[Buch-Date-Adventsausgabe] Die Einlösung

Empfehlungen an mich kamen diesmal von Fantasiegeflüster. Ich entschied mich gegen Michael Endes unendliche Geschichte (die ich bereits gelesen habe) und gegen Ruta Sepetys „Salz für die See“, da mir die Beschreibung so gar nicht zusagt. So nahm ich mir „54 Minuten“ von Marieke Nijkamp vor.

(c) Fischer Verlag

Es ist die Geschichte eines Schüler-Amoklaufes. Sofort bin ich, nicht nur wegen des zeitlichen Bezugs im Titel, an Jodie Picoults „19 Minuten“ erinnert. Wie es jetzt so Gang und Gebe ist, wird die Geschichte absatzweise aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Allerdings nie aus Tätersicht. Während sich der Horror in der Aula abspielt, verfolgen wir die Gedanken verschiedener Schülerinnen und Schüler während der Schreckensminuten. Ich habe mich allerdings gefragt, ob man sich in so einer Ausnahmesituation wirklich gerade damit herumplagt darüber zu sinnieren, was man für Probleme zu Hause, mit Freunden, der Familie oder sonstwie hat? Natürlich werden hier von der Autorin alle Sorgen und Nöte der Jugendlichen zusammengetragen und diese Zielgruppe mag sich da auch abgeholt und verstanden fühlen. Für mich wirkte das ein bisschen aufgesetzt und konstruiert.

Die 336 Seiten lesen sich schnell weg und das Schicksal der Protagonisten nimmt mich schon mit, wenn auch weniger als die Geschichte vermuten lassen mag. Die Motivation des Täters sowie das Verhalten der anderen Figuren bleiben mir viel zu oberflächlich, da kann das Buch von Picoult deutlich mehr punkten. Was der unsägliche Untertitel „Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe“ soll, ist mir überdies ein Rätsel. Wohl billige Effekthascherei. Was mich zudem nervte und die Geschichte nicht um einen Deut voran brachte, bzw. ihr mehr Tiefe verliehen hätte, waren die Social Media Versatzstücke. Da finden sich Twitterposts und Blogeinträge. Wieder ein Zugeständnis an die Zielgruppe. Ok. Aber das war einfach nervig für mich und wie gesagt: total überflüssig.

Mein Fazit: Ein schnell wegzulesendes Buch in simpler Sprache, das die Probleme und Interessen seiner Zielgruppe versteht und aufnimmt aber viel zu wenig Tiefgang bietet, um daraus etwas zu machen und auch sein Thema mitunter verschenkt.

Hier den Link zu den gesammelten Beiträgen dieses letzten Buch-Dates für 2017:

https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/2017/11/22/buch-date-gesammeltes

 

rezi bis 8.12.

4 Gedanken zu “[Buch-Date-Adventsausgabe] Die Einlösung

  1. Schade dass ich dir wieder nichts passables empfehlen konnte… Ich glaube unsere Geschmäcker liegen einfach zu weit auseinander 😉

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