Gauner zum Gähnen: Black Mass

So richtig gute Gangster-Filme mag ich. Good Fellas ist ein ewiges Meisterwerk. Die üblichen Verdächtigen einer meiner Lieblingsfilme. Jetzt kommt Johnny Depp als Whitey Bulger als berüchtigter Boston-Gauner daher.

Und wie er daherkommt. Mit dünnen weißen Haaren und eiskalten blauen Augen. Die Optik ist großartig. Generell das ganze Set-Design! Aber der Film selbst ist leider ziemlich langweilig. Dabei will er so viel besser sein als er ist, das merkt man ihm an. Mangelnde Ambition kann man ihm nicht attestieren. Dennoch, die Geschichte um Bulger und seine kriminellen Machenschaften, seine Mauscheleien mit dem FBI , plätschert für mich zu sehr vor sich hin. Dabei hat der Film soviel Potential und auch einige wirklich gute Szenen. Und er hat einen fantastischen Cast. Hierbei muss ich gleich eine Person hervorheben: Peter Sarsgaard.

sarsgaard
Movie Still from gq.com.au

Wieso es dieser Mann immer noch nicht in die Führungsriege in Hollywood geschafft hat, ist mir ein Rätsel. Seine Szene ist sehr kurz, aber sie hat bei mir mächtig Eindruck hinterlassen. Cumberbatch ist unter ferner liefen hier vertreten. Zu seinem Akzent kann ich auch nicht viel sagen, weil das für mich irgendwie immer so falsch klingt. Weil man ihn halt mit seiner britischen Aussprache kennt. Er hat hier auch nicht wirklich viel zu tun und das ist sehr schade, weil gerade die Beziehung der Brüder und ihre konträr (?) verlaufenden Lebenswege spannend sein könnte. Dieser Aspekt wird aber kaum verfolgt in Black Mass. Wie Bulger mit dem FBI, bzw. seinem ehemaligen Sandkastenfreund Connolly (Joel Edgerton) paktiert, um die lästige Mafia-Konkurrenz loszuwerden, könnte ein echtes filmisches Glanzstück sein. Hier aber ist es so halbgar. Ja, da darf der Johnny auch mal meucheln und ordentlich zuschlagen, aber Gewalt allein macht keinen Gangsterfilm.

Mit 122 Minuten ist Black Mass auch zu lang. Ich hätte jegliche Szene mit der unsäglichen Dakota Johnson der Schere vorgeworfen.

Die Erzählweise ist auch wieder so konventionell. In Verhören erzählen die Täter rückblickend von ihren Vergehen in Whiteys Dunstkreis. Und hinterher gibt es noch Einblendungen, was aus den Dargestellten Personen geworden ist.

Ein toller Cast in einem Film, der sein Potential nicht ausschöpft.

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