Max Uthoff: Gegendarstellung

(c) Michel Neumeister
(c) Michel Neumeister

Ich bin ein großer Fan der Anstalt, die irgendwer irgendwann einmal „Sendung mit der Maus für Erwachsene“ genannt hat. Die Macher der Sendung arbeiten viel sorgfältiger und könnten sagen, wer für dieses Zitat verantwortlich zeichnet. Ich liebe es, wie das Team um Max Uthoff und Claus von Wagner die großen Zusammenhänge klar auf den Punkt bringt und uns allen mal schön den Spiegel vor die Nase hält. Schon nach der ersten Sendung fiel mir auf, was für ein begnadeter Redner Max Uthoff ist. Und er spricht mir einfach so oft aus der Seele.

Sein Programm „Gegendarstellung“ wird von ihm aktuell angepasst und ist ein Dauerbrenner a la Volker Pispers. Uthoff kommt in den Saal und tönt wiederholt ins Megafon: „Wer immer wieder dasselbe sagt, hat Recht“. Diesen Kommunikationstrick entlarvt er anhand des Beispieles wie Hartz IV-Empfänger von der Presse & Politik als faul und ungebildet dargestellt werden. Er führt er an, wie Franz Müntefering falsch aus der Bibel zitiert habe: „Wer nicht arbeitet, soll kein Brot bekommen.“ Richtig heiße es aber in der Schrift: „Wer nicht arbeiten will, soll kein Brot bekommen.“ Des Weiteren erinnert Uthoff an eine Ausgabe der Sendung „Hart aber fair“, wo sich Moderator Plasberg entblößt habe und zwischen Abiturient und Hartz IV-Empfänger unterschieden habe. Arbeitslos gleich ungebildet, bzw. weniger gebildet. Das hat sich so ins Kollektivverständnis eingezeckt. Ekelhaft! Und so zerrt Uthoff viele Aspekte des Ultrakaptialismus, der uns allen übel mitspielt, ans Tageslicht. Was für eine hässliche Fratze das ist. Was ein Irrsinn! Leider kann man sich nicht immer alles merken, ich würde das gerne besser alles wiedergeben, wie gut aufbereitet Uthoff einem Dinge/ Zusammenhänge darbietet, die einen erschaudern lassen, was alles so Selbstverständlich ist mittlerweile. Wie Katrin Göring-Eckhardt allen Ernstes behauptet Tafeln seien eine tolle Errungenschaft, anstatt daran zu arbeiten, dass diese gar nicht erst nötig sind. Wie Martin Schulz gerade abgefeiert würde, obwohl er einer der lautesten Befürworter der Agenda 2010 gewesen sei. Er wird bestimmt auch bald von der Presse wieder kleingeschrieben. So ist es ja immer. Dass alle gerade Kanada so abfeierten, obwohl dort an der Sozialpolitik stark gesägt würde und auch die Einwanderungspolitik ziemlich rigide sei. Wie die Grünen und die SPD ihre politischen Grundprinzipien verraten hätten.

Hier ein Eindruck aus dem Programm:

Das ist eigentlich etwas, das zur Prime Time auf den Sendern laufen sollte (anstatt zum x-ten Mal irgendwelche „Superstars“, Schwiegertöchter oder Bachelorettes zu suchen). Das und Programme von Volker Pispers oder Hagen Rether.

Übrigens: Wem der Geldbeutel etwas drückt, der kann das Programm vergünstigt sehen. Eine gute Sache, denn so heißt es auf seiner Website:

„Sollten Sie Minijobber, allein erziehender Elternteil oder Geringverdiener sein, oder Hartz IV beziehen und der Besuch meines Programms Ihr Budget aus dem Gleichgewicht bringen, dann schicken Sie mir eine email.“

Die Karten erhält man dann vergünstigt.

Ein Gedanke zu “Max Uthoff: Gegendarstellung

  1. Und genau das ist der Grund warum wir Menschen wie Volker Pispers oder Max Uthoff niemals in der Prime Time auf RTL, SAT. 1 oder Pro7 sehen werden.
    Dafür aber einen Mario Barth, der ist so schön konform… immer die gleichen Klischees, Mann gegen Frau, Frau gegen Mann. Politisch nicht unangenehm, immer schön in der Spur. 😉

    Warum es die Anstalt im öffentl. rechtlichen Fernsehen überhaupt (noch) gibt, ist mir auch ein Rätsel. Eigentlich hätten die doch längst weg-zensiert werden müssen…?

    Leider ist das die Realität, dass man sich solche Fragen stellen kann.
    Zum Glück ist es schon enorm hilfreich für sich selbst besser unterscheiden zu können, wem man eher glaubt. Der Anstalt oder der Tagesschau. 😉

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