Rock und Pop im Ruhrgebiet – Ausstellung auf Zollverein

„Ausstellung auf Zollverein“ – herrlich dat ruhrdeutsch, nä?

Die Zeche Zollverein ist ja immer einen Besuch wert (Weltkulturerbe, hallo?!). Und das Ruhr-Museum hat mich ja schon wegen der tollen Rolltreppe und des Treppenhauses, nö?

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Wir haben uns mal angeschaut, was der Pott in Sachen Musik so zu bieten hat und schon nach den ersten Metern durch die Räume blutetet mir das Herz: Alle waren sie im Pott – die Beatles, die Stones und und und.

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München-Essen-Hamburg. Das ist mal ein Stellenwert für den Standort. Und heute? Nix bekommt man hier zu sehen. Absolut nix. Immer nach Düsseldorf oder Köln muss man juckeln. Erinnert wurde ich auch an den grandiosen Rockpalast, den man sich dann im Dritten (WDR) angeschaut hat. Aufgezeichnet bei uns im Pott. In der Grugahalle Essen (1977-1986). Und nu? Nüscht! Mario Barth (IGITT!!!!) oder Markus Krebs (wer?) treten da auf. Die Tristesse, die damals optisch präsenter war, ist heute kulturell zu beklagen. Naja, so ein paar Festivals halten sich wacker, aber Konzerte im Pott sind irgendwie Mangelware.

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Von den Halbstarken und ihrer Beatmusik geht es über Protest- und Arbeitersongs (die ich als Genre unglaublich vermisse, als böte unsere Zeit nicht genügend Grundlage hierzu) zu Punk und Heavy Metal und schließlich hin zum Elektro- und HipHop-Bereich. Zu jedem Genre haben Heroen aus dem Pott ihren Beitrag geleistet. Und ich finde den Bandnamen Eisenpimmel hervorragend und wünsche sie mir als Headliner auf einer Sparkassen-Gala oder auf einem Stadtfest, wo sie von einem beanzugten Krawattenmenschen angesagt werden. Und heute Abend für Sie: EISENPIMMEL!!! Applaus. Wäre das schön.

Natürlich stolpert man immer wieder über Nena (Hagen) oder Grönemeyer (Bochum). Aber auch TicTacToe (Dortmund), Extrabreit (Hagen), Sasha (Dortmund), Phillip Boa (Dortmund) oder DJ Quicksilver sind präsent.

Weil ich aus dieser Gruppe den Boa am liebsten mag, hier mal ein Video:

OK, nehmen wir Extrabreit auch:

Aller guten Dinge sind Drei. Hier ist der Herbert:

Mich amüsieren die Schallplattencoverräume. Was für bizarre Dinge man da entdeckt. Ein Duo, das sich origineller Weise „Duo“ nennt und mit fiesen zu großen Jeansjacken Rücken an Rücken steht und in die Kamera glotzt. Platten von Hans-Werner Olm oder Diether Krebs als „Martin, ne“. Tana Schanzara und ihr ewiger Ausruf „VATTER! AUFSTEHN!“ – verstehse, wenne ausm Pott bis.

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Mich vollkommen überzeugt hat auch Ralph, mit dem Künstlernamen „Ralph“ und dem Album „Ralph“. Alles an dieser Platte sieht ralphig aus. Genial!

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Gröni ist natürlich der Überflieger und an mehreren Stellen zu finden.

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Mir hat das wieder einmal gezeigt, was für eine Knaller-Region das Ruhrgebiet ist. Allerdings auch, dass der Pott früher viel mehr Biss hatte in der Musik. Der darf gerne zurückkommen. Oder wieder neu aufkommen.

Mir hat die Ausstellung gut gefallen. Die Ausschreitungen der Rock-Kids in den 60ern, das Selbstverständnis der Punks und auch der Einfluss der verschiedenen Nationalitäten auf die Musikszene werden multimedial vermittelt. Ein paar mehr Statements von den Künstlern selbst hätte ich mir noch gewünscht.

Im Anschluss steigen wir noch hoch auf die Aussichtsplattform und genießen den Blick aufs Ruhrgebiet bei feinem Sonnenscheinchen.

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Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Februar und kostet 7€ Eintritt (10€ für ein Kombi-Ticket mit allen Ausstellungen und der Panoramaterrasse).

Ein Gedanke zu “Rock und Pop im Ruhrgebiet – Ausstellung auf Zollverein

  1. Toller Bericht. Ich muss nächstes Jahr auch unbedingt rein. Ich finde es auch schade, dass es mittlerweile so wenig kulturelle vernünftige Veranstaltungen im Pott gibt!!
    Guten Rutsch, lg Katja

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