Sprengelmuseum Hannover: Nanas und haufenweise Cate Blanchett

Uuuuah, war das kalt in Hannover. Eigentlich wollten wir uns die Landeshauptstadt ein bisschen anschauen, aber das Wetter war zu ungemütlich. Gut, dass wir dann am Sprengel Museum vorbeikamen und uns entschieden, diesem einen Besuch abzustatten. Das war toll! Zum Einen weil es dort eine Niki de Saint Phalle -Ausstellung gab und weil dort Julian Rosefeldts Videokunstwerk „Manifesto“ zu sehen war.

„The Big Shots“ heißt die Werkschau zu Saint Phalle, die Arbeiten zeigt, die die Künstlerin dem Museum geschenkt hat. Die Nanas sind ja ziemlich bekannt, die voluminösen und farbenfrohen Figuren.

nikki de saint phalle

Mich hat aber vor allem eine Arbeit erschreckt, nämlich diese hier:

niki de saint phalle

Uah, da denkt man doch an Trainspotting und die Szene mit dem Baby an der Decke! Ansonsten sind noch sogenannte Materialbilder zu sehen, bei welchen unterschiedlichste Gegenstände auf die Leinwand gebannt und gerahmt werden, bzw. sprengen diese gern den Rahmen.

Vielen Menschen angetan hat es auch ihr Totenkopf:

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Wir stromern weiter durch das Museum und schauen uns Martha Roslers „Semiotics of the kitchen“ an. 1975 hat sie sich gefilmt, wie sie in der Küche Utensilien alphabetisch der Reihe nach auflistet und ihre Funktion kurz verdeutlicht: Apron…Eggwhisk, Fork…Tenderizer….

OK, soviel dazu. Leicht aggressiver Grundton hier.

Ein Raum wird von dieser Skulptur dominiert:

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Richard Deacons „What could make me feel that way“. Faszinierend. Was für ein gigantisches Teil. Wir fragen uns, wie lange er dafür wohl gebraucht hat? Wie er das Holz gebogen hat und erfreuen uns an der gefälligen Form. Mir gefällt das Museum richtig gut, auch die Malerei:

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Dann kommen wir zur Sonderausstellung von Julian Rosefeldts Manifesto. Und das ist eine Wucht.

Mit verschiedenen Kurzfilmen lässt er durch Cate Blanchett das Verständnis von Kunst gemäß verschiedener Künstler transportieren. Absolut beeindruckend. Diese Kurzfilme sind top gemacht in Ausstattung, Skript und Spiel. Anfänglich fühlte ich mich erschlagen von den vielen Leinwänden und den vielen durcheinander wirbelnden Tönen. So ganz legt sich das auch nicht, stört aber weniger. Man muss sich halt auf ein Thema konzentrieren (auch eine künstlerische Maxime?). Ein besonderer Moment war, als auf einmal alle Leinwände sich zu synchronisieren schienen und man auf jeder das Gesicht Blanchetts sieht, die monologisiert. Das dauert nicht lang, hat aber eine immense Wirkung!

manifesto

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manifesto

Leider haben wir nicht genug Zeit und den Rest des Museums anzusehen. Sehr, sehr schade. Den Schwitters-Raum hätte ich gern noch besucht. Und überhaupt die Bilder von Otto Dix oder Max Ernst habe ich nun auch nicht gesehen. Das bedeutet ganz simpel: Wiederkommen. Was für ein tolles Museum!

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