Reisebericht Krakau Teil 1: Wawel, Altstadt, Kazimierz und Podgórze

Schöne Stadt, dieses Krakau. So alt, so bunt, so herzlich. Viel (verstörende) Geschichte an allen Ecken und Enden. Ein schöner Trip zum Abschluss des alten und zum Beginn des neuen Jahres.

Fliegen und unterkommen

Da relativ spontan gebucht, gab es leider keine Möglichkeit mehr einen Direktflug zu bekommen und das bedeutet: in Berlin umsteigen und zum Anschlussflieger hetzen. Und ich meine HETZEN! Wir fliegen nämlich in Düsseldorf eine Stunde zu spät los, weil der Air Berlin-Flieger noch enteist werden muss. Ich hasse diese Rennerei. Echt!! In Balice angekommen, steht man außerhalb des Miniflughafens vor ein paar Taxis und irgendwo soll ein Bus in die City fahren. Faulheit/ Bequemlichkeit siegt und es geht mit dem Taxi nach Krakau. Zum Ibis Hotel Centrum. Ein 2 Sterne Haus. Klingt jetzt nicht so prima, war aber absolut fantastisch (auch weil es ein Upgrade gab, weil das Haus nicht ausgelastet war). Sehr sauber, unfassbar bequeme Betten (!!!), tolles Frühstücksbuffet, starkes gratis Wifi und eine zentrale Lage – absolut empfehlenswert!

Wawel

Wawel
Wawel

Einen Katzensprung vom Hotel ragt der Wawel über der Weichsel auf und ist schon mal beeindruckend anzusehen. Und, man kann ihm einfach nicht entkommen: Am Fuße des Wawel finden sich Benedict Cumberbatchs Handabdrücke, beim Offplus Camera Filmfest produziert. Himmel, hat der riesige Pfoten!!

In dieser großen Anlage wurden die polnischen Könige gekrönt und haben dort auch residiert. Außerdem findet sich dort eine Drachenhöhle. Die des Drachen Smok (Hm, der Name, woran erinnert der mich bloß?).

Der Drache Smok
Der Drache Smok

Er spuckt sogar Feuer, hab‘ ich mich da erschrocken. Mit dem Audioguide auf den Ohren durchläuft man die imposante Kathedrale (wo das fotografieren leider verboten ist) und hört viele, viele Namen von Königinnen, Königen und Heiligen.

Ich berühre den Klöppel der Sigismundglocke, das soll einem Wünsche erfüllen. (Im Audioguide sagte der Mann immer „Berühren Sie jetzt den Schwengel“ -sorry, aber das hat bei mir für infantile Lachanfälle gesorgt!) Der Rundgang durch die Kathedrale allein dauert schon 2 Stunden. Uff. Dann geht es noch ins Kathedralenmuseum. Hiervor steht eine Johannes Paul II. Statue. Der gute Mann ist in der ganzen Stadt ständig präsent. Im Museum kann man seinen Papstsessel sowie auch sein Bischofs- und Papstgewand bestaunen. Na dann.

Papst Johannes Paul II.
Papst Johannes Paul II.

Steigt man den Wawel hinab und durchquert die schöne Kanonikergasse, kommt man in die Krakauer Altstadt.

Altstadt

Der Hauptmarkt (Rynek) ist ein sehr schöner Platz und auch ein kleiner Weihnachtsmarkt ist noch da.

Rynek Glowna
Rynek Glowny

Es gibt deftige, dicke Brotscheiben mit Schmalz und Fleisch (viiiiel Fleisch) oder Piroggen oder Suppe oder Käse in interessanten Formen.

Oscypek - Käse
Oscypek – Käse

Im Innern der wunderschönen Tuchhallen sind jede Menge kleiner Buden, die Souvenirs und Schmuck verkaufen. Anscheinend muss man Schachspiele, Holzkisten oder -döschen, Drachenfiguren, Kristallgläser und Bernsteinschmuck kaufen.

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Am Rynek steht auch die Marienkirche. Täglich ist hier ein Trompeter zu hören, der das „hejnal“ spielt. Allerdings bricht er mitten im Spiel ab. Das erinnert daran, dass ein Trompeter bei einem Mongolenangriff im 13. Jahrhundert erschossen wurde, während er die Warntöne blies.

Marienkirche
Marienkirche

Überall stehen prächtige Altbauten, an denen man sich gar nicht satt sehen kann. Und natürlich etliche Kirchen. Und die ganzen Hinterhofcafés und Kellerkneipen begeistern mich sofort. Herrlich! Natürlich verköstigen wir auch Piroggen und Krakauer Kringel (die Ur-Bagel). Lecker!

Piroggen -gibt's auch auf vegetarische Art, gefüllt mit Broccoli
Piroggen -gibt’s auch auf vegetarische Art, gefüllt mit Broccoli
Krakauer Kringel (Obwarzanek)
Krakauer Kringel

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Kazimierz und Podgórze

Das jüdische Viertel unweit der Altstadt ist mittlerweile ein Touristenmagnet.

Stara Synagoge
Stara Synagoge
Remuh Synagoge
Remuh Synagoge

Die Stara oder Remuh Synagogen laden zum Besuch ein. Letztere liegt direkt an einem Friedhof. Hier kann man den jüdischen Brauch Steine auf Gräber zu legen sehen.

Es gibt ein jüdisch-galizisches Museum und viele Cafés und Restaurants, wo Klezmer-Musik gespielt wird. Kann ich nur empfehlen, besonders das „Ariel„.

Man fühlt sich in eine ganz andere Zeit versetzt, wenn man auf den alten unebenen Straßen (war das glatt und rutschig!) umherstreift.

Von hier aus kann man weiter zum Viertel Podgórze. Kaum hat man die Brücke in dieses Stadtquartier überquert, steht man vor dem „Denkmal der leeren Stühle“ am Rande des ehemaligen Krakauer Ghettos.

Einer der vielen Momente, wo einem beim Krakauer Stadtbummel ganz beklommen zumute wird, wegen der schlimmen Geschichte der polnischen Juden. Schrecklich. Nicht viele Schritte weiter, in einem Gewerbegebiet, liegt die Emaillenfabrik Oskar Schindlers, jetzt ein Museum.

Leider war es an meinem Besuchstag geschlossen. Es ist dennoch ein ganz merkwürdiges Gefühl, an diesem Ort zu stehen. Sich bewusst zu machen, was hier passierte. Die Geschehnisse, von denen man gehört, gelesen und Filmisches gesehen hat, werden auf einmal so real. Das ist einfach heftig. Man bekommt so einen direkten Bezug dazu. Das muss man erst mal sacken lassen und verdauen.

 

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2 Gedanken zu “Reisebericht Krakau Teil 1: Wawel, Altstadt, Kazimierz und Podgórze

  1. Öha, BC hat ja wirklich RIESIGE Hände!!! Naja, ich hoffe, ich werde diese im Herbst noch höchstpersönlich in Augenschein nehmen können… 😉

    Krakau macht einen wirklich sehr interessanten Eindruck, wäre vielleicht auch mal was für eine Klassenfahrt…

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