Gesehen: Der geilste Tag (aka Die durchschnittlichste Filmkost)

Kennze, kennze, kennze? Zwei Männer lernen sich im Krankenhaus kennen, sind dem Tod geweiht und machen dann nochmal richtig einen drauf? Kennze, kennze, kennze?

Ja, kennt man. Ist nämlich nichts Neues. Denkt man nur mal an „Knocking on Heaven’s Door“ (1997) oder „Das Beste kommt zum Schluss“(2007). Wieso sind das eigentlich immer Männer-Duos, die kurz vorm Schluss nochmal auf Sinnsuche gehen?

der geilste tag

Nun hat sich also Florian David Fitz ans Thema gewagt, ein Drehbuch dazu geschrieben, die Regie und eine Hauptrolle übernommen. Wenn man nicht alles selber macht. Und: Mann, ist der Junge auf Promo-Tour zur Zeit. Wo man nur hinguckt – er ist schon da. [Spoilerwarnung vorab]

Andy (Matthias Schweighöfer) hat eine Lungenfibrose und hängt am Sauerstofftank und hofft seit Jahren vergeblich auf ein Spenderorgan. Benno (Fitz) wird immer wieder ausgeknockt und man sagt ihm, dies läge an einem bösartigem Tumor im Hirn, der bereits stark gestreut habe. Beide Männer haben somit das Ende ihres Lebens vor Augen. Nach kurzer Bekanntschaft entscheiden sie sich zu einer Reise, um den „geilsten Tag“ zu erleben und sich dann das Leben zu nehmen. Videoblogger Andy hält das alles filmisch fest. Gedacht, gesagt, getan. Es geht nach Südafrika, denn Benno hat noch ein weiteres Motiv – er will dort seine kleine Tochter Leni sehen, bevor er abtritt. Deren Mutter (Alexandra Maria Lara) will sich in Kapstadt gerade verheiraten, was für ein Timing. Der Trip wird erwartungsgemäß chaotisch und natürlich dürfen die üblichen zutaten nicht fehlen: schöne Landschaftsbilder, ein netter Soundtrack und tiefschürfende Gespräche, am besten mit Meer- oder Bergkulisse.

Das war manchmal ganz witzig, oftmals fand ich die Story aber vorhersehbar und vor allem eines: löchrig. Da wurden Szenen zu schnell hintereinander abgewickelt, vieles war unglaubwürdig (Klar: mit einem Viertel Lungenvolumen klettert man mal eben einen Kran hoch, sicher). Auch der „Dreh“ mit der Fehldiagnose war so …ja, sorry…einfach blöd. Denn jeder dachte doch sofort bei Einführung der Benno-Figur: Oh, der hat wohl Narkolepsie. Das war dann auch so. Nunja. Und auch der ganze „Wie-kann-das-sein-dass-du-Jungfrau-bist-jetzt-besorg-ich-dir-mal-ne-Prostituierte-dann-passt-das-schon-Kram“ fand ich doof. Auch wenn ich gelacht habe, dass die eine auf „Nazi-Deutsch“ abfährt.

Matthias Schweighöfer hat mich zum Lachen gebracht, mehr aber auch nicht. Ich hatte lange Zeit Probleme Fitz den obercoolen Benno abzunehmen. Und Alexandra Maria Lara brauche ich eh in keinem Film.

Eine bekannte, aber auch löchrige Story, zwei nett anzusehende Hauptdarsteller, ein wenig Witz und etwas Rührseligkeit – sollte ich Schulnoten verteilen gäbe es eine 4+.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s