Gesehen: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

tierwesen

„Harry Potter-Film für Erwachsene“ – so stand es in einer Kritik und ehrlich gesagt, war das für mich schon ein Argument den Film anzusehen. Ich fand nämlich die Kinderdarsteller der originären Harry Potter Reihe ziemlich mies. Auch nach dem 6. Film haben sie mich nicht überzeugt. Weder Radcliffe noch Watson.

In „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ übernimmt nun Eddie Redmayne als Newt Scamander das Ruder und: Ist der charmant! Mit Newt möchte ich befreundet sein!

[Spoilerwarnung!]

Scamander ist nach New York gekommen, mit einem Koffer  wunderlicher, aber auch allesamt liebenswerter Kreaturen. Er hat noch eine Sache zu erledigen, bevor er sein Buch über diese Wesen schreiben kann, welches später eines der Standard-Lehrbücher in Hogwarths sein wird. Leider entwischen ihm ein paar seiner Gefährten und bei dem Versuch sie wieder einzusammeln wird er mit hineingezogen in Geschehnisse, die drohen das sensible Zauberer-Muggel-Gefüge zu zerstören. An seiner Seite sind die ehemalige und immer noch übereifrige Aurorin Tina (Katherine Waterston), ihr Schwester Queenie (Alison Sudol) und der Muggel (oder amerikanisch No-Maj) Jacob Kowalski (Dan Fogler). Die Zauberer fürchten ihre „Enttarnung“ und einen so heraufbeschwörten Krieg mit der Muggelwelt, durch eine freigelassene Kraft, die zerstörerisch in New York wütet. Ihr auf der Spur ist Percival Gravel (Colin Farrell) vom Zaubereiministerium. Er vermutet hinter den Anschlägen eine junge Hexe, die im Heim der Zaubereifeindin Mary Lou Barebone (Samantha Morton) lebt. Sein Informant ist Barebones Adoptivsohn Credence (Ezra Miller).

Voldemorts Kindheit ist wie die von Credence geprägt durch Anlehnung der Eltern/ eines Elternteils. Auch hier führen Schmerz und Hass zu bösen Taten. Die Auroren können den wahren Täter, Credence, stoppen (wenn sie ihn auch nicht vollständig vernichten) und Newt Scamander hilft Gravel zu enttarnen und gefangen zu nehmen. Denn er ist natürlich niemand anderes als Grindelwald, einer der bösesten Zauberer, die die magische Welt je gesehen hat (Voldemort macht ihm den Rang streitig, nachdem er Grindelwald tötet). Dass jetzt ausgerechnet ein erblondeter Johnny Depp diesen Magier spielt war ein kleines „Oha“-Erlebnis für mich. Mal sehen, was da noch kommt.

Die Kreaturen

Newts Koffer ist famos, da kann Mary Poppins mal einpacken! Er hat ein großes Herz für Außenseiter und Figuren, die auf den ersten Blick missverstanden werden. Sein Koffer bietet ihnen Heimat. Mein Liebling war Pickett, der Bowtruckle, natürlich dicht gefolgt vom Niffler (hahahaha, wie der sich in der Juwelier-Auslage versteckt, hahahahaha). Der Demiguise, der aussieht wie ein haariger E.T. oder Yoda war auch sehr niedlich (schwer zu fangen, denn er ist oft unsichtbar). Die wunderschönen Occamy-Schlangen mit ihren Silbereiern waren faszinierend. Ach, da gab es so viele tolle Kreaturen, dass K. sich im Kino zu mir beugte und fragte „Wie kommt die Rowling nur immer auf das ganze Zeug?“

Mir hat der Film richtig gut gefallen. Er hat eine ganz eigene Welt auf die Leinwand gebannt, die einen schnell gefangen nimmt. Ich mochte auch die Verbindungen zum Potteruniversum: Wenn der Name „Dumbledore“ fällt, oder von Hogwarths gesprochen wird. Oder wenn eine Kette mit den Heiligtümern des Todes gezeigt wird (Stein, Zauberstab, Tarnumhang). Da geht mir das Herz auf.

Samantha Morton lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Colin Farrell blieb erforderlich ambivalent und Eddie Redmayne war wie gesagt einfach knuffig. Dan Fogler als Kowalski ist eine ebenfalls sehr sympathische Figur, mit der sich der geneigte Muggel-Zuschauer gut identifizieren kann.

Ausstattung und Tricks sind ebenfalls erste Liga und sind oft so gut, dass sie als solche gar nicht auffallen.

133 unterhaltsame Minuten (die leider von einer höchst überflüssigen Pause unterbrochen werden), inszeniert von David Yates (der bei den letzten vier Potter-Filmen Regie führte)!

Auf die Fortsetzungen zu „Phantastische Tierwesen…“ freue ich mich auf jeden Fall!

5 Gedanken zu “Gesehen: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

  1. Muss ja sagen, dass mir die Kinderdarsteller um einiges lieber waren, als Eddie Redmayne mit seinem ewig gleichen Gesichtsausdruck. Glücklicherweise (für mich) soll der eine wesentlich kleinere Rolle in den Fortsetzungen spielen.

    Aber weswegen ich schreibe: spielst du mit der „Pause“ auf irgendwas im Film an, oder gehört dein Kino zu denen, die den Film mit Pause zwischendurch gezeigt haben?

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