Extraschicht 2016: Herz aus Stahl

Das Ruhrgebiet war am Wochenende mal wieder geballt auf den Beinen, denn es war Extraschicht. Ich liebe sie. Ich mag es, wenn die Industrieanlagen bersten vor Energie und guter Stimmung. Wir haben uns für dieses Jahr für den Duisburger/ Oberhausener Raum entschieden. Vornehmlich weil in Duisburg das erste (und wahrscheinlich einzige) Mal ThyssenKrupp seine Pforten öffnete. Das hat die Massen (und uns) angelockt. Der Stahlgigant feiert dieses Jahr seinen 125 Geburtstag. Dies war Anlass genug, sich bei der Extraschicht zu beteiligen und die Massen über das riesige Gelände zu schicken. Aus Werkschutzgründen ging das nur in Bussen, aber es war dennoch eine tolle Erfahrung. Wir hatten vermutet, dass der Andrang groß sein würde, aber die lange Warteschlange, trotz Regen,hat uns erstmal Schlucken lassen.

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Uns kommt ein resigniertes Pärchen entgegen, das uns mitteilt, die Wartezeit betrüge drei Stunden. Örgs. Das stimmte allerdings nicht, denn wir haben nur etwa eine Stunde gewartet und die verging recht schnell. Thyssen hatte ein großes Programm aufgefahren mit Kino,Ausstellungen und Unterhaltung. Nicht schlecht. An einer Tür steht „Duisburg hat ein Herz aus Stahl“. Mag ich. Die Busfahrt dauerte circa eine halbe Stunde und unser Guide Herr Funke war so begeistert von seinem Arbeitsplatz, das war regelrecht ansteckend. Und Zahlen hat er uns um die Ohren gehauen, das diese einem nur so schlackern: Das Firmenareal ist etwa fünf Mal so groß wie Monaco. 12.500 Mitarbeiter sind dort in Schichtbetrieben zu Gange. Das Werk hat einen Wasserverbrauch von  2,3 Millionen Litern am Tag (Berlin im Vergleich 2,1 Millionen). Eine neue Tuchfilteranlage kostet 40 Millionen Euro. Und so weiter und so fort. Das war schon interessant. Und schließlich ist es dieser Sektor, der das Ruhrgebiet geprägt hat und auf den sich die Extraschicht ja beruft. Diese Tour war schon ziemlich klasse. Und die riesigen Maschinen sind genial. Gerne hätte ich eine richtige Kamera dabei gehabt, wäre ausgestiegen und hätte mich kaputt fotografiert. So musste mein Handy, an die Fensterscheibe gedrückt, herhalten.

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Und immer Herr Funke, der in einem Affentempo ins Mikro spricht: „Sehnse mal da, der Zug,wie schön. Passend für Sie…Wir haben übrigens über 500KM Schienennetz auf dem Gelände.“ „Dat da is der Matena-Tunnel, da gab et früher die Schimanski-Morde im Fernsehen.“

Das hat mir gut gefallen.

Wir sind danach in einen Shuttle und nach Oberhausen. Recht planlos allerdings. Wir sind dann ins Industriemuseum gegangen und haben uns da nochmal umgeschaut. Da war ich seit meiner Studienzeit nicht mehr. Das Wetter klarte etwas auf und wir lassen uns die Stahlproduktion am Modell erklären und über die Arbeitsbedingungen damals informieren. Das war auch nett.

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Weil wir ein Feuerwerk erleben wollen, entscheiden wir uns zurück nach Duisburg zu fahren, zum Landschaftspark.  Als wir ankommen, sind die besten Zuschauerplätze bereits belegt und wir haben nur noch Seitensicht. Es gefällt uns trotzdem, das dramatische, mit Musik untermalte Feuerwerk am Hochofen 5.

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Danach schlendern wir etwas durch den nächtlichen Park und freuen uns auch beim x-ten Besuch noch wie schön er ist. Irgendwo singen die Massen das Steigerlied und ich bin vollkommen verliebt in mein Ruhrgebiet.

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