Gesehen: T2 Trainspotting

Let your feelings slip boy But never your mask boy Random blond boy High density random Blond boy Blond country Blond high density You are my drug boy You’re real boy Dog dirty dumb cracking boy You’re getting wet boy Big big time boAcid bears boy Babes and babes And babes and babes And babes And remembering nothing boy Do you like my tin horn boy It gets wet like Angel Derailed

t2

Es geht zurück. Zuürck nach Edinburgh. Zurück zu Renton, Spud, Begbie und Sick Boy. Es geht zurück in die Vergangenheit. Es geht zurück. Und alle sind sie wieder (oder wunderlicherweise immer noch) da. Mark Renton (Ewan McGregor) kehrt aus Amsterdam zurück nach Edinburgh, wo seine Freunde natürlich noch eine Rechnung mit ihm offen haben. Keiner der Protagonisten hat sich sonderlich weit vom Fleck bewegt. Sick Boy, der nun nur noch Simon genannt werden möchte, ist nach wie vor der unterkühlte Egoist, der mit krummen Geschäften (mit der bulgarischen Prostituierten Veronika übt er sich in Erpressung) seinen Lebensunterhalt und seinen Kokskonsum erbringt. Spud hat nie wirklich vom Heroin lassen können, was ihn seine Beziehung zu Freundin und Sohn gekostet hat. Begbie fristete die letzten 20 Jahre im Knast, bevor er sich davonstiehlt. In der schottischen Hauptstadt treffen sie nun erneut aufeinander.

Alle Darsteller sind dabei, der Soundtrack ist super, der Regisseur ist derselbe, der Drehbuchschreiber auch, die Bilder aus Edinburgh sind mitunter sehr schön (Da war ich! Da war ich!).  Ich habe mich wirklich gefreut alle hier auf der Leinwand wiederzusehen, liebe ich den ersten Teil doch nach wie vor sehr. Die Fortsetzung ist der Sache geschuldet etwas langsamer, die wilde Jugend ist vorbei. Die im ersten Teil noch als anarchisch-amüsant erlebte Tristesse hat Einzug gehalten und sorgt für ordentlich Ernüchterung. Der Film ist versetzt mit Rückblicken und es fühlt sich so ein bisschen an, als ob diese Fortsetzung den ersten Teil noch einmal huldigt. Simon sagt dann auch zu Renton: „Nostalgie, deswegen bist du hier. Du bist ein Tourist in deinem eigenen Leben.“ Ein schöner Satz. Aktuell haben die Männer nicht mehr vorrangig mit ihrer Drogensucht zu kämpfen, sondern mit dem Leben an sich. Der legendäre „Choose life“-Monolog fand eine adäquate Fortführung:

Aus

„Choose life.
Choose a job.
Choose a career.
Choose a family,
Choose a fucking big television
Choose washing machines, cars,
Compact disc players, and electrical tin openers.
Choose good health, low cholesterol
And dental insurance.
Choose fixed-interest mortgage repayments.
Choose a starter home.
Choose your friends.
Choose leisure wear and matching luggage.
Choose a three piece suite on hire purchase
In a range of fucking fabrics.
Choose DIY and wondering who you
Are on a Sunday morning.
Choose sitting on that couch watching mind-numbing
Sprit-crushing ga me shows
Stuffing fucking junk food into your mouth.
Choose rotting away at the end of it all,
Pishing you last in a miserable home
Nothing more than an embarrassment to the selfish,
Fucked-up brats
You have spawned to replace yourself.
Choose your future. Choose life.“
wird

“Choose life
Choose Facebook, Twitter, Instagram and hope that someone, somewhere cares
Choose looking up old flames, wishing you’d done it all differently
And choose watching history repeat itself
Choose your future
Choose reality TV, slut shaming, revenge porn
Choose a zero hour contract, a two hour journey to work
And choose the same for your kids, only worse, and smother the pain with an unknown dose of an unknown drug made in somebody’s kitchen
And then… take a deep breath
You’re an addict, so be addicted
Just be addicted to something else
Choose the ones you love
Choose your future
Choose life”

Direkt nach der Vorstellung fiel mein Fazit erst einmal gemischt aus. Was hatte ich erwartet? Es war alles da wie in Teil 1, aber eben an die Entwicklung der Figuren über die Jahre angepasst. Deswegen ist Trainspotting 2 auch kein simpler Aufguss. Es ist wie beschrieben eine Hommage an den ersten Teil, aber auch gleichzeitig ein wenig seine Entzauberung. 1996 ist der Film wie ein Wirbelsturm über mich hinweggefegt und am Ende bei Underworlds „born slippy“ habe ich in meinem Kinosessel herumgehopst. Nun ist diese mitreißende Power ausgeblieben und das hat mich anfänglich enttäuscht. Nachdem ich aber noch ein wenig darüber nachgedacht habe, finde ich den Film aber doch ziemlich gut, weil er konsequent und glaubhaft die Geschichte um die Junkies weitergesponnen hat. Es sind weniger verblüffende, bzw. im Gedächtnis bleibende Szenen vorhanden (wie die Überdosis samt im Teppich versinken, das Baby an der Decke, die Tauchfahrt ins Klo, Spuds vollge**** Zudecke…), aber einige gab es dann doch, wenn zum  Beispiel Renton und Begbie zum ersten Mal in der Club-Toilette aufeinandertreffen (hahahahaha) oder die Szene mit Spud und der Plastiktüte (örgs!).

Und jetzt ist die Geschichte um die „neuen Helden“ auserzählt, endet der Film doch arg versöhnlich: Begbie geht zurück in den Knast, sein Sohn kann einen anständigen Beruf erlernen, Renton kehrt zurück nach Hause und umarmt seinen Vater, Veronika kehrt mit Geld zurück in die Heimat zu ihrem Sohn und Spud hat im Schreiben einen Sinn für sich gefunden.

Macht’s gut, Jungs. Es war nett mit euch.

Und ich habe übrigens einen Fehler gemacht: Ich habe mir den Film auf deutsch angeschaut. Ich weiß, das war blöd.

 

2 Gedanken zu “Gesehen: T2 Trainspotting

  1. Mir hat er eigentlich gleich richtig gut gefallen, vielleicht auch, weil der Drogenkonsum nicht mehr im Vordergrund stand. Ich tue mir immer schwer, Drogentrips auf der Leinwand etwas abzugewinnen (im Real Life ja eh nicht). Muss auch zugeben, dass ich „Trainspotting“ damals nur einmal gesehen habe und jetzt vor ein paar Wochen das zweite Mal. Ich war nie so ein Hardcore-Fan damals, auch wenn ich nachvollziehen kann, warum er diesen Kultstatus hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s