Reisebericht Krakau Teil 3: Salzmine Wieliczka

Wieliczka liegt nur eine knappe halbe Stunde von Krakau entfernt. Dort steht ein großes Touristenhighlight Polens. Die Salzmine Wieliczka (Weltkulturerbe), die jährlich von etwa einer Millionen Menschen besucht wird.

Auch als ich da bin, ist es brechend voll. Nachdem der Fahrer uns alle auf dem Parkplatz ausgeladen hat, ist die Verwirrung erneut groß: Wohin denn jetzt? Überall Menschen! Ich bahne mir den Weg ins Innere, an einen Ticketschalter. Ja, hallo, der Fahrer hat mich hier abgeladen, wo finde ich jetzt eine Tour, die ich ja schon bezahlt habe? Was für ein Chaos. Ich werde von einer jungen Dame aufgegabelt, die meine Nachfrage an der Kasse zufällig gehört hat. Kurzerhand bin ich auf einmal Teil der Gruppe „See Crakow“, die ich gar nicht gebucht hatte. Egal, Hauptsache, ich komme in die Mine. Aber erst einmal heißt es in einer laaaangen Schlange in der eisigen Kälte anstehen. Fast eine Stunde lang. Habe ich gefroren!! In der Mine sind es immerhin 16 Grad und so tauen später meine Füße langsam wieder auf. Der Besuch ist aber komplett unentspannt, weil Tausende Leute durch die Gänge geschleust werden wollen. Erst muss man zig Etagen hinabsteigen –  ich habe bei den vielen Holztreppen fast einen Drehwurm bekommen.Und meine Spiegelreflex hat leider einen Totalaussetzer und ich muss das Handy für Fotos benutzen. Meh. 😦

Später geht es dann auf vereinzelten Treppen weiter hinab, bis man 135 Meter unter der Erde ist (fast so tief wie der Kölner Dom hoch ist!).

Insgesamt gibt es eine Fläche von 200 km dort unten zu entdecken, wir gehen während der Tour zwei davon. Immer wartend, dass die Gruppe vor uns Platz macht, während die Gruppe nach uns drängt. Und ganz ehrlich: von der Geschichte des Salzbergwerks bekommt man kaum etwas mit, weil alles so schnell gehen muss und deswegen oberflächlich bleibt. Imposant sind aber die vielen aus Salz gehauenen Skulpturen dort unter Tage. Ebenso wie die Salzseen (wo es eine kleine „spukige“ Showeinlage gibt).

Salzsee
Salzsee

Aber sehr beeindruckend ist der große Ballsaal aus Salz, wo auch Konzerte stattfinden. Natürlich finden sich dort auch Souvenirshops (OK, ich bin dort schwach geworden….).

Unser Tourguide bleibt dann zum Ende der Führung an einer Schautafel stehen, tippt mit den Händen auf verschiedene Stellen (während hinter uns der Shoppingwahnsinn tobt) und sagt, man träfe sich oben in der Empfangshalle wieder. Dort müsse sie uns alle noch einmal durchzählen, damit klar sei, dass die Gruppe komplett den Weg aus der Mine gefunden habe. Was? Wann? Wo? Hä? Dann zerstreut sich die Gruppe und ich stehe mitten im Chaos. OK, dann suche ich eben den Weg nach draußen, wo geht’s zu den Aufzügen? Eine riesige Menschenmasse wartet wie ich dann darauf wieder ans Tageslicht zu kommen. Ich stelle mich an, für den Weg zu den Aufzügen, wo man nur vereinzelt (Gruppenweise) zugelassen wird. Aber wir sollten uns doch erst oben wiedertreffen? Wie jetzt? Dann sehe ich unseren Tourguide. Dann andere aus der Gruppe. Wir stürmen auf sie zu und wir dürfen passieren. Wo der Rest der Gruppe ist? Keine Ahnung. Ich lauf‘ einfach einem Pulk hinterher. Und laufe und laufe. Durch einen Museumstrakt, der einfach links liegen gelassen wird. Wir latschen und latschen. Als wir an einem Aufzug ankommen, ist der kaputt. Also alle zurück, kehrt marsch! Den funktionierenden Aufzug wollen dann alle benutzen. Was für ein Gedränge.

Es sammeln sich viele Leute an und ich finde diese Enge und Warterei extrem ungemütlich. Ein Reiseleiter einer kroatischen Gruppe ist sehr umtriebig und sorgt dafür, dass sie voran kommen. Ich schließe mich ihnen einfach an, was er toleriert. Ich bin ihm immer noch dankbar. Der Aufzug besteht aus zwei Teilen, man kann im oberen oder unteren Teil einsteigen. Es passen jeweils 9 Leute hinein (und es warten Tausende…). Man steigt auf eine klapprige Platte, die auf Federn liegt, sie gibt nämlich bei jedem Schritt nach. Diese ist umgittert und mit 9 Menschen ist es in diesem Käfig wirklich eng. Dann läutet einer der Arbeiter dort eine Glocke und auf geht eine sehr klapprige Fahrt, komplett im Dunkeln. Es ist so wacklig, dass sich die anderen neben mir bekreuzigen! War das eine Horrorauffahrt. Nie wieder. Als wir oben aussteigen, lachen wir alle, weil wir uns freuen, dass überstanden zu haben. Ich habe keinen aus meiner See Crakow Gruppe wiedergefunden. Wie da sicher festgestellt werden soll, dass alle Besucher zurück über Tage sind, ist mir schleierhaft. Ich bin danach ziemlich bedient und ganz glücklich, dass der Fahrer auf dem Parkplatz bereits wartet und wir zurück nach Krakau fahren können.

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