Pendlertagebuch VIII: Entspannte Mutter

Diesmal kein Bericht aus den Schreckensräumen der Züge, Straßenbahnen oder Busse, sondern aus der Bahnhofsbuchhandlung. Eine Mutter mit zwei Kindern (so um die 7 oder 8 Jahre alt) durchstöbert das Zeitschriftenangebot. Die Kinder greifen nach einem Playboy, der in ihrer Sichthöhe  in der Auslage bereit gestellt ist.

Beide Kinder bei der Betrachtung der nackten Covergirls: boahahahahahaha. Sie nehmen das Heft und zeigen es Muttern.

Mutter: Ja, die sind ganz schön aufgepustet, was?

Kinder: Aufgepustet?

Mutter: Ja, da ist viel Silikon drin, damit die Brüste so groß aussehen.

Die Kinder kichern noch, die Mutter nimmt die Zeitung entgegen und steckt sie zurück ins Regal, nicht ohne mir, die neben der kleinen Familie steht, noch zu zeigen, was die spaßigen Kinder da so fasziniert hat. Ich lächele, weil ich mag, wie entspannt diese Frau ist. Neben mir allerdings ist eine ältere Dame, die das ganze Geschehen mit ständigen „Tsk“-Lauten kommentiert.

Drei Dinge:

  1. Schön, dass Mutti hier nicht den Moralapostelzeigefinger schwingt und tabuisiert.
  2. Wissen Kinder mit einem Begriff wie Silikon etwas anzufangen?
  3. Wieso stehen derlei Magazine in Sichthöhe von Kindern? (Ich bin auch keiner der eben genannten Moralapostel, aber ist das wirklich etwas, das neben Klatschmagazine und Rätselhefte gehört?)

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