Reisebericht Kairo Teil 5. Ausflug nach Alexandria

Ich bin nur eine Woche in Ägypten, da möchte man auch mal aus Kairo raus. Ich fahre mit George und Samuel nach Alexandria, der zweitgrößten Stadt des Landes.  Ein Tagesausflug. Örch, das würde ich so nicht noch einmal machen, man fährt eine ganz schöne Ecke (ca 3 Stunden). Anstrengend. Dazu die holperigen Straßen und der irre Verkehr. Man fährt allerdings durch ein großes Tor nach Alexandria, das hat mir gefallen (auch wenn es sich davor mächtig gestaut hat).

alexandria tor

Faszinierend fand ich, dass auf den Straßen so viel Chaos herrscht. Da stehen Leute, die auf ihre Mitfahrgelegenheit warten und machen sich einfach mal auf der Straße ein Feuer, um sich zu wärmen. Nicht ein kleines Feuerchen, nein ein Riesending. Und überall vollgetankte Autos, die vorbei fahren. Nicht schlecht. Auch stehen alle Nase lang kleine Bretterverschläge. An diesen Buden wird noch eben was zum Verzehr gekauft.

strasse stand

Unser erster Stop in der Hafenstadt am Mittelmeer ist der Amud El-Sawari Tempel. Der liegt wirklich mitten in der Stadt. Auffallend sind hier die große Pompeiussäule und die zwei gut erhaltenen Sphinxen.

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Die Ruine aus dem 3. Jh. vor Christus ist komplett begehbar. Der Tempel war Gott Serapis gewidmet, deswegen findet sich in einem Teil der unterirdischen Gänge auch eine Stier-Statue. Nachdem ich mir dort nach der langen Fahrt die Beine vertreten habe und mir die Tempelreste angeschaut habe, geht es auch schon weiter zum Amphitheater.

Beim Bau eines neuen Fußballstadions ist man auf die Reste des römischen Amphitheaters gestoßen. Auf großformatigen Fotos ist außerdem zu sehen, wie große antike Funde aus dem Mittelmeer geborgen wurden. Spannend!

Ich bin immer ganz perplex, wenn man über so geschichtsträchtigen Boden läuft. Das Theater ist aus dem 4. Jh. vor Christus. Der Zuschauerbereich ist noch ziemlich gut erhalten. George stellt mich in die Mitte vor den Sitzreihen und lässt mich etwas sagen. Irgendwas. Es ist ein Test. Dann stellt er mich auf einen bestimmten Punkt und lässt mich dasselbe nochmal sagen. Irre. Ich höre meine eigene Stimme erschallen. Mein ganzer Körper reagiert. Ein Echo. Ein Knaller. Antike „Veranstaltungstechnik“. Lustig. Meine Stimme wird über die Reihen getragen ohne dass ich mich anstrengen muss lauter zu sprechen. Krass. Dann geht es zur berühmten Bibliothek von Alexandria.

Wow, die sieht ja von außen schon cool aus. Interessante Architektur. An der Frontseite sind Schriftzeichen in 120 Sprachen in den Granit eingelassen. Die Rückseite hat die Form einer Sonnenscheibe.

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Auf dem Gelände befindet sich außerdem ein Planetarium und, wie sollte es anders sein, eine Büste von Alexander dem Großen. Ich erinnere mich, dass ich mir mal den halben Film über ihn damals im Kino angetan habe. Mit Colin Farrell und Angelina Jolie. Der war so langweilig, ich bin nach dem ersten Drittel aus dem Saal geflohen. Hier zu stehen, wo Alexander wirklich wirkte, ist 10.000 x spannender.

Planetarium Alexandria

Alexander der Große

Ich mache ein kleine Führung mit. Besonders stolz ist man anscheinend auf die Homepage. Sie wird uns ausführlicher erklärt. Noch stolzer ist man auf die Espresso Book Machine, denn diese druckt ein ganzes Buch und bindet es in unter 5 Minuten. Wenn man sich vor Augen hält, dass damals in dieser Hafenstadt viele, viele Menschen einen enormen Zeitaufwand betrieben haben, um Bücher zu kopieren, ist das schon ein krasser Gegensatz, bzw. eine unglaubliche Entwicklung. Wir schauen uns den riesigen Lesesaal an und ich bin begeistert.

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Trotz der vielen Menschen ist es durch cleveren Schallschutz sehr ruhig im Lesesaal. Eine tolle Bibliothek. Im Keller sind verschiedene Ausstellungen zu besichtigen (da stehen dann die richtig alten Schinken, ein Traum!). George hat die Besichtigung nicht mitgemacht, sondern im Eingangsbereich auf mich gewartet. Darüber ist er dann eingeschlafen. Hahaha, ich fordere ihn anscheinend ganz gut. Den Reste des Tages lassen wir dann an der Küste ausklingen. Neee, was schön. Mit Blick auf die Qaitbay-Zitadelle, eine Verteidigungsfestung, da wo früher der berühmte Leuchtturm Alexandrias stand (eines der 7 Weltwunder), genießen wir die Sonne und lecker Eis. Herrlich.

qaitbay Zitadelle

Alexandria Hafen

Ich habe sicherlich nicht das Optimum aus meinem Besuch in der Stadt herausgeholt, dennoch hat mir der Tag hier sehr gefallen. Ich fand Alexandria spannend, international, abwechslungsreich und entspannt.

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Ein Gedanke zu “Reisebericht Kairo Teil 5. Ausflug nach Alexandria

  1. Alexandria ist eine ziemlich coole Stadt. Bin schon zwei Mal da gewesen und würde sofort wieder hinfahren. Die Stimmung finde ich viel angenehmer als in Kairo. Vielleicht liegt das ja am Mittelmeer 😉

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