Reisebericht Rumänien: Bukarest

Hm, zwei Tage nach meiner Heimkehr weiß ich immer noch nicht, wie ich meine Eindrücke aus Rumänien, insbesondere Bukarest, zusammenfassen soll. Es gab Hochs und Tiefs. Ich frage mich, ob ich einen Trip in die Hauptstadt empfehlen würde. Wahrscheinlich schon. Mit einem „aber“ dazu. Gerne hinfahren, aber nicht länger als zwei Tage. Anschauen, aber am besten mit Tourguide.

Der Reihe nach. Wollten wir eigentlich nach Malta, haben wir uns (warum weiß ich gar nicht mehr!) dann doch für Rumänien entschieden. Ein nahezu exotisches Ziel, den Reaktionen nach zu urteilen, die man erhält, erzählt man von den Reiseabsichten. Wir haben ein Komplettangebot im Netz gefunden – Hotel und Flug für einen unschlagbar günstigen Preis. Mit germanwings sind wir nach 2,5 Stunden in Otopeni und fahren von dort mit dem Bus nach Bukarest. Das haben wir vorher online recherchiert, immer gut vorbereitet zu sein. Am Gara de Nord angekommen stolpern wir umher, weil wir nicht wissen, wo lang. M. schnappt sich sein Handy und google Maps und wir laufen. Es sind nur 10 Minuten. Das Hotel „tranzzit“ liegt in einer ruhigen Seitenstraße. Das ist gut, denn schon auf den ersten Metern durch die Stadt macht uns der Verkehr irre. Ist das voll. Ist das laut! Die Zimmer sind dunkle Verschläge, kaum Tageslicht. Manche Fenster sind mit goldener Farbe angemalt, damit man durch sie nicht in die Nachbarzimmer schauen kann. Was war das nur vorher für ein Gebäude?? Die Wände sind dünn, man hört seine Nachbarn telefonieren oder deren TV. Es ist allerdings sauber und geräumig. Der größte Minuspunkt: Das Frühstück. Oft fehlen Dinge wie Löffel oder Tassen. Noch öfter ist das MINI-Buffet einfach leergeräumt. Das Angebot besteht aus 1 Flasche Milch, einer Flasche Orangennektar, 1 Kanne Kaffee, 1 Glas Cornflakes, 1 Glas Schokopops, 1 Tablett Kuchen, 1 Tablett Kekse und 1 Tablett Milchbrötchen. Na Bravo. Mahlzeit. Cornflakes und Pops machen ohne Milch wenig Sinn, ohne Löffel ebenso. Der Kuchen schmeckte alt, die Plätzchen unlecker. So startet man seinen Tag gerne…nicht!

Das frustrierende Frühstück
Das frustrierende Frühstück

Unsere ersten Meter gehen dann in die wohl „falsche Richtung“ und wir laufen eine furchtbar breite, hässliche und auch heruntergekommene Straße entlang. Oha, wenn das hier überall so aussieht…Wir drehen um und sind auf dem Weg zur Piata Victoriei. Einem der drei Knotenpunkte neben Piata Universita und Piata Unirii. Alle diese Plätze sind sehr groß, stark befahren, unübersichtlich und laut. Es gibt Zebrastreifen, Ampeln und Polizisten, um den Verkehr zu regeln, dennoch wird gehupt und gedrängelt und man hat als Fußgänger schon mal Angst unter die Räder zu kommen.

