Reisebericht Schottland Teil 2: By yon bonnie banks….Ausflug zum Loch Lomond, zum Stirling Castle und dann noch ein Whisky tasting

Loch Lomond

Wie falsch ich immer lag. Habe wohl nie richtig hingehört. Ich liebe das Lied „Loch Lomond“. Ich dachte immer, es sei eine Schnulze. Vor allem wegen der Textzeile „But me and my true love will never meet again On the bonnie, bonnie banks of Loch Lomond“. Nun wurde ich auf der Fahrt zu eben diesem See eines besseren belehrt. Es ist die Geschichte zweier Brüder, die sich entscheiden müssen, wer sich für den anderen opfert. Der Überlebende geht die „high road“ über die Highlands nach Hause, der andere die „low road“ (in die Unterwelt). Schniiiiiief.

Wir haben überhaupt so viel tolle Musik gehört, ich muss meine Playlist dazu einmal extra posten.

Auf dem Weg zum Loch regnet es konstant. Aber irgendwie gibt das der ganzen Geschichte auch so eine melancholische, dichte Atmosphäre, dass es mir gefällt! Unser Tourguide an diesem Tag, James (waschecht im Kilt), untermalt die Fahrerei mit allerlei Geschichten. Immer wieder hören wir von Robert the Bruce, von William Wallace und von Rob Roy McGregor. Vor allem Robert the Bruce (von dem ich vorher noch nie gehört habe), begegnet uns in Schottland überall. Dazu gibt es dann Musik. Mit sanften, wehmütigen oder wild-heiteren Tönen durch diese atemberaubend schöne Landschaft zu fahren hat mich sehr berührt. Das war ganz wundervoll. Der See liegt in den Trossachs, einem großen Nationalpark. Ist das grün, ist das urig. Ist das wunder-wunderschön. Wir machen Rast in Aberfoyle. Es ist diesig und usselig, da schmeckt die Linsensuppe mit Bier im Pub gleich dreimal so gut. Ich bin einfach nur glücklich, durch dieses Land zu fahren, die Leute zu sehen, zu hören, im Pub zu sitzen. Einfache Dinge. Am Loch Lomond legt der Regen dann noch einmal eine Schippe drauf. Wir steigen aber trotzdem aus dem „wee red bus“ und schauen uns um.

Die Nebelschwaden über dem Wasser gefallen mir super gut. In der Ferne sanft Hügel. Dazu noch die Musik im Ohr. Ich stehe am Ufer und eine bittersüße Melancholie überkommt mich. Das ist aber nicht traurig gemeint. Aber man hat so ein Gefühl des Sehnens nach etwas Unerreichbarem, nach etwas Vergangenem vielleicht auch. Nach Ruhe und Natur. Das ist wirklich erstaunlich, was in einem vor so grandioser Kulisse vorgeht. Man denkt so etwas von ÜBERHAUPT nicht an seinen aktuellen Alttagskram, das ist eine absolute Wohltat! Wir schlendern am Ufer entlang und genießen die Aussicht. Da sprinten auf einmal drei Jungs an uns vorbei, entledigen sich ihrer Kleider und springen in knappen Badebuxen in die EISkalten Fluten. Im Regen. Respekt!

Mir hat der Loch Lomond besser gefallen als Loch Ness, dazu an anderer Stelle.

Stirling Castle

Wie gesagt, es ist schöner oder zumindest interessanter als Edinburgh Castle. Hier wurde Maria Stuart gekrönt. Wahey. Und die alten Gemächer….*seuftz*. Von den Burgmauern kann man das Wallace Monument sehen, in Nebel getaucht. Schlossbesichtungen finde ich allerdings immer sehr anstrengend, da die Schlösser meistens überlaufen (auch hier waren viele Besucher da) sind und man soviele Jahrhunderte Geschichte irgendwie auch erst einmal verarbeiten (schauen, lesen, einordnen) muss. Da ist man hinterher wirklich müde.

Glengoyne Whisky Tasting

Die letzte Station unseres Ausfluges führt uns in eine Destillery. Eine der wenigen, die noch in Familienbesitz sind. Wenn ich mich richtig erinnere, sind von gut 100 Berennereien nur noch 18 Familienbetriebe übrig. Ich habe auch gelernt, dass man, wenn man Whisky trinkt, bitte Single Malt und niemals blend trinkt. Single Malt bedeutet, dass der Whisky  nur in einer Brennerei hergestellt wurde, das heißt, es wurden keine anderen Whiskys beigemischt und es bedeutet ebenfalls, das nur gemälzte Gerste verwendet wird. Das dauert länger und ist auch teurer, aber natürlich von besserer Qualität. Wir hören die Geschichte der Destillery und erfahren, dass Ken Loach hier seinen Film „Angel’s Share“ (2012) gedreht hat. Als angel’s share bezeichnet man den Whisky, der bei der Herstellung verdunstet und die Himmelsbewohner glücklich macht.

Nach der ersten Einführung wird uns dann auch ein 10 Jahre alter eingeschenkt und ich muss ganz schön kämpfen, um das spröde Getränk herunter zu kriegen. Phoaw. Nach dem Rundgang durch die Produktion gibt es am Ende noch einen 15 Jahre alten, aber diesmal schaffe ich es nicht das Glas zu leeren. Zu hart. Und: das knallt ganz schön! Ich habe sofort glühend rote Bäckchen!

Ein ganz famoser Tagesausflug mit viiiiiiiiiiiel Input, viel wunderbarer Natur und netten Menschen. Das war großartig und wären wir zu diesem Zeitpunkt nicht eh schon vollkommen hingerissen von Schottland, spätestens jetzt wäre es um uns geschehen!

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Ein Gedanke zu “Reisebericht Schottland Teil 2: By yon bonnie banks….Ausflug zum Loch Lomond, zum Stirling Castle und dann noch ein Whisky tasting

  1. Oh, das klingt toll! Will auch mal nach Schottland. Loch Lomond kenne ich bisher nur vom Whisky bzw. Scotch und würde da natürlich ein ein Tasting besuchen. Mjam,

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