Gesehen: Dark (Netflix)

Damals, irgendwo in einem Serienplanungsbüro in Deutschland.

Schreiberling: Ich habe da eine Idee – Etwas völlig Neues, das gab’s noch nie und zwar…

Entscheider mit Geld unterbricht: Mystery ist gerade erfolgreich. Ist es Mystery?

Schreiberling: Nein, dafür überraschen wir mit…

Entscheider mit Geld: Nein, wir brauchen Mystery. Machen jetzt alle. Und Retro. Da muss was Retro drin sein. Am besten 80er. Und wir brauchen einen tollen Soundtrack. Hypnotischer Titelsong, 80er-Referenzen und so.

Schreiberling: Aber das könnte man doch auch anders…

Entscheider mit Geld: Und nehmen Sie bloß Kinder in den Fokus!

Schreiberling: Also alles nachmachen?

Entscheider mit Geld: So ein Unsinn. Wir lassen das doch in Deutschland spielen. Deutsche Darsteller, deutsche Geschichte. Völlig anders!

Und damit haben wir Dark, den deutschen Netflix-Mystery-Beitrag. Entgegen meines spöttischen Einstiegs finde ich die Serie ganz gut. Es ist zwar unverschämt von amerikanischen Vorbildern abgekupfert, aber im Vergleich, was die deutsche Serienlandschaft sonst so produziert, ist das das super.

(c) Netflix

Worum geht es?

Nach dem Verschwinden eines Kindes begeben sich vier Familien auf die verzweifelte Suche nach Antworten und der Lösung eines Rätsels, das drei Generationen umspannt. (C) netflix.com

Hier geht es wie bei Stranger Things um verschiedene Dimensionen. Zeitliche Dimensionen. Wie dem Poster zu entnehmen geht es nicht um die Frage wo das Kind ist, sondern wann. Das erinnert mich an den legendären Ausspruch von Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“: „Die angemessene Frage lautet WANN zum Geier sind sie?“

Die Besetzung

„Ach guck an – der auch. Und die.“ So erging es mir ein ums andere mal, wenn man auf Jördis Triebel, Karoline Eichhorn, Stephan Kampwirth, Angela Winkler, Michael Mendl oder auf Marc Waschke trifft. Über letzteren habe ich mich sehr gefreut, den sehe ich gern. Interessante nebulöse Figur auch, sein Noah.

Die jugendlichen Darsteller sind mir gänzlich unbekannt, machen ihre Sache aber sehr gut.

[milde Spoiler]

Je weiter die Serie voranschreitet um so mehr Zeitebenen kommen hinzu, wird die Story komplexer. Beim Thema „Zeitreisen“ schwurbelt mir ja schnell der Kopf (nachzulesen beispielsweise hier). Und es häufen sich immer mehr Fragen an: Wer ist Noah? Ist er gut oder böse? Was genau passiert mit den Kindern? Wieso müssen Kinder/Jugendliche als Testobjekte herhalten? Was passiert mit Ulrich? Was wissen Peter und Tronte eigentlich? Was für eine Zeitmaschine ist das? Wieviele Möglichkeiten durch die Zeit zu reisen gibt es denn nun (Wurmloch, Zeitmaschine…wie macht es Noah?) ? Die Taten in der Zukunft bestimmen die in der Vergangenheit und anders herum. Alles bedingt sich und es gibt kein entkommen. Ist das nun alles Schicksal, oder kann doch noch Einfluss genommen werden?

Manchmal übertreiben die Macher mit ihrem Suspense-Willen. Der Dauerregen und die dramatisch anschwillende Musik, die auch dem einfältigsten Zuschauer entgegenbrüllt: Jetzt wird’s spannend, jetzt passiert etwas Wichtiges, nerven.

Natürlich ist das Ende offen und lässt eine zweite Staffel zu. Die ersten zehn Folgen fühlen sich auch mehr an wie eine ausgiebige Exposition. Jetzt kann es losgehen. Ich hab‘ Bock.

Ich mag übrigens den Titeltrack von Soap & Skin sehr gerne:

4 Gedanken zu “Gesehen: Dark (Netflix)

  1. Durch die ersten zwei Folgen habe ich mich gequält. Aber nach der dritten Folge habe ich durchgebinged. Da die Serie anscheinend sehr im Ausland erfolgreich ist, freue ich mich schon sehr auf die zweite Staffel. Auch wenn es dann wohl Zeitebenen mäßig noch komplizierter werden wird.

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