Piata Victoriei
Piata Victoriei

Unseren ersten Abend verbringen wir in einem italienischen Restaurant unweit der Piata Victoriei und finden die Gegend recht charmant. Wir sind froh, dass dies die ersten Eindrücke relativiert. Außerdem sehen wir die Basarab-Brücke, die uns gut gefällt!

bukarest

bukarest

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Die Altstadt

Der nächste Tag ist der laufintensivste unseres Aufenthaltes. Wir laufen erst einmal falsch und sind am Park Herastaru im Norden, wollen aber eigentlich runter zum Piata Unirii im Süden. Latsch, latsch zurück. Dort angekommen sind wir in der wirklich schönen Altstadt von Bukarest. Hier reiht sich dann auch ein Restaurant an das nächste. Wir sehen die hübsche St. Anton-Kirche (anscheinend muss man sich als gläubiger Mensch in Rumänien beim vorbeigehen an Kirchen immer zweimal bekreuzigen…merkwürdig)

bukarest

und auch die Karawanserei Hanul lui manuc, wo wir eine Kleinigkeit essen. Der Hof ist sehr hübsch und die Bedienung nett, aber das Essen ist zum Brechen. Meine Linsensuppe hat geschmeckt als hätte jemand sein T-Shirt überm Topf ausgewrungen  und M. hatte ein paar trockene Pommes mit einer alten Gänsekeule auf dem Teller. Schade.

Hanul lui Manuc

Wenige Meter weiter sehen wir auch das erste Mal den großen, den einzigartigen, den wahren….DRACULA. Eine Büste des unansehnlichen Vlad Tepes, dem „Pfähler“, den sich Stoker zum Vorbild für seine Vampirgeschichten nahm.

Dracula himself
Dracula himself

Die Altstadt wirklich toll. Auch und vor allem am Abend.

bukarest altstadt

Sehenswertes

pressehaus
Pressehaus

Schön die fette Ikea-Werbung über die halbe Front gezogen…

parlament
Parlamentspalast

Ein irrsinnig großes Ding!

bukarest
Dambovita

An Flüssen entlangzulaufen ist immer schön.

Römisches Athenäum
Römisches Athenäum
Europaplatz
Europaplatz

Hier besonders interessant: Die Tittensäule. Issat Kunst oda wat?

bukarest brüste

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Park Herastrau
Herastraupark
Triumphbogen
Triumphbogen

Wie Sie sehen, sehen Sie nix! 🙂

CEC Bank
CEC Bank
bukarest
Universitätsbibliothek mit Reiterstandbild Karl von Hohenzollern
Nationalmuseum
Nationalmuseum
Universität
Universität
Palatul Victoria
Palatul Victoria
Nette Märkte
Nette Märkte
Hässliche Wohnhäuser...
Hässliche Wohnhäuser…
bukarest
…schöne Wohnhäuser

Schwierig war die Verständigung. Nicht mal am Hauptbahnhof der Hauptstadt wird englisch gesprochen. Vielmehr wird die Nachfrage, ob jemand englisch verstünde noch als Beleidigung aufgefasst, so oft sind wir barsch abgekanzelt worden. Bukarest ist nicht wirklich auf Touristen eingestellt, man macht es ihnen nicht leicht. Es finden sich in der Stadt keinerlei Stadtpläne. Die Touristeninfos sind ihren Namen nicht wert (Darin sitzt ein einzelner Mensch neben zwei Regalen und gibt keinerlei Tipps, muss bei jeder Nachfrage irgendjemand anrufen und  findet diesen Aufwand anscheinend überaus anstrengend und nervig). An Haltestellen steht weder die Abfahrtzeit der Busse noch die Haltestellen oder die Fahrtrichtung. Die Infotafeln am Hauptbahnhof sind allesamt auf rumänisch (am Hauptbahnhof einer Hauptstadt, wo man durchaus mal mit Touristen rechnen darf!).

Andererseits waren die Hotelangestellten sehr hilfsbereit und auch die Busfahrer gaben sich Mühe zu helfen. Wir haben (bis auf einmal) immer sehr gut gegessen und das für ein kleines Budget.

Mein „Lost in Translation“-Moment: Im Bus sitzt ein älterer Mann neben mir und schwallt mich zu, obwohl ich ihm zu verstehen gebe, dass ich seine Sprache nicht spreche. Das hat ihn gar nicht interessiert und er hat mich bezaubernd lächelnd zugetextet. Das war bizarr, aber komisch.

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