermutet man die Kirche erstmal nicht. Dann steht man in einem schönen Innenhof mit christlichen Mosaiken an der Wand und stiefelt dann die Treppe hinauf zur Kirche.

hanging church

hanging church

Durch den Innenhof geht es dann in die Kirche.

hanging church

hanging church

Phoaw, darin riecht es gewaltig nach Weihrauch. Männlein und Weiblein sitzen getrennt. An einigen Stellen kann man durch den Fußboden weit unten die römischen Fundamente sehen. Krass. Ich will die Messe nicht stören, aber George führt mich dennoch ein wenig herum („Die sind das gewöhnt“). Eine lustige Vorstellung, dass diese Kirche keinen richtigen Bodengrund hat. Die hängende Kirche ist übrigens eine der ältesten Kirchen des Landes.

Church of the Holy Virgin

Diese Kirche liegt direkt am Nilufer. Ich finde sie recht unspekatulär bis auf die drei Kuppeltürme. Ein großes Ding ist die sogenannte „floating bible“, die der Nil vor die Kirche gespült hat. Aufgeschlagen. Diese kann man nun hinter Glas betrachten.

?church of the hoily virgin

floating bible

Höhlenkirche von St. Sama’an

Diese Kirche hat mich viel mehr begeistert. Nein, richtig umgehauen hat sie mich. Dazu fahren wir lang durch die sogenannte „Garbage Town“ (Himmel, soviel Müll!!!). Wir kurven uns die Steinbrüche des Mukattam hoch (leider ist an diesem Tag das Wetter nicht so dolle, es regnet immer wieder)  und auf einmal ist alles voller Reisebusse. Als ich aus dem Auto steige höre ich Gesang. Es ist anscheinend der Tag der Schulausflüge. Überall wuseln die Kurzbeiner herum. 🙂 Da wurde also eine Kirche in die Felsen gebaut. Das ist eine unglaublich beeindruckende Kulisse:

Höhlenkirche

höhlenkirche

???????????????????????????????

Irgendwie ist das ein Komplex aus mehreren Kirchen, so scheint es. Und dann sind da noch Lehr- und Gebetsräume. Ein Wahnsinn. Ich bin die Einzige vor Ort mit einem, nennen wir es mal „europäischem“ Gesicht. Das finden die Kids total lustig. Sie rufen mir immer „Hello“ und „Welcome“ entgegen und wollen mich fotografieren. Aber immer doch. *lach* Mann, dieser Post ist schon so lang, dabei sind wir noch nicht mal bei den Moscheen angelangt.

Moscheen

Doch sind wir. Jetzt. OK, ich habe vier Moscheen besichtigt. Das ist wirklich NIX. Denn einer der Beinamen Kairos lautet „Stadt der 1000 Minarette“. Ich habe also nur den Bruchteil eines Bruchteils gesehen. Aber was waren das für Glanzstücke! Meine liebste direkt vornean.

Ibn-Tulun-Moschee

Die größte Moschee der Stadt ist wunderschön. Doch bevor wir sie uns genauer anschauen geht es ins angrenzende Gayer-Anderson-Museum. Der britische Major R.G. Gayer-Anderson hat in diesem Haus gewohnt, nein Hof gehalten. Es ist ein immenser Prachtbau und ich will alle Möbel und Kunstschätze haben. Jetzt!! Sofort!!! Gayer-Anderson war ein ziemlicher Sammler orientalischer Schönheiten und muss ordentlich Geld gehabt haben. Was für ein Haus! Dass dort mal für James Bond gedreht wurde (Der Spion, der mich liebte) ist für mich dabei eher nebensächlich. Dabei bin ich ein ziemlicher Filmgeek. Kann man mal sehen, wie die Prioritäten bei einem solchen Anblick ins Wanken geraten.

gayer anderson museum

Von der Terrasse aus blickt man auf die Ibn-Tulun-Moschee. Was für ein Ausblick. Diese Moschee – ein Traum. Der Innenhof, der Brunnen, das Minarett, die Gänge, die Verzierungen, die Bögen – einfach alles ist herrlich!

???????????????????????????????

???????????????????????????????

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wir dürfen auch auf das Minarett steigen und haben einen tollen Blick über Kairo (wo man schön die Müllberge sehen kann).

ibn tulun

???????????????????????????????

Sultan Hasan Moschee & Al Rifa’i Moschee

Diese beiden Moscheen stehen direkt nebeneinander. Praktisch. Die Sultan Hasan Moschee ist dabei die viel ältere (aus dem 14 Jh. währen die Al Rifa’i Moschee im 19. Jh. erbaut wurde). Es regnet am Tag meines Besuches. Als wir auf Socken in die Moschee reinlaufen fällt mir unschön auf, dass weite Teile nicht überdacht, also die Teppiche wassergetränkt sind. Ich ziehe auch die Socken aus und schäme mich irgendwie ein bisschen. Mein Füße sind die einzigen, die rot lackierte Nägel haben. *hüstel* Als wir dort sind, ist gerade ziemlicher Gebetstrubel. Die Männer vorne, die Frauen hinten. Der Brunnen und der schöne Boden haben allerdings mehr meine Aufmerksamkeit. Ich habe soviele Namen und Biographien gehört, ich bringe das beim besten Willen nicht mehr alles zusammen. Ich muss mir wirklich ein ausführliches Kairobuch kaufen. Geht doch nicht.

???????????????????????????????

???????????????????????????????

???????????????????????????????

Muhammad Ali Mosche/ Citadel

Die Citadel thront über der Stadt. Wir sind früh morgens da und ein Mix aus Staub, Abgasen und Dunst vernebelt Kairo noch. Die Citadel im Nebel. Das hat was.

citadel nebel

Innerhalb dieser Anlage steht die Muhammad Ali Moschee. Woha, was für ein Bau.

muhammad ali moschee

Vor der Moschee steht ein „Allah“-Baum. Das gefällt mir gut.

allah baum

Innen fällt mir der riesige Kronleuchter auf. Und natürlich wieder die vielen Arabesken und Verzierungen. Ich lerne, dass es für die Betenden auf dem Teppich eigene „Häuser“ gibt, in die man sich hineinstellt, damit kein Chaos ausbricht und jeder seinen Platz findet. 🙂

teppich

Uff, soviel gesehen, soviel gehört. Diese Häuser abzuklappern war echtes Tagwerk. Aber es hat sich immens gelohnt. Super interessant und sehr ansprechend für’s Auge. Ein Traum!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s