Blogparade: Einmal und nie wieder: 10 großartige Filme, die ich trotzdem kein zweites Mal sehen will

Ich klinke mich jetzt einfach mal in diese Blogparade ein, die ich bei der Singenden Lehrerin gefunden habe. Ich finde das Thema nämlich gut, obwohl ich echt lange überlegen muss, welche Filme ich nicht nochmal sehen möchte, obwohl sie gut sind.

 

1. Funny Games

Dieser Film ist das Gemeinste, was das Kino je hervorgebracht hat. In dieser Reflexion zum Thema Gewalt wird man selbst zum Täter und das ist ein derart fieses Gefühl, dass es mir danach richtig schlecht ging. Michael Haneke macht einfach Filme, die alles sind, außer belanglos!

2. Dancer in the dark

Ich weiß nicht, ob ich schon mal einen traurigeren Film gesehen habe, als Dancer in the dark. Ich habe die letzten Minuten nicht mehr klar gesehen, weil ich so weinen musste. Diese Abwärtsspirale der Protagonisten (wunderbar!! von Björk gespielt) und dieser ganze Fatalismus. Das ist so schwer zu ertragen. So ungerecht. So unausweichlich. Wenn ich an die Szene denke, wie der Polizist Selma anfleht sie zu erschießen, sie weint und zögert und ihr Sohn draußen Fahrrad fährt und ein Song eingespielt wird, wo es heißt: „You only did what you had to do“ könnte ich schon wieder Sturzbäche der Antteilnahme, Hilflosigkeit und Verzweiflung heulen!

3. Identität

Ein guter Film John Cusack und vielen weiteren bekannten Gesichtern (bspw. Ray Liotta, Amanda Peet, Alfred Molina). Interessante Auflösung auch. Aber ich glaube nicht, dass es hier noch sehr viel mehr zu entdecken gibt. Guter 1x-Film.

4. Caché

Unglaublich anstrengend. Wieder ein Haneke-Film. Ich mag seine Filme wirklich gern, aber die zehren auch so an mir. Dieser Film hat ein sehr gemächliches Tempo und man weiß gar nicht, worauf das Gezeigte hinauslaufen soll und dann gibt es wieder einen absoluten Schockmoment (Kehle aufschlitzen) und ich frage mich bis heute: Wer hat die Videos geschickt? Was war da los in dem Film? Er ist allerdings noch so präsent, dass ich ihn mir nicht nochmal anschauen muss, um über ihn nachzudenken…

5. Es

Das liegt vor allem an einer Szene, bei der die Freunde an einem Tisch sitzen und auf dem Tisch liegt ein Ei und irgendwie ist in einem Ei dann ein Küken und es windet sich auf dem Tisch. Das hat mich sooooooo fertig gemacht, ich konnte danach nicht schlafen. Auch die Badezimmerszene mit dem Mädchen und dem vielen Blut, war ganz entsetzlich. Ich habe eigentlich selten ein Problem mit Horrorfilmen (ich gucke sie nämlich nicht, weil ich alles was rumsplattert, schlabbert und ekelt nicht mag), aber ich finde die Es-Filme eigentlich gut, doch der Ekelfaktor verleidet’s mir. Außerdem hasse ich Clowns!

6. Coffe & Cigarettes

Ein wirklich schöner Episodenfilm von Jim Jarmusch. Da sitzen in den Episoden immer interessante Pärchen (White Stripes, Cate Blanchett und Cate Blanchet (jip), Iggy Pop und Tom Waits, Bill Murray und RZA oder auch Alfred Molina und Steve Coogan)  und haben mal, mal weniger spannende Konversationen. Das war wirklich interessant anzusehen, aber nochmal braucht man das dann nicht aufzuwärmen.

7. Only Lovers left alive

Wenn wir schon bei Jim Jarmusch sind. Dieser Vampir-Film war gut. Er war interessant. Aber er war auch seeeeeeeeeehr langsam. Ich weiß nicht, ob man das noch einmal durchhält, wenn man ihn dann schon kennt. Mit Tilda Swinton und Tom Hiddleston ist er noch supergut besetzt und außerdem bietet er einen formidablen Soundtrack. Aber noch einmal: eher nein.

8. We feed the World

So viel Unrecht und Gier und Elend, das ist harter Tobak. Eine aufwühlende Dokumentation über Lebensmittelproduktion. Genauer über die Massenproduktion von Lebensmitteln. Auf der einen Seite zu viel, auf der anderen zu wenig. Ich kann sie jedem nur empfehlen, auch wenn danach jeder Bissen im Halse stecken bleibt. Das stehe ich nicht noch einmal durch.

9. Das Geisterhaus

Guter Film, gute Schauspieler (Jeremy Irons! Meryl Streep! Glenn Close!), opulente Ausstattung. Aber: wie bei anderen Beispielen weiter oben auch. Das reizt nicht, zum wiederholen. Es ist eine komplexe Geschichte und manchmal muss man sich auch ein bisschen zwingen dranzubleiben.

10. Revolutionary Road

Eine echte emotionale Tortur. Nicht nur für die Schauspieler auf der Leinwand und für die von ihnen dargestellten Personen, sondern auch für den Zuschauer. Das Ende einer Liebe. Ich fand es sehr schmerzhaft zu sehen, wie die Träume der beiden zerplatzen und sie einfach nicht mehr zueinander finden können.Wie sie in ihren Geschlechterollen gefangen sind.

 

So sieht meine Wahl für heute aus, morgen wäre sie sicherlich schon wieder anders. Und beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass ich nie nie sagen würde. Ich würde mir einige Filme aus der List wohl doch nochmal anschauen. Argh, ich habe versagt!

Welche Blogparade kommt als Nächstes? Filme, die ich mir noch 10000 Mal ansehen kann? Beste Szenendiebe überhaupt? Filme, die gut hätten werden können, wäre da nicht…?

 

 

4 Gedanken zu “Blogparade: Einmal und nie wieder: 10 großartige Filme, die ich trotzdem kein zweites Mal sehen will

  1. Wir haben ja mit „Dancer in the Dark“ und „Revolutionary Road“ zwei Übereinstimmungen! 🙂 Ich glaub, „Funny Games“ habe ich nie gesehen, obwohl mir der Titel sehr vertraut vorkommt… Von Haneke hab ich wohl nur „Das weiße Band“ gesehen *schäm*, den ich mir aber auch mit Sicherheit kein zweites Mal ansehen werde…

    Du hast ja etwas andere Kriterien angelegt als ich, was ich sehr interessant finde. Und so kann ich durchaus nachvollziehen, dass „Identity“, z. B. beim zweiten Mal einfach nicht mehr so viel hergibt.

    Bei „Only Lovers Left Alive“ bin ich allerdings anderer Meinung, aber da kommt halt das Fangirl in mir durch. 😉

  2. Funny Games kann ich mir auch mehrfach ansehen 😉 Ein genialer Film.

    Mir fehlt die Gegenparade. Welche 10 Filme sind so sch++++, dass man sie nie wieder guckt? 😉

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