Gesehen: Broadchurch Staffel 3

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Endlich habe ich die dritte Staffel rund um das Team von Miller & Hardy gesehen. Es war erneut spannend und hervorragend gespielt und inszeniert, aber an die Klasse der ersten Staffel reicht diese Season nicht heran. Diesmal geht es um ein Sexualverbrechen. Trish Winterman wurde nach einem Partybesuch vergewaltigt. Und wieder scheint in dem kleinen Örtchen jeder irgendwie ein Motiv zu haben, bzw. verdächtig zu sein. Der Ex-Mann, der Taxifahrer, Freunde, Bekannte, Kollegen. Und dann gibt es da auch noch zwei weitere Sexualverbrechen der jüngeren Vergangenheit. Hängen sie mit diesem Fall zusammen?

Das ungleiche Polizisten-Team funktioniert nach wie vor hervorragend. Ich bin immer wieder so begeistert von Olivia Colman. Vor allem dann, wenn sie austeilt. Wenn sie ihren Sohn zusammenstaucht, weil dieser Pornos auf seinem Handy hat. Besonders aber wenn sie die neue, übereifrige Kollegin Hartford abkanzelt. Das war mir ein Fest.

Was mir an dieser Staffel gut gefiel war natürlich, dass man zurück in alten Gefilden ist, die atmosphärische Dichte aus den vorangegangenen Staffeln bleibt erhalten. Die Aufbereitung des Falles ist spannend, man bleibt auf jeden Fall dran. Die Auflösung ist dann nicht so der Hit, nach meinem Geschmack. Weiterhin hat mir aber gefallen, wie gezeigt wird, was Verbrechen mit den Opfern machen. Das auch Jahre später (im Fall der Latimers) die Folgen fast täglich zu spüren sind. Das Opfern der Boden unter den Füßen weggezogen wird und dass sie sich nach allem, was ihnen angetan wurde, zudem noch völlig neu im Leben orientieren müssen. Das zeigt „Broadchurch“ sehr eindringlich. Erwähnenswert ist auch, dass die Frauenrollen hier eindeutig die stärkeren sind. Trish setzt sich nach dem an ihr verübten Verbrechen mutig mit ihrer Umwelt auseinander. Sie nimmt Hilfe an, versucht den Weg in die Normalität zurückzufinden, auch wenn sie sich „schmutzig“ fühlt. Beth Latimer ist nun in der Opferhilfe tätig. Nach dem Mord an ihrem Sohn findet sie die Kraft anderen in Not Unterstützung zu bieten, während ihr Mann es nicht schafft, den Tod des Sohnes zu verwinden. Maggie Radcliffe kämpft als Journalistin für die Integrität des „Broadchurch Echo“. Und natürlich Detective Miller, die mit Empathie und Sachverstand ihren Job macht und nebenbei auch noch Hardy Ratschläge in Sachen Erziehung erteilt. Während die Männer zumeist feige, untreu und verlogen erscheinen (sind). Irgendwann seufzt Hardy resignierend „all this makes me ashamed of being a man!“

Auch diese acht Folgen habe ich mir gerne angeschaut und ich bin ein wenig traurig Abschied von Broadchurch und seinen Bewohnern nehmen zu müssen. Aber man soll Dinge ja auch nicht ausreizen, näch? Fielen Staffeln 2 & 3 auch im Vergleich zur 1. ab, bietet Broadchurch doch immer noch allerbeste Unterhaltung und ist in Gänze absolut empfehlenswert!

 

 

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