Wer will Sherlocks Morgenmantel? Mal wieder ein bisschen London-Luft geschnuppert

Ich war für ein verlängertes Wochenende in London. Aus Gründen (dazu muss ich irgendwann auf jeden Fall mal einen gesonderten Blogeintrag machen, mann, mann, mann…*kryptischsei*, *nebulös*….).

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Sherlock Holmes im Museum of London

Ich habe die Zeit vor Ort aber auch für Dinge genutzt wie Museumsbesuche. Ich war  in der Sherlock Holmes Ausstellung des Museum of London. In dem unansehnlichen Bau gibt es nämlich die Schau mit dem schönen Titel „The man who never lived and will never die“. Gefällt mir.

Museum of London

Man darf leider nicht fotografieren. Määäp. Durch einen „Geheimgang“ geht es in die Ausstellung. Spaßig. Es gibt viele Film-und TV-Schnipsel zu sehen. Ich erfahre, dass Doyles Figuren eigentlich Sherrinford Holmes und Ormond Sacker heißen sollten. „That was a bit not good, Sherrinford.“ „Elementary, dear Sacker.“ Nä, besser nicht. Und dass Sherlock Holmes gerne Dampfbäder besucht. Oha. Ich sehe die erste Fassung einer Holmes-Geschichte in der kleinen aber sehr sauberen Handschrift des Autors. Die Ausstellungsstücke umfassen Memorabilia von Arthur Conan Doyle sowie Utensilien des Alltags und der Wissenschaft des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Außerdem gibt es auch Kostüme zu sehen. Unter anderem auch der wunderschöne schwarze Belstaff aus der BBC Serie. Ein Riesenteil, bei dem ich mich frage, was der wohl so wiegt. Nachdem man in die Welt des Superdetektives eingetaucht ist, gelangt man am Ende des Besuchs zu den Reichenbachfällen. In einem gesonderten Raum, vor einer großen Leinwand steht man vor den Wasserfällen, während einem Sherlocks letzte Worte vor seinem Sprung eingeflüstert werden. Leider nicht von Cumberbatchs Granaten-Bariton. Macht aber auch nichts. Das hat mir schon gut gefallen. Das Museum bietet natürlich auch Merchandise zur Ausstellung an. Jip, der Deerstalker ist dabei:

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Und ich finde diese Tapete einfach so toll:

Wer die Kleinigkeit von 279 Pfund ( ZWEIHUNDERTNEUNUNDSIEBZIG PFUND!!!!) übrig hat, der kann sich einen Morgenmantel kaufen, wie ihn der BBC-Sherlock trägt. Ein Schnäppchen!

dressing gown

Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. April 2015.

Germany – memories of a nation im British Museum

Bis zum 25. Januar noch kann man sich anschauen, was man auf der Insel so zur deutschen Geschichte denkt. Die Ausstellung im British Museum will 600 Jahre deutscher Geschichte anhand ausgewählter Objekte erklären. Oha.

british museum

Die Schau ist nicht besonders groß und es ist ein ganz schöner Ritt durch einen Teil deutscher Geschichte, wobei deutlich gemacht wird, wie viele Annexionen und Teilungen das Land schon hinter sich gebracht hat. Man sieht unter anderem eine Replikation der Gutenbergbibel, ein Märchenbuch der Gebrüder Grimm, verschiedene vergangene deutsche Währungen, Designobjekte im Bauhaus-Stil und den VW Käfer. Was mir bis dato gar nichts sagte, war das Porzellan-Nashorn, das aus Meißener Porzellan besteht und auf einer Zeichnung Albrecht Dürers beruht. Dieser hat ein Nashorn gezeichnet ohne jemals selber eines gesehen zu haben, nur nach überlieferten Angaben und Skizzierungen. Aha. Wo die jungen Besucher sprichwörtlich abgegangen sind, und das hat mich geärgert, war bei der kleinen Sektion über den 2. Weltkrieg. Da gab es ein Kartenspiel mit Soldaten und Hitlergruß und natürlich muss man das wieder fotografieren. Voll cool. Die Faszination des Grauens. Ebenso wie das KZ-Tor mit dem furchtbar spöttischen Schriftzug „Jedem das Seine“. Knips, Knips. „Kumma, hab ich im Museum gesehen, geil, ne?“ Brech. Im Souvenirladen erfahre ich dann nochmal, was typisch deutsch ist:

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Der Dackel ist ein Symbol für Deutschland? Aha. Alles für den Dackel, alles für den Club.

Kew Gardens und Regent’s Park

Um nicht meine gesamte Zeit in geschlossenen Räumen zu verbringen fahre ich endlich mal in die Kew Gardens. Da war ich nämlich noch nie. Shit, ist das teuer! Ganze 15 Pfund, damit man durchs Grüne laufen darf. Uff! Aber es ist ein wunderschönes Areal mit tollen Gewächshäusern. Und es ist riesengroß! Überall sind Eichhörnchen und Vögel. Wermutstropfen: Alle paar Sekunden dröhnen die Flugzeuge über einem hinweg.

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Ein guter Teil der alten Häuser im Park ist allerdings wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Besonders schön fand ich den Spaziergang über den Baumkronen:

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Keinen Eintritt zahlt man im Regent’s Park. Dazu gab es ein bisschen Kunst, denn dort fand die Frieze Art Fair statt (wenn man sich die Ausstellung dazu ansehen wollte, musste man allerdings 35 Pfund locker machen…habe ich mir gespart). Da fanden sich allerlei bizarre Skulpturen, wie diese beispielsweise:

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Great Britain im Royal Haymarket Theatre

royal haymarket

Achja im Theater war ich auch kurz, um meine Lachmuskeln mal wieder zu trainieren. Im Royal Haymarket  lief „Great Britain“, ein böses Stück über englische Skandalpresse und Politik. Das war sehr spaßig.

Aber es war auch böse. Wie diese Schreiberlinge Karrieren anschieben, aufbauen und zerstören. Aus den niedrigsten Beweggründen. Wie sich die Verfasser der „Skandalstories“ prostituieren. Das ist alles so krass. Und einfach so alltäglich. Gerade, wenn man durch einen englischen Supermarkt geht und diese große Anzahl an Schmierblättern sieht. Die gibt es hier zwar auch, aber nicht in solch einem Umfang.

Achja, und folgende Werbung in der tube ist einfach schön:

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Stephen Fry IST der perfekte Wegbegleiter. Ich könnte ihm für immer und immer zuhören!

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