Reisebericht Kairo Teil 6: Garbage-Town, City of the dead und Al-Azhar Park

Als wir zur Höhlenkirche von St. Sama’an fahren, durchqueren wir die „Garbage Town“, das Müllviertel. Ein riesiges Gebiet voller, ja… Müll. Bergeweise. Überall. Vor den Häusern, auf den Dächern, in den Höfen, auf Deponien. Und das geht so weiter. Häuserblock über Häuerblock. Ein Wahnsinn. Und mittendrin: Schafe, Ziegen, Vögel. Kinder, die ihr Frühstück inmitten des Mülls verzehren. Kinder, die Müll trennen und zu was auch immer weiterverarbeiten. Es ist kein fauliger Unrat oder so, es stinkt nicht, was mich wundert. Aber es ist sooooo viel. Und mir ist in Kairo nicht einmal ein Mülleimer aufgefallen. Da wird der Dreck einfach auf die Straße geschmissen. In den Hinterhöfen sieht man öfters Mülltüten, die sich in Kabel verwickelt haben, weil die Tüten einfach achtlos aus dem Fenster in eine ungewisse Zukunft geworfen wurden. Dass die Stadt nicht total im Schmutz versinkt ist mir ein Rätsel.

muellDas ist sehr bizarr, wenn man betrachtet, dass Menschen in und mit  und von diesem Müll leben. Kann man sich kaum vorstellen. Noch schwerer vorstellbar war die Tatsache, mein Haus auf einem Friedhof zu bauen. So wie es die Bewohner der „City of the dead“ gemacht haben/ machen. Das ist auch wieder ein enorm riesiger Komplex und ich finde es irgendwie gruselig.

city of the dead

Die Menschen leben dort ziemlich dicht aneinander und teilen sich den Lebensraum mit den Grabstätten, aber ansonsten ist es ein „normaler“ Stadtteil. Das ist wirklich ungewöhnlich.

Ein ziemliches Kontrastprogramm bietet der Al-Azhar-Park. Der ist hübsch-adrett aufgeräumt. Kostet dafür aber auch Eintritt. Eine kleine Oase in der lauten, dreckigen Hauptstadt. Nicht falsch verstehen, mir gefällt Kairo, aber es ist nunmal dreckig und chaotisch. Fakt. Im Al-Azhar-Park lassen wir dann mal richtig die Seele baumeln. Das tut gut.

al-Azhar PArk

Von hier hat man eine super Aussicht auf die Citadel.

Citadel

Im Park erlebe ich einen meiner besten Momente in Kairo. Es ist die Zeit des Mittagsgebetes. Und während ich von oben auf die Stadt schaue, ertönt aus allen Ecken der Gebetsruf. Die ganze Stadt vibriert. Das bewegt mich unheimlich. Ich finde das toll, weil es so eine komplett andere Welt ist.

Als ich George sage, dass dies ein Höhepunkt meiner Kairo-Reise ist lächelt er nur, nachvollziehen kann er es nicht.

Es war eine tolle Woche in Ägypten, die immer noch nachwirkt. Ich erfreue mich an dem kleinen Tisch mit Shisha, der nun in meinem Wohnzimmer steht. Der kleine Skarabäus aus Memphis liegt in meinem Bücherregal und ich liebe es ihn anzuschauen. Ich habe viel erlebt und viel Neues gesehen:

  • So viel uuuuuuuralte Kultur. Der absolute Wahnsinn
  • Der viele Müll
  • Die Gebetsrufe aus den Moscheen
  • Ein totes Pferd auf der Strasse, inmitten des superchaotischen Verkehrs
  • Koshari ist mit das Leckerste, was ich je gesessen habe
  • Die Nussmatschsüßigkeit namens Freska (??) war auch genial
  • Die Ruhe in der Wüste
  • Die vielen Kirchen und Moscheen
  • die vielen komplett verschleierten Frauen
  • Der irre (!!!!!!!!!!!) Verkehr
  • Das fast leere Nationalmuseum
  • Die Mumien!
  • Hieroglyphen!
  • Pyramiden! Ich habe Pyramiden gesehen, angefasst und von innen gesehen!
  • strahlender Sonnenschein und eine so tief stehende Sonne, wie ich es zuvor noch nicht gesehen habe
  • Reiseleiter George schläft in der Alexandria Bibliothek ein
  • 4 Dinge, die man im Kairo-Verkehr braucht: „Nerven, Hupe, Bremse, Glück“
  • mitten auf der Strasse werden Feuer angemacht zum Wärmen
  • aufdringliche Händler auf dem Basar
  • die schönsten Dinge zum kaufen auf dem Basar
  • netter Supermarkt mit frisch gepresstem O-Saft for free 🙂
  • Die Zitadelle im Nebel
  • Die floating bible
  • Die furchtbare Teppichknüpfschule
  • Der Parfümverkaufsmarathon (Himmel, hab ich gestunken!!)
  • Die Papyrus-Fabrik
  • Die Kirche in den Bergen

Reisen ist das beste, was es gibt!

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