Review: Love in Idleness in der Menier Chocolate Factory

…in der was? Jap, habe ich zuvor auch noch nie gehört, Menier Chocolate Factory. Das ist aber sehr charming da.

Und natürlich kann man da prima Schoko-Sachen essen:

Aber kommen wir zum Theater. Once again: Dieser Beitrag ist nicht spoilerfrei!

Terence Rattgins Stück „Love in Idleness“ (1944) findet den Weg auf die Bühnen eher selten. Und ich hatte vorab gedacht, es endet bestimmt wieder tragisch, wie etwa bei „After the dance“. Mitnichten. So ein Glück.

Die Witwe Olivia (Eve Best) hat während des Zweiten Weltkrieges Sir John Fletcher (Anthony Head) kennen- und lieben gelernt. Als ihr Sohn Michael (Edward Bluemel) zurückkehrt von der Kinderlandverschickung, treibt er eifersüchtigerweise einen Keil zwischen die Liebenden.

(c) Catherine Ashmore

Es hat nicht lange gedauert und ich war hingerissen von Eve Best. Wie sie in der Vorbereitung einer Party in der Anfangsszene aufblühte, ihre diebische Freude bei der Planung war hinreißend anzusehen. Als dann Sir. John heimkommt, lässt sie uns mit vielen kleinen Gesten, Berührungen und Worten spüren wie sehr Olivia John liebt. Das war wirklich toll! Der politisch links orientierte Sohnemann lehnt Sir John und das, wofür er steht ab. sieht in seiner Mutter nur noch die Mätresse eines reichen Konservativen und inszeniert sich selbst als tragische Hamlet-Imitation. Was vom Liebhaber seiner Mutter allerdings sofort durchschaut wird. Nichtsdestotrotz gibt Olivia ihrem Sohn nach und trennt sich von Fletcher. Sie zieht mit ihrem Sohn aus dem großen Haus in ein kleines Appartement. Die Szenenumbauten vom eleganten Stadthaus zum Appartement sind übrigens immer begleitet von Einspielern des britischen Gegenstücks zur deutschen Wochenschau, die die Zuschauer gut in die vorgeführte Zeit eintauchen lassen.

Zum wahrlich guten Schluss lenkt Sohnemann ein, bekommt dank Sir John eine gute Anstellung mit anständigem Gehalt und Mutti darf doch mit Fletcher zusammenkommen.

Als Theaterstück war das jetzt nicht die anspruchsvollste Kost, aber es war ein großes Vergnügen den Darstellern zuzusehen. Allen voran Eve Best. Ich habe ihre Hedda Gabler damals nur als Mitschnitt gesehen, da hat sie allerdings nicht den größten Eindruck auf mich gemacht (ja, ich weiß, da hat sie den Olivier für bekommen), aber hier fand ich sie einfach grandios. Sie hat einen schon nach wenigen Minuten für sich eingenommen. Anthony Head hat mich sowieso allein wegen seiner Stimme (Well hello Mr. Shipwright/ Mr. Croup). Ich fand auch, dass die Chemie zwischen ihm und Best gestimmt hat. Eine kleine Rolle als Sir Fletchers erste Frau hatte Helen George (Call the Midwife), die mir auch wirklich gut gefallen hat.

Punktum: ein beschwingtes Bühnenerlebnis im kleinen Theater der Factory. Empfehlenswert!

 

 

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