Die Helden sind müde: Logan

Mal ehrlich: Ich komme nicht mehr so ganz klar im Marvel-Universum. Es wird immer größer und unübersichtlicher. Kaum sind hier neue Heldengeschichten am Start sind sie an anderer Stelle zu Ende, nur um dann doch wieder weitererzählt zu werden. Gerne mal dank Zeitsprünge. Ich kriege die X-Men-Time-Line grad nicht hin, deswegen hätte ich mir beim Kinobesuch von „Logan“ fast einen „Was bisher geschah“-Anfang gewünscht.

*SPOILER*

Es ist 2029. Seit über 25 Jahren wurde kein Mutant mehr geboren. Logan ist sichtlich gealtert und das Adamantium in seinem Körper vergiftet und schwächt ihn zusehends. Als Chauffeur verdient er sich ein paar Dollar um Prof. Xavier mit Medikamenten zu versorgen. Denn sein ehemaliger Lehrer leidet an einer neurodegenerativen Störung und durch seine „psychokinetischen Anfälle“ bringt er seine Umwelt in Gefahr. Logan wird von der Krankenschwester Gabriella aufgesucht, die ihn bittet sich des kleinen Mädchens Laura anzunehmen. Es stellt sich heraus, dass Laura eine künstlich erzeugte Mutantin ist (aus Logans DNA) und zu einer Reihe gezüchteter Mutantenkinder gehört, die von der Firma Alkali Transigen zu Soldaten ausgebildet werden sollten. Diese Kinder sind „Vorläufermodelle“ des X-24, einem Klon Wolverines. Sie sind nun überfüssig und sollen getötet werden. So muss Logan seine letzte Kraft aufwenden, um die Kinder, sich und Xavier in Sicherheit zu bringen.

James Mangolds (Walk the line) 137minütiger Abgesang eines großen Helden findet eine gute Balance zwischen Action und Ruhe. Hugh Jackman darf seine Muskelberge noch ein letztes Mal aufbäumen, bevor Logans Geschichte ihren Abschluss und der Geplagte seine Erlösung findet. Mir persönlich sind die stillen Momente ja immer die liebsten. Die Momente zwischen Xavier und Logan. Beide wissen um ihre Endlichkeit und legen ihre Hoffnungen auf einen Lebensabend in warmen Gefilden an Bord eines Schiffes, der Sunseeker, wofür Logan spart. Ist bei Logan stets viel Frust und Enttäuschung zu spüren, ist als Gegenpol immer Xaviers Glaube und Vertrauen an das Gute vorrangig, was reizvolle Kontraste und Reibungen bietet.

Die Action ist gut choreografiert, mir mal wieder an einigen Stellen zu viel. Hugh Jackman darf gegen sich selbst kämpfen und das kleine Mädchen ordentlich herummeucheln. Na, wenn’s denn sein muss.

Zum guten Schluss sind die Kids natürlich sicher und ein neues Kapitel für die Mutanten unter den Menschen kann aufgeschlagen werden. Allerdings ohne Wolverine und ohne den Professor. Ein Wermutstropfen. Macht’s gut, es war schön mit euch. Ich habe euch immer gern zugesehen.

2 Gedanken zu “Die Helden sind müde: Logan

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s