Predestination vs. Donnie Darko – Hausaufgaben in Sachen Zeitreisen…

Bei Zeitreisen denke ich an die Morlock oder an EINS PUNKT EINUNDZWANZIG Gigawatt. Das sind Zeitreisen, die ich noch halbwegs nachvollziehen kann. Schnell wird einem aber beim Umgang mit der Zeit schwurbelig im Kopf. Mit einer Kollegin kam ich dann während eines Gesprächs auf dieses Thema und da wir beide Filmfans sind, haben wir der jeweils anderen eine filmische Hausaufgabe aufgegeben. Sie sollte Donnie Darko schauen, ich Predestination. Beide wussten wir jeweils nichts von dem Film, den wir der anderen empfahlen. Und mein Gott, was für einen BRAINFUCK!!!! habe ich denn da jetzt gesehen?? Spoiler…

donnie darko

vs.

predestination

Wie soll man die Geschichte zusammenfassen? Ein Bombenleger treibt sein Unwesen und ein Zeitreisender (Ethan Hawke) will ihn stoppen. Der Film fängt langsam an. Zu Beginn sehen wir eine Explosion und der Zeitreisende in der Szene hat ein verbranntes Gesicht. Das wird durch Operationen zu dem von Ethan Hawke. Dann sind wir in den 70ern. In einer Bar erzählt der Gast John dem Bartender (Hawke) seine Geschichte. Als Mädchen Jane auf die Welt gekommen und als Außenseiterin groß geworden, geht sie eine sexuelle Beziehung zu einem Mann ein, der kurz darauf verschwindet und sie schwanger zurücklässt. Nach der Geburt ihres Kindes kommt heraus, dass sie intersexuell war und man ihr aufgrund von Komplikationen die weiblichen Geschlechtsmerkmale entfernen musste, die männlichen dafür komplett wiederherstellen konnte. Sie lebt nun als Mann. John.  Der Bartender gibt ihm die Möglichkeit den Mann, der Jane schwängerte und so dafür verantwortlich ist, dass sie zu John wurde, zu finden und zu töten. Mithilfe von Zeitreisen. Das ist alles schon ziemlich abgefahren, aber es wird noch krasser. Denn es stellt sich heraus (wirklich: Vorsicht Mega-Spoiler!)

dass John derjenige ist, der Jane geschwängert hat. Und es wird klar, dass der Bartender John und somit auch Jane ist. Und: Er ist ebenfalls der Bombenleger, den er jagt. Was für ein Kreisel. Da schwirrt es einem vielleicht zum Schluss im Kopf – mein lieber Scholli!

Als ich mich mit der Kollegin angeregt über den Film unterhielt, versuchten wir das Beziehungsgeflecht auseinanderzuklamüsern:

zeitreiseparadox

Mir hat der Film gefallen, vor allem weil er sich zu Beginn Zeit lies. Aus der John-Jane-Geschichte könnte man einen eigenen Film machen. Ich fand das ziemlich spannend. Wie muss das sein, wenn man auf einmal gezwungen ist als Mann zu leben? Wenn man sich selber im Spiegel nicht mehr erkennt und von der Umwelt anders wahrgenommen wird? Ich fand Sarah Snook (noch nie vorher von ihr gehört) als Jane/John ziemlich gut.

Wie bei Donnie Darko MUSS man bei Predestination im Anschluss über den Film sprechen und Theorien austauschen, Verständnisfragen klären. Ich liebe so etwas!

Der Kollegin hat Donnie Darko leider gar nicht gefallen. Ich weiß noch, wie wir damals beim DVD-Abend Ewigkeiten darüber philosophiert haben, ob die Turbine jetzt wirklich gefallen ist. Hat Donnie sich geopfert? Welche Version ist real? Und was sollte der Hase?

Herrlich, wenn einem nicht alles vorgekaut wird. Aber: Zeitreisen und ich – wir werden einfach keine Freunde. Diese Paradoxa (den Plural musste ich erstmal nachschlagen…) übersteigen oft mein Vorstellungsvermögen. Da wird mir schwindelig.

(hä?)

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