Reisebericht Portugal: Algarve

Mit dem Zug geht es in drei Stunden Richtung Algarve. Albufeira. Da haben wir uns im Reisebüro ja ein Ziel aufschwatzen lassen. Im Netz lese ich, es sei das beliebteste Ziel des Pauschalurlaubers. Ich ahne Schlimmes. Aber erst einmal freue ich mich, dass wir über die tolle Brücke ponte do 25 abril fahren, am Riesenjesus vorbei und in die knalleheiße Sonne. Es wird zunehmend sonniger während der Fahrt durch grüne Steppe (ist das ein Widerspruch in sich? Egal.).

Olhos de Água

Unser Zielort Albufeira hat einen winzigen Bahnhof. Wir nehmen uns ein Taxi  ins Hotel in Olhos de Água. Der Taxifahrer hat an diesem Tag natürlich ein Portugal-Fußball-Trikot an. Ich sage ihm, er trüge das Falsche, Deutschland spiele doch heute auch, da lachte er herzlich und fing an uns zuzulabern. Früher war er nämlich Hotellier, lange Zeit in Afrika. Und auch jetzt wolle man ihn und sein Know-How zurück, aber er habe keine Lust mehr auf den Stress. Ein fürstliches Gehalt böte man ihm an, aber er fahre in seinem Rentenalter lieber etwas Taxi und lasse es ruhig angehen. Ja, klar. Das war spaßig. Die Fahrt dauert ca. 20 Minuten und führt Richtung Meer. Ja, näher ran. Super. Wir sind in einer Apartmentanlage und um uns herum nur Hotels. Ich mag das nicht. Darauf haben wir uns nun aber einmal eingelassen, da müssen wir durch. Unser Apartment im Luna Falesia liegt zum Glück neben der Rezeption, nahe zum Restaurant und nahe zum Abstieg runter ans Meer. Aber: es ist im 4. Stock. Der Schluffi an der Rezeption, der uns nicht einmal begrüßt hat, hat uns darauf auch nicht hingewiesen und so haben wir unsere Koffer selber ganz nach oben gewuchtet. Das war unprickelnd! Das Apartment war nett. Ein großer Wohnbereich, eine kleine, funktional ausgestatte Küche (von uns bis auf den Kühlschrank ignoriert – im Urlaub will ich NICHT in der Küche stehen, no way!), großes Bad und Schlafzimmer mit großem Bett. Leider hat K. geschnarcht wie ein Weltmeister, sodass ich auf die Couch umgezogen bin. Gott sei Dank, gab es die. Im Nachhinein: K. hätte auch mal anbieten können, die Couch zu nehmen. Grummel.

Der Weg zum Strand ist recht lang. Vier Etagen runter, am Restaurant/ der Poolanlage vorbei, durch ein Tor und viiiiele, viele Treppen hinab, dann rechts den Weg lang  und dann ist man da. Runter geht das noch, aber nach dem Sonnenbad am Abend zurück – das war mühsam. Nicht von ungefähr sind auf dem Weg mehrere Bänke (schnauf, schnauf). Die Sicht vom Hotelzimmer aufs Meer ist – trotz „seitlichem Meerblick“ – Bombe. Ist das schön. Und auf dem Weg zum Strand verliebe ich mich natürlich sofort in die roten Sandsteinfelsen. W-U-N-D-E-R-S-C-H-Ö-N!

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Dieser Teil der Algarve ist übrigens DER Hotspot für britische Familienurlauber. Das war eine richtige Invasion. Deswegen gab es auch einige Pubs an der Promenade und Restaurants, die das berühmt-berüchtigte english breakfast anboten (wenn ich das will, fahre ich nach England, btw.).

Der Ort ist winzig und wenn man nicht am Strand rumliegt oder sich in den eisig kalten (20°) Atlantik wagt (was ich nur 3 Mal wagemutig über mich gebracht habe), muss man schon gucken, was man sonst noch so macht.

