Perfekte Sonntage verbringt man mit Doris Day und Rock Hudson

…und natürlich Tony Randall.

Es wird Herbst und deswegen sind die Doris Day/ Rock Hudson-Filme meine Empfehlung für triste Regen(sonn)tage.

Natürlich darf man sich am perfekten Sonntag nicht „richtig“ anziehen. Nein, Schlafanzug oder Gemütlichkeitshose müssen es sein. Man kuschelt sich richtig in die Couch rein. So sehr, dass es schon einiges an Arbeit bedarf, um aus der Muhle wieder herauszukommen. Auf dem Tisch sind Snacks. Getränke ebenfalls griffbereit. Am besten prasselt noch der Regen ans Fenster, sodass man sich freut, es sich so bequem gemacht zu haben. Kurzum: Man schafft sich ein Umfeld, wo man nur noch wohlig „aaah“ seuftzt. Dann macht man einen Doris Day/ Rock Hudson Film an und ist für 90 Minuten in einer amüsanten, heilen 60er Jahre Welt.

„Bettgeflüster“, „Pyjama für Zwei“ und „Schick mir keine Blumen“ heißen die Liebeskomödien des schicken Hollywoodpaares. Ich liebe sie alle drei.

Bettgeflüster

Innenarchitektin Jan Morrow und Komponist Brad Allen teilen sich einen Telefonanschluss. Weil Brad immer seine Liebschaften über die Leitung vollsäuselt, kann Jan ihre Kunden nicht erreichen und ist genervt. Beide keifen sich regelmäßig an. Brad entdeckt dann allerdings Jan in einer Bar und erfährt, dass seine Telefonnachbarin eine attraktive Erscheinung ist. Er macht sich unter falschem Namen an sie heran. Als stoffeliger Texaner Rex Stetson erobert er ihr Herz. Ein gemeinsamer Freund der beiden, Jonathan Forbes (Tony Randall, wer sonst), von Eifersucht getrieben, macht sich auf die Spur des ominösen Rex, der ihm die Frau wegschnappt. Bevor er Jan die Augen öffnen kann, hat diese Rex’s/ Brads Doppelspiel bereits erkannt. Brad beginnt nun ehrlich Jan zurückzugewinnen. Er bittet sie, seine Wohnung (eine echte Liebesfalle) zu redekorieren. Sie macht ein abscheuliches Machwerk daraus, dass aber dennoch alle „Raffinessen“ seiner Junggesellenbude behält. Natürlich kommen sie dann doch zusammen, klar.

Ich liebe es, wie Haushaltshilfe Alma (Thelma Ritter) dem Gesäusel am Telefon lauscht: „You are my inspiration…Almaaa“. Oder wie sie Brad, der bei ihr Tipps sucht, Jan zurückzugewinnen, locker unter den Tisch trinkt: „Köpfchen?“ – „Köppppfffchn.“ Und Jonathan, der sich über Jans Verliebtheit aufregt und ihren Trip mit Rex/ Brad aufs Land lächerlich macht: „Was willst du denn da? Da gibt es nur Luft. In New York hat sie Charakter. Sie ist so dick, du kannst sie in Scheiben schneiden! Millionen Menschen schubsen und drängeln um ihr Leben und du bist ein Teil davon!“

Ein Pyjama für Zwei

Jerry Webster und Carol Templeton sind Werbeprofis und Kontrahenten. Während Carol mit Ideen und Kreativität fachlich überzeugt, angelt sich Jerry Kunden plump mit Sex, Alkohol und Mauscheleien. Als sie ihn anzeigt, weil er ein Produkt promotet, das es gar nicht gibt, was der Wahrheit entspricht, setzt er alles daran eines herstellen zu lassen mithilfe des Chemikers Linus Tyler. Durch eine Verwechslung hält Carol Jerry nun für Linus und möchte ihm die Idee für sein neues Produkt VIP abluchsen. Er lässt sich von Carol umgarnen, die sich in ihn verliebt. Währenddessen hat Tyler ein Produkt erfunden. Es ist ein Bonbon, das im Blutkreislauf zu reinem Alkohol wird. Als Jerrys Schwindel auffliegt, zieht ihn Carol vor den Werbefachrat, um ihn als Lügner bloßzustellen. Dort lässt er dann aber seine Alkoholbonbons verköstigen, die fatalerweise nicht nach Alkohol schmecken und so reichlich konsumiert werden. Ende vom Lied: Jerry und Carol heiraten betrunken. Nach dem Schock am nächsten Morgen trennen sie sich, obwohl Carol schwanger ist. Aber natürlich wird am Ende alles gut.

Mein Highlight hier ist Tony Randall als Jerrys Boss Peter Ramsey, der sich gegen seine eigenen Angestellten nicht durchsetzen kann. Als er wegen VIP einen Skandal fürchtet, möchte er alles auf seinen Buchhalter Hadley schieben: „Hadley, springen Sie!“ – „Nein Sir, Ich habe mich entschieden, nicht zu springen.“ Kommen Sie, Mann, ich mache Ihnen auch ein Fenster auf, hm?“ Als Ramsey ordentlich bei den Bonbons zugreift, schwingt er sich auf den Fahrstuhl und belästigt seine weiblichen Beschäftigten: „Ich bin die Königin der Lifte“ lallt er. Ich lache mich immer noch schlapp. Und als er noch ein Bonbon haben will und man ihm abrät, kontert er nur: „Ich bin bonbonfest!“ Diesen genialen Ausspruch benutze ich regelmäßig! Hahahahahaha!

Schick mir keine Blumen

Im letzten Film der beiden müssen sie nicht zusammenfinden, sie spielen nämlich ein Ehepaar. Judy und George Kimble. George ist ein furchtbarer Hypochonder, der schon mal unter der heißen Dusche Fieber misst. Judy machen seine Spinnereien nichts aus. Eines Tages belauscht George seinen Arzt am Telefon und glaubt er spreche über ihn als er die Todesdiagnose hört, die der Arzt seinem Patienten nicht mitteilen möchte, damit dieser die letzten Tage in Ruhe genießen könne. Von nun an bereitet sich George auf sein Ableben vor. Mithilfe seines besten Freundes und Nachbarn Jonathan (Randall), den Georges baldiger Tod sehr mitnimmt. George möchte Judy versorgt wissen und hält Ausschau nach einem geeigneten neuen Partner für sie. Natürlich kommt es zu Verwechslungen, Judy denkt ihr Mann betrüge sie und täusche sein Sterben nur vor. Aber auch hier ist das Happy End nicht weit.

Ich liebe Tony Randalls Verzweiflung und seine Auseinandersetzung mit der Endlichkeit, wenn ihm alles so viel bewusster wird: „Hast du schon mal einen Baum gesehen? Ich meine so richtig angesehen? Und einen Tisch gefühlt? So glatt…“ Und als sein Freund bei ihm Unterschlupf sucht, nach einem Streit mit Judy, benimmt dieser sich sehr egozentrisch, während er doch gerade an der Grabrede feilt: „Mach nur so weiter mein Lieber, dann wird deine Grabrede nicht länger als ein Telegramm!“

Oft kopiert, aber nie erreicht. Vor einigen Jahren haben es Ewan McGregor und Renée Zellweger mit „Down with Love“ versucht, sind aber kläglich gescheitert (obwohl Tony Randall mit dabei war).

Ich mag diese Filme. Die Chemie stimmt, beide sehen super zusammen aus und der Sidekick bringt mich zum Lachen. Alles toll.

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