Gesehen: Slow West

Lang ist’s her, dass ich Michael Fassbender auf der großen Leinwand gesehen habe. Tat gut. Dabei bin ich gar kein Western-Fan. Dennoch habe ich mir „Slow West“ von John Maclean angeschaut. Und: Der Titel hält, was er verspricht. Meine Sehgewohnheiten haben sich in den letzten Jahren so geändert. Es fiel mir nämlich zu Beginn schwer, das Tempo zu ertragen. Klingt jetzt härter, als es sich dann tatsächlich anfühlte, aber der Film entschleunigt. Auch die Geschichte ist nicht die atemberaubendste und minutenfüllendste. Das Komische: Ich mochte den Film. Trotz Westernthematik, trotz Langsamkeit, trotz unaufregender Geschichte. Man konnte auch sehen, dass Fassbender Spaß daran hatte den Cowboy zu geben und immer wortkarg zu sagen: „Sure, kid!“ Der knorrige, erfahrene Mann und der naive Jüngling. Auch eine Paarung, die man zur Genüge kennt.

Slow West FilmplakatStory (Spoiler)

Der Schotte Jay (Kodi Smit-McPhee, was für ein Name) ist nach Amerika gekommen, um seine Liebste wiederzufinden (sie ist mit dem Vater aus Schottland geflohen, nachdem dieser versehentlich Jays Onkel tötete). Das Milchgesicht versucht sich alleine gen Westen durchzuschlagen, wird dann aber von Silas (Fassbender) unter seine Fittiche genommen. Silas‘ Beweggründe sind wenig uneigennützig zu Beginn. Auf Jays‘ Liebste Rose ist ein Kopfgeld ausgesetzt, dass er kassieren möchte. Der naive Junge öffnet aber sein Herz und er versucht Rose vor weiteren Kopfgeldjägern, die ihnen auf der Fährte sind zu bewahren. Beim großen Showdown überleben nur Silas und Rose, die Jay nie geliebt hat. Sie bleiben zusammen.

Bei den tollen Landschaftsaufnahmen dachte ich mir noch, wie schön die USA so sind, und ob das nicht eher Kanada sei, bis ich lernte, dass der Film in Neuseeland gedreht wurde. Es sieht dann auch weniger wie in John Waynes Wildem Westen aus. Die Kulisse hier hat etwas träumerisches, weiches, bei aller Kargheit mitunter. Mir haben die Schauspieler durch die Bank gut gefallen, vor allem Kopfgeldjäger Payne (Ben Mendelsohn).

Ein Neo-Western, der zwar gemächlich daherkommt, aber dafür unumstößlich seinen Weg geht und dadurch eine ansprechende Intensität erhält.

Ein Gedanke zu “Gesehen: Slow West

  1. Sehr schön geschriebenes Review. Finde mich da wieder. Ich habe ihn in der OV-Sneak-Preview gesehen und dachte: Volltreffer! Es gab einige, die die Entschleunigung nicht ertragen konnten und schnell gegangen sind. Selbst schuld! Ich habe einen Teil der Landschaft wiedererkannt und wusste daher gleich, wo sie teilweise in New Zealand gedreht haben. Ich habe die tollen Landschaftsaufnahmen sehr genossen.

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