Reisebericht Vaxholm

Wenn schonmal in Stockholm, dann wollten wir auch hinaus zu den Schären. Da gibt es ja jede Menge von. Wir sind zur Touristen-Info geschlumpft um „hej hej“ zu fragen, wo man denn da für einen netten Ausflug am besten hinfährt. Uns wird Vaxholm (Stadt auf der Insel Vaxön) empfohlen, dass sei eine einstündige Schifffahrt entfernt und für Touristen sehr nett. Andere Schäreninseln seien kaum bewohnt oder man sehe sonst nur Privatwohnsitze, das sei ja langweilig. OK. Wenn die Tourismusfachfrau das sagt, glauben wir ihr. Am Ostersonntag stehen wir extra früh auf, um unser Boot rechtzeitig zu erreichen. Wir haben dann doch gebummelt und mussten das letzte Stück zum Hafen ganz schön hetzen.

Das Wetter ist an diesem Tag leider suboptimal. Es regnet, bzw. ist es ziemlich bewölkt. Die Bootsfahrt ist dennoch schön und wir halten an mehreren kleinen Inselchen, wo ich jedes Mal schon am liebsten mit aussteigen möchte. Als wir in Vaxholm ankommen wollen wir erstmal wissen, wann das Schiff zurück fährt. 16:45 Uhr. Gut. Wir starten unsere Inselbesichtigung um 10:30. Genug Zeit also. Mehr als genug Zeit, um ehrlich zu sein. Doch der Reihe nach.

vaxholm

Wir sehen rechterhand eine Gefängnisinsel. Auf das Museum dort haben wir jetzt aber gar keine Lust, sondern lassen dieses rechts liegen. Wir stolpern einfach ein bisschen durch die Gegend, es fängt an zu tröpfeln  und wir fragen uns, ob es auch etwas Interessantes in Vaxholm zu sehen gibt. Irgendwas. Oh, eine Minigolfanlage. Super. Hm, ein Minifriedhof. Tankstelle auf dem Wasser.

tankstelle

Auch toll. Der kleine Ausflug zum Leuchtturm, für den wir hinter einem Schulhof ein paar Felsen hochkraxeln, ist da bis jetzt das Spannendste. Hm.

Jip, das ist Teil eines Pausenhofs. Cool!
Der spektakuläre Leuchtturm. Ah. Oh. Uh.

Wir laufen weiter und sind auf einmal wieder am Hafen. Es fängt gerade an zu regnen und wir sind gefrustet. Es ist noch nicht mal 12:00 Uhr und wir wissen nichts mit uns anzufangen. Wir setzen uns in ein Café (von welchem wir froh sind, dass es an Ostern geöffnet hat, einige andere Läden haben an diesem Feiertag geschlossen) und lassen uns seeehr viel Zeit, für einen kleinen Imbiss.

cafe
Diese Selbstbedienungscafés in Schweden sind wirklich hübsch

Weil wir dann dennoch Zeit herumkriegen müssen, entscheiden wir uns nochmal einen anderen Weg über die Insel zu gehen. Gott sie Dank, denn so kommen wir auf einen kleinen Wanderpfad. Wir laufen entlang an netten Häuschen und finden einen süßen kleinen Hafen. Alles ganz pittoresk. Und sogar die Sonne kommt kurz heraus.

vaxholm
Das dröhnende Inselleben…mit gelben Häuschen
vaxholm
Gibt es natürlich auch in rot
vaxholm
Oder auch in rosa
vaxholm
Oder in kleiner und rostfarben
vaxholm
Schon malerisch. Mit etwas mehr Sommer, wäre das ein echter Hit!
vaxholm
Und man kann schon schlechter wohnen, nö?

Dieser kleine Spaziergang hat für die erste Enttäuschung entschädigt. Aber wir haben danach immer noch zwei Stunden und wissen nicht wohin mit uns. Wir finden einen Supermarkt und wollen uns eine Kleinigkeit zu knabbern kaufen. Wir überlegen, ob wir etwas aus dem REICHHALTIGEN Knäckebrotsortiment wählen sollen.

knaecke
Schmeckt das nicht alles gleich?

Mein Lieblingsknäcke ist das, das aussieht wie ein großer Käselaib. Hahahaha, was soll das denn? Wir laufen noch einmal am Hafen entlang, bis wir uns entscheiden zurück zum Ausgangspunkt zu gehen und uns in das Wartehäuschen der kleinen Schiffs-Info  zu setzen. Später kommt ein kleine Gruppe herein und fragt nach, wann das letzte Schiff nach Stockholm gehe. Sie haben die Auswahl: 16:45Uhr oder 19:30 Uhr. M. sagt: „Ihr wollt das Schiff um 16:45 Uhr, vertraut mir!“ Hinter uns lacht ein Pärchen. Auch Deutsche. Sie fragen uns, ob wir uns auch mehr von der Insel erwartet hätten. Jip. Sie langweilen sich ebenfalls.

Also, vielleicht lag es an Jahreszeit und Feiertag, aber das hat sich kaum gelohnt. Es ist eine süße kleine Insel, ohne Frage. Aber für ausgiebige Spaziergänge langweilig. Was machen die Leute da im Sommer? Kann man da irgendwo baden? Keine Ahnung. Da gibt es bestimmt schönere Schäreninseln als diese.

3 Gedanken zu “Reisebericht Vaxholm

  1. Hej, Vaxholm ist zwar in der Tat bei Touristen aus aller Welt sehr beliebt doch inzwischen hat die „Insel“, die sie ja eigentlich gar nicht ist, auch im Sommer nicht allzu viel zu bieten. Vor vielen Jahren noch konnte man fast überall laufen, schwimmen etc. doch inzwischen haben viele Grundbesitzer Zäune gebaut. Nun gut, das Allemansrätten wirkt hier auf Grund der Nähe zum Wohnhaus sowieso nicht, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Bewohner von Touristen, die sich teilweise doch arg daneben benehmen die Nase voll haben. Ihr hättet übrigens gar nicht so lange auf das Boot warten müssen, denn es gibt auch eine Busverbindung zurück nach Stockholm – und das alle 15 Minuten. Den kann man ganz normal mit dem SL Ticket nutzen. 😉 Falls ihr also nochmal nach Vaxholm fahrt und schnell wieder weg wollt, einfach den Blåbus 670 nehmen. 😉

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