Gesehen: A Quiet Place

Shhhhhh…sonst hören sie dich. Diese fiesen Viecher, die aussehen wie die ekligen Gestalten aus Stranger Things. Die den Großteil der Menschheit weggemetzelt haben. Shhhhhh.

-nicht spoilerfrei!-

Eine Familie (Vater, Mutter, Tochter & Sohn) muss sich nun in einer Welt zurechtfinden, in der permanente Bedrohung herrscht. Jedes Geräusch kann das Ende bedeuten. Denn diese Monster können sie nicht sehen oder riechen, aber hören. Allein leben sie irgendwo in der Wildnis, haben sich dort zweckmäßig eingerichtet. Der Vater versucht mit dem Funkgerät Kontakt zu anderen Überlebenden auf der Welt aufzunehmen. Bislang vergebens. Lange stille Sequenzen sorgen dafür, dass man selbst erschrickt, wenn man auf einmal lautes Wasserrauschen hört. Da diese Klangkulisse die menschlichen Geräusche übertönt, kann unter dem Wasserfall normal gesprochen werden. Eine der wenigen Sprechszenen des Films.

Als wäre die Gefahr nicht eh schon allgegenwärtig kommt noch dazu, dass die Mutter erneut schwanger ist und die älteste Tochter gehörlos.  Die Tochter kann nicht hören, ob sie nicht doch verräterischen Lärm macht. Das Kind wird schreien. Zwei unkalkulierbare Risiken, die die Familie bewältigen muss.

Mir hat der Film dennoch wirklich gut gefallen, die Ausgangsidee gefiel mir. Wie lebt man, wenn man ständig das Damoklesschwert über sich schweben hat? Man muss ja nur mal auf einen rostigen Nagel treten und es rutscht einem ein lautes „Autsch“ oder so heraus und schon ist es um einen geschehen. Oder man stößt eine Tasse vom Tisch oder was weiß ich. Übervorsichtig und stets alarmiert lebt man frei und doch gefangen.

Ein paar Löcher hat die Handlung allerdings:

Die Familie zündet ein Feuer auf einem Turm an und man sieht daraufhin andere Feuer in der Ferne aufflimmen. Also gibt es andere Überlebende? Wieso schließt man sich nicht zusammen? Wenn man auf die Monster schießen kann, wieso hat dann keine Militäroffensive ihnen den Garaus gemacht? Wenn man herausgefunden hat, dass das Gehör dieser fiesen Kreaturen derart fein ausgeprägt ist – wieso hat man nicht versucht genau hier anzusetzen?

Schließlich ist es ja auch eine hohe Tonfrequenz (bzw. die Rückkopplung zu einem Hörgerät), die den Viechern zum Verhängnis wird. Da war die Menschheit aber lahm und hat sich erstmal fast auslöschen lassen, bis man dahinterkommt. Nun denn.

Mir hat das Zusammenspiel der Familie gut gefallen. Wie sehr die beiden Eltern ihre Kinder versuchen zu beschützen und wie findig sie dabei sind: markierte Wege um knarzende Dielenböden zu umgehen: Sandpfade außerhalb des Hauses, Stoffspielzeug und Holzteller und -besteck…usw. Und wenn John Krasinski sich dann für seine Kinder opfert – mein Herz!

Es mag gewagt gewesen sein, einen Film zu drehen, der kaum gesprochene Worte enthält. Das tat der Spannung keinen Abbruch – im Gegenteil. So verdichtete sich das Geschehen viel mehr. John Krasinski hat da ein gelungenes Debut hingelegt, er hatte Darsteller (unter anderem seine Frau Emily Blunt) und Story gut im Griff und hat mich gut unterhalten und mich auch bangen lassen.

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