Hirnloser Spuk: Babadook

Ich habe mich nach dem Film ernsthaft gefragt, wann ich zuletzt so einen Müll gesehen habe. Und wenn ich mir stattdessen lieber 4 Stunden irgendwelche Soapstars angeschaut hätte, die mit dem Kissen auf dem Fensterbrett in den steinernen Vorgarten einer Seitenstraße in Castrop-Rauxel gucken, spricht das Bände für die „Qualität“ dieses Films. So ein Schmarrn!

Nicht nur, dass Erzählstränge einfach mal so völlig fallen gelassen werden, nein, manche ändern auch einfach mal völlig unmotiviert ihre Richtung. Man fragt sich: „Ehrlich jetzt? Euer Ernst?“

Eine kleine Zusammenfassung (Spoilerwarnung):

Die ehemalige Autorin Amelia kommt nicht über den Tod ihres Mannes hinweg. Er starb bei einem Autounfall, als er seine Frau zur Entbindung in die Klinik fahren wollte. Jahre später ist die Beziehung Amelias zu ihrem Sohn Samuel angespannt und distanziert. Samuel fantasiert von Geistern und Monstern und man hat zu Beginn den Eindruck, der Junge gehört in psychiatrische Behandlung. Dann findet Samuel das Buch über den Babadook und der Horror beginnt. Aber auf einmal ist es nicht mehr Samuel, der im Fokus steht, sondern seine Mutter. Der Babadook kündigt sich im Buch an und wenn er einmal da ist, wird man ihn nicht mehr los. So ist es dann auch. Die Mutter fängt an, den Babadook in Visionen zu sehen und glaubt, sie könne sich wieder mit ihrem Mann vereinen, wenn sie ihren Sohn tötet. Der Babadook hat also von der Mutter Besitz ergriffen. Dem Sohn gelingt es allerdings ihn zu bekämpfen, zu seiner Mutter durchzudringen. Zum Schluss lebt der Babadook dann als böses Wesen im Keller, wo er von der Mutter gefüttert wird.

Die Ausgangsidee ist ja gar nicht schlecht: Eine Mutter, die aus Verlustschmerz ihr Kind nicht richtig lieben kann und in sich solange Schuld- und Rachegefühle aufstaut, bis diese sich dann in Horror entladen. Das, noch mit mehr psychologischem Feingefühl aufbereitet, hätte ein guter Film werden können. Den Babadook fand ich aber stupide, an vielen Stellen unfreiwillig komisch und zerfahren. Was sollte die Geschichte mit dem Arbeitskollegen? Warum guckt die Mutter immer wie ein Zombie? Warum sieht der Babadook aus, wie er aussieht? Was ist das überhaupt für ein Wesen, für eine Gestalt?  Aus den Beziehungen zur Schwester und zur Nachbarin hätte man mehr rausholen können. Auch aus ihrem stumpfen Job im Altersheim. Oder aus dem Babadook-Buch. Da ist viel verschenkt worden. Ich fand den Film außerdem schlecht gespielt und das Setdesign klischeehaft (victorian gothic-horror-house irgendwie, dazu die kahlen Räumlichkeiten und die Schattenspiele…).

Nee, dat war nix!

2 Gedanken zu “Hirnloser Spuk: Babadook

  1. Ich frage mich ja inzwischen echt, ob wir denselben Film gesehen haben wie die Kritiker! Und ob die Synchronsprecher sooooo viel schlechter waren, als die Originalstimmen; denn selbst viele kritische Stimmen, die ich gelesen habe, meinten, dass die Schauspieler noch das Beste gewesen sind… Für mich absolut nicht nachvollziehbar! Aber ich werde den Teufel tun und mir dieses Stuss nochmal auf Englisch ansehen… No way!

    1. Die Frau war grauenhaft. Das Kind auch! Das war einfach zusammengstümperte Grütze. Als hätten da ein paar Freunde ihre Ideen zusammenschustert ohne sich abzusprechen.

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