Gesehen: Morgen hör ich auf (Folge 1 und 2)

Vergleiche sind nervig. Die neue ZDF-Serie „Morgen hör‘ ich auf“, bekam schnell den Stempel aufgedrückt eine deutsche Variante von „breaking bad“ zu sein. Das verleitet mich erst mal nicht zum einschalten. Deutsche Aufgüsse von erfolgreichen TV-Formaten aus dem Ausland – klingt nicht spannend. Aber da es in der hiesigen TV-Landschaft an guten Schreiberlingen und mutigen Machern mangelt, nehme ich mal, was da kommt. Und: Es hätte schlimmer kommen können!

Copyright: ZDF/ Mathias Bothor/ photoselection
Copyright: ZDF/ Mathias Bothor/ photoselection

Worum es geht: Jochen Lehmann hat die Druckerei seines Schwiegervaters übernommen, aber die Geschäfte laufen schlecht. Ausstehende Zahlungen und desaströse Auftragslage sorgen dafür, dass er seine Kredite nicht zurückzahlen kann. Dazu das große Haus, drei Kinder…da fallen viele laufende Kosten an. Als ein erneuter Kreditantrag abgelehnt wird und sich seine finanzielle Not zuspitzt, druckt Lehmann Geld. 50-Euro-Scheine in, wie es scheint, bester Qualität. Er bringt das Geld in diversen kleineren Läden unter die Leute, um aus dem Wechselgeld eine Barschaft anzusammeln, die seine Kredite abbezahlt. Leider gerät er dadurch an den dubiosen Damir, der den Schwindel bemerkt und Jochen erpresst. Er soll mehr Geld drucken, sonst liefert er „Jockel“, wie er ihn in seinem österreichischen Akzent immer nennt, an die Polizei.

 

So ist sie Ausgangslage und es ist schon interessant zu sehen, wie sich die Schlinge um Jochen immer weiter zuzieht. Bastian Pastewka hat einen guten Geschmack und ein Händchen für gute Produktionen. Ich finde ihn in der Rolle des Daddy gone bad überzeugend. Auch Georg Friedrich als Damir macht seine Rolle sehr gut. Herrlich schmierig kommt er daher und sein österreichischer Akzent lässt seine drohenden Worte so harmlos klingen und macht sie dadurch noch beängstigender. Die Kinder-/Jugenddarsteller sind auch gut. Wer mich allerdings tierisch nervt ist Susanne Wolff als Ehefrau Julia Lehmann. Ihre Rolle ist bis jetzt furchtbar unsympathisch. Und was das mit dem spackigen Lover soll, bleibt auch abzuwarten. Wie sie allerdings auf ihren Mann reagiert, ist so seltsam. Anstatt sich zu Beginn hinzusetzen und die finanzielle Situation mal zu klären, wird nebeneinander hergelebt. Klar, anders kommt der Plot nicht ins Rollen, aber das kommt schon komisch. Und als Jochen seiner Frau das Gelddrucken beichtet, ist ihre erste Reaktion: „Ich bin mit einem Wahnsinnigen verheiratet.“ Ja, genau. Und als sie dann gefundenes Falschgeld dafür ausgibt, um sich erstmal in die Schönheitskur zu begeben, weiß auch der letzte, was für eine egoistische Trutsche das ist. Hoffentlich kommt da noch ein bisserl was.

 

„Morgen hör ich auf“ – samstags 21:45h im ZDF.

 

5 Gedanken zu “Gesehen: Morgen hör ich auf (Folge 1 und 2)

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