 

Vilamoura: Tour durch die Grotten

So ganz eigentlich hatten wir ja vor Paragliding auszuprobieren. Dafür habe ich mich vorher über die Seite www.portugal-sport-and-adventure.com infomiert und auch ein Buchungsformular ausgefüllt. Man teilte mir dann mit, wegen der Wetterverhältnisse könne man das nur kurzfristig planen, man melde sich vorher bei mir. Da kam dann nichts mehr (gut, dass das Formular nur eine Anfrage war, nicht mit einer Anzahlung verbunden). Das ärgert mich immer noch. Vor Ort gab es dann nur die Möglichkeit sich hinter einem Boot herziehen zu lassen. Darauf hatte ich keine Lust. Wir haben dann unser Budget andwerweitig eingesetzt und eine Grottentour gemacht. Das war auch nett. Ein Shuttle brachte uns nach Vilamoura, wo es außerder Marina sonst nichts gibt. Aber mehr brauchten wir ja auch nicht, wir sind dann auf’s Boot und die Küste entlang geschippert. Das war schon sehr schön. Aber nachdem wir in kleine Glasboote umgestiegen sind, war das noch schöner, durch die Grotten zu fahren. Festgestellt: Rettungsschwimmwesten tragen ganz schön auf und man kann sich nicht gut mit ihnen bewegen, wenn man Fotos machen will. An Bord erklärt uns „Jimmy“ dass die Felsen schon ewig alt sind. Sie seien Millionen Jahre alt (ich kann mir so gewaltige Zahlen und Zeitspannen einfach nicht vorstellen!) und dass sie einst unter Wasser waren. Faszinierend! Wir fahren die Buchten an und lernen, dass es den „chiki-chiki-boom-boom“-Strand gibt, wo Leute sich zum „Liebe machen“ treffen und dann aber auch eine Bucht, wo nur Menschen hinkommen, die die wahre Liebe füreinander spüren. Dieser sei dann erfahrungsgemäß etwas leerer.

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Nach der Tour ist noch Zeit und wer mag kann in die eisigen Fluten hüpfen und schwimmen. Ich bin versucht, denn es ist superheiß. Wir entscheiden uns aber dafür in den unteren Teil des Schiffes zu gehen und uns so abzukühlen. Es schaukelt ganz schön. Auf der Rückfahrt bekommen wir dann noch Snacks (Muffins und Stütchen) und Wein. Why not? Es war eine schöne Fahrt mit gut gelaunten Leuten, superschöner Landschaft und tollem Wetter. Außerdem war alles so unkompliziert und pünktlich (ich bin sooo deutsch, was solche Dinge angeht, seuftz), mir gefiel das alles gut.

 

Tagesausflug Albufeira City

War das heiß. Ich war irgendwann so fertig, dass ich mich einfach hingesetzt habe und mich ausruhen musste. Es ging gar nicht mehr. Wenig später haben wir dann auf einer Anzeige gesehen, dass es 31,5 ° im Schatten (!!) waren. Das war superanstrengend und wieder gab es kaum Schattenplätze. Das hat mir sehr zugesetzt, zumal ich auch noch ein blasser Typ bin. Albufeira ist keine große Stadt. Etwas zerklüftet ist sie. Die Altstadt, abseits des Strands ist sehr nett. Weiß getünchte Häuser wo man nur hinschaut. Die Fußgängerzone, ein paar Kirchlein, der Strand – das war’s irgendwie auch schon. Weiter auswärts soll es noch eine Stierkampfarena geben, für die überall geworben wird mit: „The bull is not killed“. Nur gequält. Toll. Nein, Danke.  Irgendwo an einem Verteilerkreis sind zwei riesige Armbanduhren-Skulturen. Warum? Keine Ahnung. Interessant ist noch der Aufzug am Strand, der sieht abgefahren aus. Ansonsten hat sich hat sich die Besichtigung des Städtchens hiermit auch schon erschöpft. Wir essen noch eine Kleinigkeit (und essen mit das leckerste Eis ever, ever) bevor wir zurück nach Olhos de Água fahren.

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Wanderung

Am Tag vor unserer Abreise leisten wir uns nochmal ein schönes Ding. Wir hatten vorab schon versucht, mal einen der schönen roten Felsen zu erklimmen – ohne Erfolg. Es gab einfach keinen Zugang. Vom Strand an der Promenade aus entdeckten wir dann aber Felsen, die eine Aussichtsplattform haben, da war also etwas möglich. Wir machten uns auf die Suche und stiefelten das Örtchen empor und die Straße entlang bis nichts mehr ging und nur ein schmaler Pfad nach links führte. Diesen gingen wir ab und dann konnte man einen kleinen Hügel hoch und musste durch die Gärten von ein paar Häusern latschen und dann war man auf einem Wanderweg. K. trug für die spontane Aktion passenderweise FlipFlops, ich Ballerinas. Zu trinken hatten wir in unseren Taschen nichts. So optimal vorbereitet stiefelten wir den Weg ab, der sich durch ungwegsames Gelände auf und ab schlängelte und eine Knaller-Aussicht nach der anderen bot. Dafür hatten wir (bzw. ich) immer wieder kiloweise Sand und Kies in den Schuhen, wurden von den Kakteen am Boden gepiekt und mussten vorsichtig runter (rutschig!) und antstrengend rauf (steinig, steil) kraxeln. Das hat Spaß gemacht! Wir liefen und liefen, die Sonne brannte und brannte. Dann war der Weg auf einmal zu Ende. Wir konnten schon den Strand bei unserem Hotel sehen. Super, dachten wir. Jetzt runter und etwas feines kaltes trinken. Ja, Pustekuchen. Der Weg war zwar zu Ende aber einen AUSweg gab es nicht. Wie kommen wir nur von dem Fels runter, dachten wir. Wir kraxelten den letzten Fels, der uns von dem Hotelstrand trennte hinauf und begegneten einem jungen Mann, der uns vorher überholt hatte und der nun ebenfalls verloren herummirrte. Wir riefen ihm zu „Hey, how to get out?“ Er zuckte mit den Schultern und meinte nur, dass dieser Fels auf der anderen Seite steil abfalle und ein Abstieg unmöglich sei. Wir kletterten mal hier rauf, mal da runter und fanden keinen Ausweg. Der Typ war dann auf einmal auch weg. Wir erkämpften dann, schon recht ermattet, den Weg zurück bis zu einer Aussichtsplattform, denn dort war eine Bank. Da lief dieser Wanderweg einfach ins Nichts. Wir fassten es nicht. Nachdem wir durchgeatmet hatten und alle Horrorszenarios beiseite schoben („Wenn wir uns hier ein Bein brechen oder abstürzen – das merkt doch keine Sau!“), entschied ich, einfach von diesem Punkt mit der Bank querfeldein nach oben zu laufen, denn dort entdeckte ich einen Zaun. Außerdem hörte ich Hunde bellen. Beides nicht so wahnsinnig einladend, aber ich wollte da raus. K. und ich schlugen uns durch unwegsames Gelände und kamen an ein Tor. Ich bastelte daran rum, bis es aufging und auf einmal waren wir auf dem Hinterhof eines Hotels. Einfach so. Wir sahen aus wie Crocodile Dundee, der sich gerade durch die Wüste geschlagen hat. Wenige Meter weiter war ein kleiner Supermarkt und wir kauften uns etwas zu trinken. Wir lachten hysterisch weil wir wirklich aussahen, wie aus einem Survivalcamp ausgebrochen. Hahahahahahaha. Am Abend belohnten wir uns mit einem leckeren 3-Gänge-Menü beim Italiener für unser bescheuertes Abenteuer! 🙂

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